Prostituierte von der Corona-Krise an den Rand der Existenz gedrängt
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Wegen der Corona-Krise haben viele Sexarbeiterinnen nicht nur ihre Arbeit, sondern auch ihre Unterkunft verloren. (Bild: Adobe Stock)

Arbeit und Unterkunft verloren Prostituierte von der Corona-Krise an den Rand der Existenz gedrängt

2 min Lesezeit 2 Kommentare 06.04.2020, 07:38 Uhr

Sexarbeiterinnen wohnen in der Regel in den Etablissements, in denen sie auch arbeiten. Als diese wegen der Corona-Krise geschlossen wurden, verloren sie nicht nur die Arbeit, sondern teils auch die Unterkunft. Und das Geld für eine Heimreise fehlt.

Der Verein Lisa setzt sich ein für die Verbesserung der Lebens- und Arbeitssituationen von Sexarbeitenden in Luzern. Geschäftsführerin Brigitte Snefstrup ist sehr besorgt über die Situation, in denen sich die Sexualarbeiterinnen in Luzern derzeit befinden.

Von den aktuellen Corona-Massnahmen sind sie stark betroffen. «Die Frauen haben von einem Tag auf den andern ihre Arbeit und damit ihre Existenzgrundlage verloren», sagt Snefstrup in der «Luzerner Zeitung». Mehrheitlich seien es Migrantinnen, die in Betrieben oder auf der Strasse arbeiten. «Den meisten fehlt es an einem Arbeitsvertrag, sie haben keinen Arbeitnehmerschutz.»

Der Strassenstrich im Ibach ist menschenleer

Mit der Schliessung der Etablissements haben viele Frauen nicht nur ihr Einkommen, sondern auch ihre Unterkunft verloren. Der Verein hat bereits einigen Frauen die Heimreise organisieren können. Es sei dringend nötig, dass jetzt schnell und unbürokratisch geholfen werde, findet Snefstrup. Vermieter sollten von den Behörden aufgefordert werden, die Frauen trotz geschlossenem Betrieb gratis oder zumindest günstig weiter dort wohnen zu lassen. Die Berner Regierung habe dies bereits getan.

Auch der Strassenstrich im Ibach ist geschlossen. «Wir haben vor rund zwei Wochen bei den Sexarbeiterinnen vorgesprochen und ihnen empfohlen, in ihre Heimatländer zurückzukehren» sagt Christian Bertschi, Sprecher der Luzerner Polizei in der «LZ». «Seither patrouillieren wir regelmässig, sowohl im Ibach wie auch an anderen Orten der Prostitution. Wir stellen so gut wie keine Personen mehr fest an diesen Orten.»

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2 Kommentare
  1. Theo Kursfeld, 06.04.2020, 09:12 Uhr

    Ich unterstütze die Massnahmen des BAG voll und ganz! Gesundheit kommt vor den wirtschaftlichen Interessen und Zwängereien gewisser verblendeten sogenanten Politikerinnen und Politiker. Oder braucht es 3000 Tote, bis die die Sachlage begreifen? Hoffentlich lässt sich der Bund nicht erweichen und verlängert die Massnahmen! Auch der unnötige Autoverkehr müsste eingeschränkt werden.

    1. Peter Bitterli, 07.04.2020, 02:27 Uhr

      Ja. Zackzack. Und ich sähe gerne auch die unnötigen Urdinkel-Brötchen verboten. Ausserdem müsste Karthago zerstört werden.

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