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Post setzt in Zug auf Abholfächer – nur weiss es kaum einer
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Filialleiterin Ruth Bühler versuchte in der Metalli, die «moderne» Post unters Volk zu bringen. (Bild: sib)

Gleich zwei Abholstellen verstecken sich Post setzt in Zug auf Abholfächer – nur weiss es kaum einer

4 min Lesezeit 18.05.2018, 17:49 Uhr

Die Post betreibt in Zug seit gut zwei Jahren zwei Automaten, bei denen man rund um die Uhr Pakete aufgeben oder abholen kann. Das Problem ist nur: Bei der Bevölkerung scheint dieses Angebot noch nicht wirklich angekommen zu sein.

Wer am Freitag durch die Zuger Metalli schlenderte, konnte die Informationsstände der Post kaum verfehlen. Die gelbe Institution tourt momentan durch die Schweiz und mischt sich unter das Volk. Hauptaufgabe für die Angestellten vor Ort war es, den Leuten die neuen physischen und digitalen Angebote näherzubringen, die die abgebauten Poststellen kompensieren sollen.

So standen vier Bildschirme in einem angedeuteten Halbkreis auf dem Platz vor der Migros und warteten auf interessierte Passanten. Einer der Monitore sollte dabei den Leuten die «My Post 24»-Automaten näherbringen. «Dabei können die Kunden rund um die Uhr Pakete adressieren, abholen und aufgeben», sagt Ruth Bühler, Leiterin des Filialgebiets Zug bei der Post. «Schweizweit sind es bereits über 100 solcher Anlagen», erklärt Markus Flückiger, regionaler Kommunikationsverantwortlicher bei der Post. Bis ins Jahr 2020 soll die Zahl verdoppelt werden.

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Gut versteckt steht er da

«Im November 2015 haben wir in Zug den ersten ‹My Post 24›-Automaten in Betrieb genommen», so Flückiger. Der Automat steht gut versteckt an der Dammstrasse 22 in unmittelbarer Nähe von Amgen, Swiss Life und Biogen. Gleich dahinter steht das Siemens-Parkhaus. Sucht man nicht explizit nach den Postfächern, droht man sie glatt zu übersehen.

Hätten Sie es gewusst? Ein My Post 24-Automat steht hinter dem Siemens-Parkhaus.

Hätten Sie es gewusst? Ein «My Post 24»-Automat steht hinter dem Siemens-Parkhaus.

(Bild: sib)

Aber bei diesem Standort blieb es nicht für die 24-Stunden-Automaten in Zug. Nur fünf Monate später wurde mit dem Zuger Bahnhof ein zweiter Standort eingeweiht, wo die Päckli jederzeit abgeholt und aufgegeben werden können. Dieser steht ebenfalls an der Dammstrasse. Bis 2020 sollen noch drei bis sechs weitere Standorte im Kanton folgen. Auf dem Papier ist die Stelle am Bahnhof ideal, um vom Passantenstrom profitieren zu können.

Zwischen Taxis und Fahrschulautos

Doch: Die gelben Fächer sind beim Hinterausgang des Bahnhofs platziert. Dort, wo Taxis, Mobility- und Fahrschulautos jeweils aneinander vorbei manövrieren. «Ein bisschen versteckt», wie Franz Nyffeler, Leiter Betrieb Filialgebiet Zug, bemerkt. Immerhin stelle es dort kein Problem dar, das Paket mit dem Auto abzuholen. Beliebig gross kann das Paket im Fach jedoch sowieso nicht sein. Sprengt es den Rahmen, muss man es bei der nächstgelegenen Poststelle abholen. In Zug ist dies jene im Laubenhof vis à vis der Metalli.

«An der Street Parade in Zürich wird dieses Angebot sehr oft wahrgenommen.»

Franz Nyffeler, Leiter Betrieb

Nyffeler scannt am Automaten seinen Badge und wir erhalten einen Einblick, wie viele Fächer momentan belegt sind. Es sind dies geschätzt fünf Prozent, womit auch schon das Problem der 24-Stunden-Automaten offenbart wird. Sie sind in der Zuger Bevölkerung noch nicht wirklich angekommen. Auch wenn Flückiger sagt: «Die ‹My Post 24›-Automaten bewähren sich in der Stadt Zug bereits seit einigen Jahren.»

Es gebe auch selten Probleme mit dem System, so Flückiger. Er führt dies auf die einfache Bedienung zurück. 

Zug scheint eine Street Parade zu fehlen

Direkt neben den Postfächern am Bahnhof befinden sich die Schliessfächer der SBB. Ein Angebot, das auch die Post zur Verfügung stellt. Denn die Fächer können auch für maximal eine Woche als Aufbewahrungsort benutzt werden. Ähnlich wie bei den Fächern der SBB variieren die Preise, je nachdem, wie lange man das Fach besetzt. «An der Street Parade in Zürich wird dieses Angebot sehr oft wahrgenommen», sagt Nyffeler, «um allerlei persönliche Gegenstände dort zu deponieren.» Nur hat Zug eben keine Street Parade.

Kein Ort, der zum Verweilen einlädt: Die Abhol-Station beim Bahnhof neben den SBB-Schliessfächern.

Kein Ort, der zum Verweilen einlädt: Die Abholstation beim Bahnhof neben den SBB-Schliessfächern.

(Bild: sib)

Trotzdem hält Flückiger fest: «Die Nutzungszahlen der Automaten sind steigend.» Es scheinen aber noch gewisse Berührungsängste vorhanden zu sein oder die Leute hätten das Gefühl, die Handhabung sei zu komplex, mutmasst Nyffeler, weshalb die Automaten trotz auffallender Farbe auch nach zwei Jahren immer noch etwas verloren dastehen.

Dies erinnert an das Self-Scanning in den Supermärkten: Eine Grundskepsis muss erst besiegt werden. «Man muss es einfach einmal ausprobiert haben. Dann merkt man, wie einfach es ist», wie es Nyffeler formuliert. Einfacher, als die Leute für das Automatenangebot an Bord zu holen, wie es scheint.

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