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Prügelei am Zuger Seeufer: Obergericht verschärft die Strafen
  • Gesellschaft
Die Party-Meile Alpenquai in Zug: Hier kam es zu der brutalen Schlägerei. (Bild: Archivbild)

IV-Bezüger erpresst Prügelei am Zuger Seeufer: Obergericht verschärft die Strafen

2 min Lesezeit 1 Kommentar 02.04.2020, 05:03 Uhr

Eine Gruppe von Kosovaren hat im April 2018 zwei Schweizer beim goldenen Kiosk am See zusammengeschlagen. Das Zuger Obergericht hat die Schuldsprüche nun bestätigt – und die Strafen erhöht.

Die Tat hat im April 2018 für Aufsehen gesorgt. Zwei junge Männer waren auf dem Nachhauseweg von Zug in Richtung Cham am Seeufer auf der Höhe des goldenen Kiosks spitalreif geschlagen worden (zentralplus berichtete).

Auslöser der brutalen Tat soll ein Streit um 100 Franken Schulden gewesen sein. Klar ist: Nach einem anfänglich verbalen Disput artete der Streit aus. Dem Hauptbeschuldigten wird vorgeworfen, er habe seinem Opfer ins Gesicht geschlagen und ihn, als er schon am Boden lag, auch noch mit den Füssen traktiert.

Aus Sicht des Strafgerichtes hat er sich damit einer versuchten schweren Körperverletzung schuldig gemacht (zentralplus berichtete). Das Zuger Obergericht kommt nun zum gleichen Schluss.

Obergericht erhöht die Strafe um sieben Monate

Sowohl der Beschuldigte als auch die Staatsanwaltschaft hatten den Entscheid des Strafgerichts angefochten. Neben der Körperverletzung hatte das Obergericht auch darüber zu entscheiden, ob sich der Hauptbeschuldigte zudem der fortgesetzten Erpressung schuldig gemacht hat.

Die Staatsanwaltschaft wirft ihm nämlich vor, einen körperlich und geistig beeinträchtigten Mann wiederholt dazu gezwungen zu haben, ihm Geld zu geben – direkt und via Mittelsmann.

Das Obergericht sieht das genauso. Der Beschuldigte habe die Schwächen seines Opfers «egoistisch und rücksichtslos ausgenützt und diesem mehr als die Hälfte seines ohnehin geringen Verdienstes abgenommen», heisst es im Entscheid. Der Mann ist ein IV-Bezüger. Das Obergericht erhöht die Gesamtstrafe insgesamt um sieben Monate auf drei Jahre und elf Monate.

Genugtuungszahlungen für die Opfer

Auch die beiden Mitbeschuldigten werden härter bestraft. Der Mittäter, der sich ebenfalls der versuchten schweren Körperverletzung schuldig gemacht hat, wird mit einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und neun Monaten bestraft. Ein Jahr wird vollzogen, der Rest zur Bewährung ausgesetzt.

Der Dritte im Bunde hat sich aus Sicht des Obergerichts «nur» der versuchten einfachen Körperverletzung schuldig gemacht. Er soll für elf Monate hinter Gitter. Alle drei werden solidarisch verpflichtet, ihren Opfern eine Genugtuung von 5000 bzw. 3000 Franken zu bezahlen. Der Entscheid ist noch nicht rechtskräftig.

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1 Kommentare
  1. Bashkim, 02.04.2020, 12:50 Uhr

    Ich bin selber Kosovare, wer gewalttätig wird sollte auch dafür hart bestraft werden. (Punkt)

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