Puzzle-Teile passen – jetzt muss sie der FCL-Trainer richtig zusammensetzen
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Lass dich knuddeln: FCL-Trainer Fabio Celestini beglückwünscht Einwechselspieler Varol Tasar vor den Augen seines Assistenten Claudio Lustenberger zum 4:0-Sieg über den FC Vaduz. (Bild: Martin Meienberger/freshfocus)

Entscheidend: Wer spielt in der zentralen Abwehr? Puzzle-Teile passen – jetzt muss sie der FCL-Trainer richtig zusammensetzen

4 min Lesezeit 3 Kommentare 14.02.2021, 20:44 Uhr

Mit dem souveränen 4:0 über den FC Vaduz hat der FC Luzern eine Leistung abgeliefert, als sei sie für ihn selbstverständlich. In allen drei Zonen des Feldes überlegen, konzentriert, humorlos. Dabei ist der FCL seine Abstiegssorgen noch immer nicht los. Und auf Trainer Fabio Celestini wartet eine knifflige Entscheidung.

Marius Müller, zum zweiten Mal im vierten Spiel dieses Jahres ohne Gegentreffer geblieben, war in aufgeräumter Stimmung. Trotz des Drucks, gewinnen zu müssen, hätten sie nichts anbrennen lassen, lobte der Goalie hinterher die Leistung der Luzerner im Duell der auf den letzten beiden Plätzen liegenden Klubs der Super League (zentralplus berichtete).

Keinen Treffer zuzulassen, war eines der vorrangigen Ziele, die FCL-Trainer Fabio Celestini vor dem Match gegen den zuletzt in die Gänge gekommenen FC Vaduz herausgegeben hatte. Darum schrie der 45-jährige Romand, als sich sein Team eines Angriffs des Tabellenletzten erwehren musste, in der ersten Halbzeit einmal energisch aufs Feld: «Reden, reden.»

Marius Müller und seine Sängerstimme

Dass die Kommunikation unter den Spielern wichtig ist, um defensiv stabil zu bleiben, das weiss Marius Müller nur zu genau. Er ist für gewöhnlich der lauteste Luzerner auf dem Platz, nur fängt er in der kalten Jahreszeit nach geschätzt einer halben Stunde zu krächzen an.

«Wir haben ein nahezu perfektes Spiel abgeliefert.»

FCL-Trainer Fabio Celestini

«Ich habe ja eine Sängerstimme», spasste Müller nach Spielende, kramte in seiner kurzen Goalie-Hose und präsentierte ein Kräuter-Bonbon. «Ich weiss allerdings auch nicht, was gerade mit meinem Sprechorgan los ist.» Die Luzerner Protagonisten haben es sich nach dem klaren Sieg und der dominanten Spielweise redlich verdient, ihre gute Laune zum Ausdruck zu bringen.

Derweil sein Lachen hinter der Maske verborgen war, strahlten seine Augen, als FCL-Trainer Fabio Celestini stolz festhielt: «Wir haben ein nahezu perfektes Spiel abgeliefert.»

Sechs Punkte und kein Gegentor: Das spricht für Schulz

Er hat mit seiner Aufstellung und dem Spielsystem gegen Vaduz zweifellos alles richtig gemacht. Für den nach seiner vierten Verwarnung gelbgesperrten Stefan Knezevic beorderte er Marvin Schulz in die Innenverteidigung.

Der Deutsche bildete mit Marco Burch die zentrale Abwehr der Luzerner. Das FCL-Duo lieferte ein starkes Spiel ab. Nicht nur defensiv schier fehlerfrei, vor allem auch stilsicher in der so wichtigen Spieleröffnung.

Was sagt uns also der Blick auf die vier bisherigen Spiele des FC Luzern im 2021 in der Hauptsache? Sechs der sieben Punkte hat der abstiegsbedrohte Super Ligist mit Marvin Schulz in der Innenverteidigung geholt. Und darüber hinaus beide Male hat der FC Luzern keinen Treffer einstecken müssen.

FCL-Erfolg heisst: Bloss nicht absteigen

Schon beim 3:0 gegen Servette ist Marvin Schulz nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Interimscaptain Lucas Alves in der 19. Minute vom defensiven Mittelfeld in die Innenverteidigung gerückt. Im weiteren Verlauf des Spiels schoss er zwei Tore.

In der Zwischenzeit musste Schulz beim 2:4 gegen Servette, als er bei den ersten beiden Gegentoren einen wegen der Neubesetzung der zentralen Abwehr verunsicherten Eindruck hinterliess, ins defensive Mittelfeld ausweichen. Genauso beim 1:1 im Heimspiel gegen Lugano, als der FCL mit dem soliden Innenverteidiger-Duo Knezevic/Burch wenigstens noch einen Punkt erzielen konnte (zentralplus berichtete).

Die Geschichte scheint logisch und klar: Die Besetzung der zentralen Abwehr entscheidet beim FCL über den Ausgang des nächsten Spiels. Und nur mit Marvin Schulz in der Innenverteidigung kann Celestinis Team in diesem Jahr Erfolg haben. Dabei heisst Erfolg bloss: nur nicht absteigen.

Wieder mit Stefan Knezevic?

FCL-Trainer Fabio Celestini hielt im Nachgang zum diskussionslosen Sieg über Vaduz zwar fest, dass «die Puzzle-Stücke zusammenpassen».

Aber das muss noch nichts heissen. Schon nach dem 3:0-Sieg über Servette hat Celestini die Innenverteidigung der Luzerner ohne Not umgestaltet und Marco Bürki nach etlichen Wochen ohne Spielpraxis reingeworfen. Das Warum bleibt vielleicht für immer ein Geheimnis des FCL-Trainers.

Nun steht die Rückkehr von Stefan Knezevic nach abgesessener Spielsperre ins FCL-Aufgebot bevor. Am Mittwoch heisst der Gegner St. Gallen. Und der spielt eine um ein Vielfaches aktivere Rolle als der FC Vaduz, der sein sportliches Heil aus einer sattelfesten Defensive mit schnellen Gegenstössen zu suchen pflegt.

FCL: Erholung spielt eine wichtige Rolle

Also fragte zentralplus Fabio Celestini: Sie werden Stefan Knezevic gegen St. Gallen kaum aussen vor lassen, oder? Der FCL-Trainer entgegnete unentschlossen und etwas verlegen: «Warum nicht?»

Gleichzeitig schien Celestini in der Szene nicht unglücklich darüber zu sein, vom Luzerner Medienverantwortlichen zum nächsten Interviewpartner dirigiert zu werden.

Man darf in der Diskussion um die richtige Besetzung der zentralen Abwehr und des defensiven Mittelfeldes aber auch nicht ausser Acht lassen: Der FCL hat wegen seiner Corona-bedingten verspäteten Aufnahme der Meisterschaft im 2021 einen dichtgedrängten Wettkampfplan.

Erst zwei englische Wochen hat er hinter sich. Vier weitere bis und mit 13. März folgen noch. Da geht es vor allem auch um Erholung und Rotation der Spieler in der FCL-Aufstellung.

Das macht die Herausforderung für Fabio Celestini, die passenden Puzzle-Teile richtig zusammenzufügen, nicht wirklich einfacher.

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3 Kommentare
  1. Herbert, 15.02.2021, 18:40 Uhr

    Das ist das schöne in Luzern, einmal den Tabellenletzten schlagen und schon sind die Journalisten und die Fans für die nächsten drei Monate wieder glücklich, egal was passiert. In Luzern werden eben keine hohen Ansprüche gestellt, das sieht man jetzt wieder in allen Zeitungen nur Euphorie wegen einem Sieg.

    1. Redaktion Andreas Ineichen, 16.02.2021, 01:41 Uhr

      Ich kann Ihnen versichern, dass meine Lebensqualität nicht von den Resultaten des FC Luzern abhängig ist. Zudem möchte ich Sie darauf hinweisen, dass der Satz zu Beginn meines Artikels «Dabei ist der FCL seine Abstiegssorgen noch immer nicht los» nicht unbedingt mit angeblicher Euphorie vereinbar ist.

  2. Mac Tanner, 15.02.2021, 08:18 Uhr

    Leute, bitte…… Als sei ein 4:0 gegen das nicht Super League taugliche Vaduz eine Auferstehung?!? Und morgen die Champions League?

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