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Private sollen Asylsuchende aufnehmen

2 min Lesezeit 15.09.2015, 14:35 Uhr

Die Luzerner Regierung prüft, ob neu auch Privatpersonen Asylsuchende aufnehmen könnten. Dies, obschon sie erhebliche Zweifel am Erfolg dieser Idee hat.

«Der Regierungsrat wird aufgefordert, die Unterbringung von Flüchtlingen und Asylsuchenden bei Privaten, die sich freiwillig dafür melden, zu ermöglichen.» So lautet die Forderung der Grüne-Kantonsrätin Michèle Bucher, die an diesem Dienstag im Kantonsrat behandelt wurde. Ergebnis: Das Postulat wurde – ganz im Sinne der Regierung – vom Rat klar mit 97:14 Stimmen als erheblich überwiesen.

Laut Regierung ist die Unterbringung von Asylsuchenden bei Privaten eine Möglichkeit, die einer schnellen gesellschaftlichen Integration förderlich sein kann. Der Kanton prüfe diese Unterbringungsform bereits. Jedoch sei eine genau Abklärung der Umstände und Verantwortlichkeit absolut zwingend.

Unter Umständen «sehr problematisch»

Geklärt werden müssen laut Regierung etwa die Motive der Gastgeber sowie das konkrete Wohnangebot. Die Regierung warnt dabei vor übertriebenen Hoffnungen. Sie schreibt in ihrer Antwort auf das Postulat Bucher von «sehr grossen Herausforderungen» für die Gastgeber, da viele Flüchtlinge traumatisiert seien. Auch würden Erfahrungen aus anderen Kantonen zeigen, dass solche Wohnformen «sehr problematisch» sein können. «Unterschiedliche Kulturen und insbesondere Wertvorstellungen und Ansprüche treffen aufeinander.» Das habe sich zuletzt etwa während des Kosovo-Krieges gezeigt. Aus diesen Gründen verzichte bis heute auch Caritas Luzern auf die Zusammenarbeit mit privaten Gastgebern.

Nicht so die Schweizerische Flüchtlingshilfe (SFH). Sie hat ein entsprechendes Projekt dem Kanton Luzern offeriert. Doch dieser will aufgrund der grossen Vorbehalte zuerst abwarten, wie ein Pilotprojekt des SFH im Kanton Waadt ausfällt. Zudem mahnt die Luzerner Regierung vor «Parallelstrukturen», die mit diesem Projekt aufgebaut würden, sowie zusätzlichen Kosten.

Trotzdem ist sie bereit, das Anliegen nun erneut zu prüfen.

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