Prüdes Zug? Von wegen! Diese fünf Sex-Typen tummeln sich im Internet
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Für ein schnelles Quickie, Sexabenteuer oder einen Seitensprung greifen nicht wenige Zugerinnen auf Sexforen zurück. (Symbolbild: Dainis Graveris/Unsplash)

Für Seitensprung, schnellen Parkplatzsex & Abenteuer Prüdes Zug? Von wegen! Diese fünf Sex-Typen tummeln sich im Internet

4 min Lesezeit 02.02.2021, 19:47 Uhr

In den Tiefen des Internets findet man so einiges – Anzeigen für erotische Stunden zu zweit, schnellen Sex oder einen Seitensprung inklusive. Gerade auch die vermeintlich prüden Zuger tummeln sich gerne auf solchen Sexforen. Wir haben uns für euch durchgeklickt – rein zu Recherchezwecken natürlich.

Im reichen Kanton Zug, da geht es gesittet und geordnet zu und her, könnte meinen, wer durch die Strassen schlendert.

Doch was sich auf den Parkplätzen und im Inneren der Häuser – genauer gesagt: in den Schlafzimmern – abspielen dürfte, hat mit Prüderie gar nichts zu tun.

Deswegen laden wir zum virtuellen Rundgang in Schweizer Sexforen, wo wir uns durch die Annoncen der Zugerinnen und Zuger geklickt haben.

Für Parkplatzsex und ein wenig Taschengeld

Nach einer Google-Suche mit vielen verruchten Wörtern und dem Schlagwort «Zug» landen wir auf der Seite «Privateliste». Die jüngste Annonce aus Zug wurde vor wenigen Minuten geschaltet. Eine Frau – «glücklich verheiratet» – sucht eine «Freundin+». Für plaudern, lachen – «und warum nicht (?) …». Sie bezeichnet sich als bi-neugierig. Ist also heterosexuell, aber auch offen für sexuelle Aktivitäten mit Partnern desselben Geschlechts.

Auf der Seite finden wir neben deutschen und österreichischen Sexkontakten eine Flut an Annoncen aus der Schweiz – und aus dem Kanton Zug. Interessierte, die hier einen Steckbrief zu ihrer Person ausfüllen. Neben Alter, Familienstand, Körperbau und Aussehen wird meistens auch die sexuelle Neigung angegeben.

Ein 20-jähriger Zuger sucht eine schnelle Nummer, konkret gesagt: «schönen Parkplatzsex». Eine Dame (49-jährig, aber «jünger aussehend») sucht einen grosszügigen Gentleman, «sehr gerne devot», der ihr auch gleich «ein schönes TG» zur Verfügung stellt. Die Welt der Sexannoncen funktioniert mit vielen Abkürzungen, wie wir schnell herausfinden. Die Frau möchte für ihre Zeit Geld: «TG» bedeutet «Taschengeld».

Tageslichttaugliche Männer und Damenwäscheträger

Eine andere mysteriöse Abkürzung, die wir erst nach entsprechender Google-Recherche entschlüsseln können, ist «DWT» – und bedeutet «Damenwäscheträger». Hier sucht ein Mann Sex mit einem anderen Mann. In der Annonce hat der «DWT» auch gleich ein Bild gepostet – in Nylonstrümpfen, mit einem rosafarbenen BH und einem wirklich, wirklich kurzen Minirock. Erst beim genaueren Betrachten erkennen wir, dass er auch gleich sein bestes Stück entblösst.

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Auch «tageslichttauglich» ist ein Begriff, auf den wir mehr als einmal stossen. Damit scheinen sich die Schreiber der Kontaktanzeigen auf einer Attraktivitätsskala einzuordnen – vermutlich weder Beau noch völlig unattraktiv.

Andere kommen gleich zur Sache und verlieren keine Zeit mit schwammigen Wörtern. Er sei «gut bestückt», rühmt sich einer; ein anderer bezeichnet sich als Mann «mit wenig Tabus und viel Stehvermögen».

Die fünf Arten von Typen, die man in den meisten Formen findet

Nach einigen Minuten auf den verruchten Foren können wir die meisten Typen in folgende Kategorien einteilen:

  • Die Profis: Wie beispielsweise der «erfahrene Meister», der interessierte und «willige Frauen» in die Welt des BDSM einführen will (erneut eine Abkürzung, sie steht für Sado-Maso-Praktiken).
  • Die Untreuen: Wie ein verheirateter Mann, der montags und dienstags «Tagesfreizeit» hat und regelmässige Dates mit Frauen – «es dürfen sich gerne auch 2 Frauen melden» – sucht.
  • Die Unerfahrenen: Wie ein 18-Jähriger, der «mega unerfahren im Sex» ist, der Frauen sucht (Alter und Aussehen egal), «die mir öppis chan bibringe».
  • Die Einsamen: Viele von ihnen geschiedene Männer, die sich nach etwas Zärtlichkeiten oder Sexabenteuern sehnen.
  • Die Abenteuerlustigen: Die für spezielle Sexfantasien ein passendes Pendant suchen.

«Swingersville» Zug

Über Google findet man insbesondere auch viele Kontaktanzeigen im Swingerbereich. Nicht umsonst wird Zug wohl auf dem Blog «Zug.Rocks» als «Swingersville» bezeichnet. Als Swinger werden Menschen bezeichnet, die sich an Swingerpartys, in Swingerclubs oder an privaten Treffen sehen, um Gruppensex zu haben, den Partner auszutauschen oder als Paar vor anderen Sex zu haben.

Wer sich hier durch alle Annoncen klicken will, sollte sich erst eine Kanne Kaffee bereitmachen. Nach einigen Treffern landen wir auf einer Plattform, auf der über zehn Seiten voll sind mit Annoncen aus Zug. Auch hier gibt’s jeweils ein Steckbrief, wo ein Feld tatsächlich die Grösse der Brüste oder des Penis beinhaltet – oder ob man untenrum behaart, getrimmt oder glattrasiert ist.

Auch viele Frauen suchen auf den Foren ein wenig Spass und Zärtlichkeiten

Selbstverständlich suchen auch Frauen ihr Glück in den Foren. Viele Zugerinnen versuchen auf Sexkontaktelive.com ihr Glück. Die jüngste Anwärterin aus Zug ist 22-jährig, die meisten befinden sich aber in den 40ern und suchen «einfach nur Spass, Spass und noch viel mehr Spass». Die meisten sind für «vieles offen», auf der Suche nach unkomplizierten Kontakten oder diskreten erotischen Stunden.

Hier nennen sich die Frauen «SexxBiene», «Hardcorina» und «Kussnella», die Männer eher «Spitzecheib», «Geilerstecher67» oder «Cowboy6912». Ein Zuger schreibt in seiner Beschreibung: «Ich seh zwar nicht ganz so toll aus wie George Clooney, bin auch nicht so klug wie Albert Einstein oder so witzig wie Marco Rima, aber ich suche ja auch keine Angelina Jolie.»

Tja dann: bonne chance!

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