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Projekt Weinhalde: Verantwortliche wehren sich gegen Vorwürfe
  • Regionales Leben
Auf dem Areal Weinhalde in Kriens sollen drei Gebäude entstehen (Bildmitte). (Bild: Werner Baumgartner & Partner AG)

Umstrittene Überbauungspläne Projekt Weinhalde: Verantwortliche wehren sich gegen Vorwürfe

3 min Lesezeit 8 Kommentare 27.06.2020, 14:00 Uhr

Die Weinhalde in Kriens soll umgezont werden. Das stösst bei den Grünen auf Kritik. Nun kontern die Projektverantwortlichen.

Die Weinhalde am Sonnenberg in Kriens ist ein Streitthema: Der Krienser Stadtrat will das Gebiet umzonen und so eine Überbauung möglich machen (zentralplus berichtete). Bisher fiel die Weinhalde unter die Kategorie «Übriges Gebiet B», wo Bestimmungen der Landwirtschaftszone gelten. Für das Bauvorhaben müssten Bäume gefällt werden.

Die Grünen stellten sich bereits im Oktober gegen die Pläne des Stadtrats. Sie verlangten, dass erst über die Initiative «Einzonungsmoratorium für 15 Jahre» entschieden wird. Das Komitee «Vernünftiges Wachstum Kriens», das Anwohner, die Grünen Kriens, die IG attraktives Kriens und einen ehemaligen SVP-Einwohnerrat umfasst, hat zudem eine Unterschriftensammlung für ein Referendum gestartet. Das Komitee ist der Ansicht, dass Kriens zu schnell wachse und noch genug freies Bauland zur Verfügung stehe. Ausserdem fürchtet man mehr Verkehr im Quartier (zentralplus berichtete).

Gerodetes Waldstück wird anderswo aufgeforstet

Jetzt nehmen die Verantwortlichen erstmals Stellung. Die Projektentwickler werfen dem Komitee vor, Halbwahrheiten zu verbreiten. «Für die beschriebene Angst vor mehr Autos gibt es keinen Anlass», schreibt Werner Baumgartner von Werner Baumgartner & Partner AG. Das Mobilitätskonzept für die Überbauung sei «äusserst fortschrittlich» und «schweizweit einzigartig, schont die Umwelt und reduziert Parkplätze und Autoverkehr». Geplant ist, Angebote wie Carsharing, E-Roller, und E-Bikes zur Verfügung zu stellen. Stockwerkeigentümer sollen ausserdem höchstens 1,5 Parkplätze pro Wohnung zur Verfügung haben.

Es stimme auch nicht, dass «eine grössere Waldfläche» gerodet werden müsse. Für eine 6,5 Meter breite Strasse müsste eine Schneise durch den Oberhusrain-Wald gezogen werden. Somit würden rund 133 Quadratmeter an Waldfläche verschwinden, «was definitiv keine grössere Fläche ist und das Amt für Raum und Wirtschaft des Kantons Luzern sogar als Kleinstfläche quantifiziert». Die gerodeten Bäume würden zudem entlang des Hobacherwaldes «vollumfänglich aufgeforstet». Dabei werde auch Wert auf Biodiversität und Artenvielfalt gelegt.

Um eine Strasse bauen zu können, müssen Bäume weichen. Sie sollen aber aufgeforstet werden.

Dass die Weinhalde Landwirtschaftsland sei, stimme so nicht. «Das Areal ist eine Reservezone, über dessen Nutzung noch bestimmt werden muss», erklärt Baumgartner. Schon 2013 sei eine Einzonung zur Diskussion gestanden. Für landwirtschaftliche Nutzung sei der Hang mitten im Siedlungsgebiet nicht geeignet.

«Die Einzonung nun in letzter Minute mit Halb- und Unwahrheiten zu verhindern, verstösst klar gegen das Prinzip von Treu und Glauben.»

Werner Baumgartner

Für die Gärtnerei, die den Hang in der Vergangenheit genutzt hatte, habe man eine Zukunftslösung gefunden. «Die Grundstückeigentümer und ich als dessen Vertreter haben in den letzten sechs Jahren in enger Zusammenarbeit mit der Stadt Kriens eine mustergültige Planung durchgeführt und viel Zeit, Geld und Herzblut in das qualitativ hochstehende Projekt investiert. Die Einzonung nun in letzter Minute mit Halb- und Unwahrheiten zu verhindern, verstösst klar gegen das Prinzip von Treu und Glauben», schreibt Baumgartner.

Das Projekt Weinhalde umfasst 45 Eigentumswohnungen auf drei Gebäude verteilt, eine Einstellhalle und Grünfläche. Kommt das Referendum zustande, hat das Volk das letzte Wort. Baumgartner betont: «Die Weinhalde ist ein Projekt von Kriensern für Krienser. Planung und Umsetzung erfolen durch eine Krienser Firma, beim Bau würden Unternehmen aus Kriens berücksichtigt.

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8 Kommentare
  1. Ercolani Enrico, 01.07.2020, 11:51 Uhr

    50 bis 70% mehr Steuereinnahmen
    EIGENTUMSWOHNUNGEN WEINHALDE KRIENS

    Nach der letzten Einwohnerratssitzung bin ich erst recht davon überzeugt, dass die geplante Überbauung unbedingt realisiert werden sollte. Folgende Fakten sind für mich massgebend:

    Die Finanzlage von Kriens ist desaströs! Im Einwohnerrat haben sich ausser der FDP alle Parteien für eine Steuererhöhung ausgesprochen! In Kriens brauchen wir mehr Einnahmen. Auf die Grundstückgewinnsteuern die aus dem Verkauf von Eigenheimen und die zu erwartenden Steuereinnahmen der Wohnungskäufer, können und dürfen wir nicht verzichten. Wenn Sie, wie die FDP keine Steuererhöhung wollen, müssen wir nebst Sparmassnahmen auch für mehr Steuereinnahmen sorgen! Dies, wenn immer möglich, ohne Steuererhöhung! Das hervorragende, familienfreundliche Projekt Weinhalde, dem vom Einwohnerrat mit 20:6 Stimmen zugestimmt wurde, ist ein Mosaikstein für bessere Finanzen in Kriens denn, Eigenheime bringen pro Einheit im Durchschnitt 50 bis 70% mehr Steuereinnahmen als Mietwohnungen.

    Wir wollen darauf nicht verzichten!
    Enrico Ercolani FDP Einwohnerrat Kriens

  2. Reno Zimmerli, 29.06.2020, 14:25 Uhr

    Das Referendumskomitee und die Grünen Kriens wollen den Bau der Weinhalde unter allen Umständen verhindern. Dazu werden aktuell auch falsche Behauptungen publiziert und in den Raum gestellt. Beweis dafür ist beispielsweise die falsche Behauptung, dass es sich bei der Weinhalde um Landwirtschaftszone handelt.

    Erstaunlich ist doch, dass die beiden wichtigsten parlamentarischen Vertreter der Grünen Kriens am Ende des Oberhusrain wohnen. Sie sind Anstösser und wohnen in ihren Eigentumswohnungen an der Siedlungsgrenze des Sonnenbergs mit Blick über ganz Kriens. Da darf man sich schon fragen, was ihr Interesse ist, diese Lagequalitäten anderen Menschen zu verweigern. Ein Schelm, wer sich böses dabei denkt… Spannend ist auch, dass die Anwohner der oberen und unteren Weinhalde vom Projekt begeistert sind und dieses breit unterstützen.

    Es wäre aus rechtlicher und raumplanerischer Sicht sehr bedauerlich, wenn ausgerechnet ein sorgfältig erarbeitetes Projekt inmitten des Siedlungsgebiets, Falschaussagen zum Opfer fallen würde.

    1. Kasimir Pfyffer, 30.06.2020, 11:57 Uhr

      „Spannend ist auch, dass die Anwohner der oberen und unteren Weinhalde vom Projekt begeistert sind und dieses breit unterstützen.“
      Aha, soso. Gibt es für diese atypische „Unterstützung“ auch Belege? Wohnen in der Weinhalde zum Beispiel besonders viele Menschen, die das lästige unverbaute Land loshaben wollen und sich auf mehr Beton und Verkehr freuen? Und die das sogar noch freudig kundtun?
      Jetzt sind WIR gespannt!

  3. Kasimir Pfyffer, 29.06.2020, 10:23 Uhr

    Was für ein Gejammer von der Betonfraktion. Kriens wird niemals die „guten Steuerzahler“ (ein feuchter Traum der Bürgerlichen) anziehen. Die wohnen lieber an einem schönen Ort mit gesunden Finanzen und funktionierender Verkehrsanbindung.
    Es ist auch nicht die Aufgabe der Regierung und des Parlaments, der Baulobby den roten Teppich auszurollen. Wie katastrophal sich das auf das Ortsbild auswirkt, sehen wir ja seit über 20 Jahren. Kriens hat beste Chancen, in der Wikipedia den Eintrag „Bausünde“ anzuführen.

    1. Hans Hafen, 29.06.2020, 13:28 Uhr

      Die Pilatus-Arena, Halter-Eberli aus Sarnen schickt beste Grüsse und dankt herzlich, setzt diesem ganzen Fiasko noch die schauerliche Krone des blanken Entsetzens auf! Offensichtlich können die Krienser StimmbürgerInnen noch immer nicht eins und eins zusammenzählen!

  4. Koller Martin, Grossfeldstrasse 11, 6010 Kriens Präsident HEV Kriens, 29.06.2020, 09:21 Uhr

    „Die Eigentümerfamilie arbeitet seit vielen Jahren gemäss den Vorgaben der Planungskommission, in welcher auch die Grünen vertreten sind, an diesem Projekt. Es ist nicht in Ordnung, wenn die gleichen Grünen nun nach bald 6 Jahren Arbeit ein ökologisch ausgewogenes, massvolles und gutes Projekt mitten im Siedlungsgebiet bekämpfen. Wenn nicht hier mitten in einem Wohnquartier, wo dann? Selbst die Umweltorganisationen sind dafür. Oder wollen wir die nächsten Jahrzehnte Ruinen einer Gärtnerei anschauen?“

  5. M. Geiser, 27.06.2020, 20:00 Uhr

    Kriens platzt eh schon aus allen Nähten!
    Die Luzernerstrasse schluckt den Verkehr kaum noch.
    Die Waldrodung entzieht dem Quartier für immer Wohnqualität.
    Das Naherholungsgebiet Sonnenberg ist bereits an der Limite zu einem Vergnügungspark zu verfallen, die Natur leidet.

    Für ein paar Wenige die auch z.T. nur kurzfristig profitieren.
    Das gerechtfertigt die Mehereinnahmen an Steuergeldern nicht, das Land die Wohnqualität ist für ewig verloren.

    1. Der Obernauer, 28.06.2020, 10:16 Uhr

      Ganz meine Meinung .. Die gleiche Leier wie immer; wir brauchen die reichen Steuerzahler um die Gemeinde zu Retten.
      Das ist die Motivation von Stadtrat und dem Abnickerparlament … Sie wird zum X-ten Mal in die Hose gehen … Geld ersetzt nicht Lebensqualität…

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