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Leserbrief zur Zuger Wohnrauminitiative Preisgünstig heisst, dass Vermieter wenig Rendite erzielen

1 min Lesezeit 24.04.2017, 22:07 Uhr

In der Debatte um die «Initiative für bezahlbaren Wohnraum» wird darum gestritten, wieviel preisgünstige Wohnungen es im Kanton Zug gibt. Sophia Moczko aus Cham ruft in ihrem Leserbrief in Erinnerung, was «preisgünstig» überhaupt bedeutet und schreibt, warum Wohnbaugenossenschaften im Kanton Zug so dringend Land brauchen.

Die Gegner der Initiative für bezahlbaren Wohnraum haben offensichtlich nicht verstanden, dass «preisgünstiger» nicht dasselbe wie «sehr günstiger» Wohnraum ist. Die gemeinhin anerkannte Definition «preisgünstig» des Bundesamtes für Wohnungswesen (BWO) orientiert sich am Prinzip der Kostenmiete, gemäss welchem Vermietende nur geringfügige Renditen erzielen dürfen. Dies entspricht im Übrigen dem schweizerischen Mietrecht, welches eine Marktmiete ausschliesst und nur einen angemessenen, beschränkten Gewinn erlaubt. (Das Bundesgericht definiert einen angemessenen Gewinn als 0,5% über dem Referenzzinssatz.)

Normalverdienende profitieren vom preisgünstigen Wohnraum

«Preisgünstig» heisst also, dass die Vermietenden nur einen geringen Gewinn erzielen dürfen und berücksichtigt die lokalen Begebenheiten. Jene Anbieter, die preisgünstigen Wohnraum errichten, wie Wohnbaugenossenschaften, kennen diese Richtlinien und bauen in ihren Projekten Siedlungen für den Mittelstand. Dies ist nicht nur in den Städten Zürich und Luzern, wo ähnliche Initiativen angenommen wurden, der Fall, sondern auch im Kanton Zug.

Damit mehr Wohnraum für den Mittelstand entsteht – auch bei Renovationsprojekten –, muss den Wohnbaugenossenschaften Zugang zu Land sichergestellt werden. Dieses geht heutzutage vorwiegend an die Meistbietenden, welche die grösstmögliche Rendite erzielen wollen (wider den Bestimmungen des Mietrechts!) und Wohnungen für Superreiche bauen. Um diesen Trend zu stoppen und den Normalverdienenden ausreichend bezahlbaren Wohnraum anzubieten, braucht es die kantonale Initiative für mehr bezahlbaren Wohnraum.

Sophia Moczko, Cham

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