Posse um historisches Gittertor in Luzern
  • Regionales Leben
Der Lieferwagen riss Teile des Tors mit sich. (Bild: Leserreporter)

Vom Heli-Flug bis zum eingeklemmten Lkw Posse um historisches Gittertor in Luzern

3 min Lesezeit 4 Kommentare 30.08.2021, 11:58 Uhr

Wegen eines Missgeschicks ist das schützenswerte Eisentor bei der Villa Musegg seit Anfang August verschwunden – und wird es wohl noch länger bleiben. Ärgerlich ist diese Geschichte vor allem für die Betreiberin der Buvette im Park der Villa. Denn diese musste wegen des Tors tief ins Portemonnaie greifen.

Die Meldung, dass ein Lieferwagen in einem zu schmalen Gittertor hängen bleibt und weder vorwärts noch rückwärts fahren kann, ist nicht alltäglich. Anfang August geschah dies bei der Villa Musegg, als ein Lieferwagen das Bistro Mes Amis im Park der Villa beliefern wollte (zentralplus berichtete).

Weil das Zufahrtstor allerdings zu schmal war für den Lastwagen, blieb er darin stecken und riss die Betonsockel um, auf denen die gusseiserne Konstruktion montiert war. Die Polizei musste ausrücken, um das Gittertor komplett zu entfernen und so das Fahrzeug zu befreien.

Wie sich in der Folge herausstellte, handelte es sich beim beschädigten Tor aber nicht um irgendein Tor. Denn das Eingangsgitter zur Villa Musegg ist im kantonalen Bauinventar als «schützenswert» eingestuft und somit von besonderem historischem Wert. Deswegen wird die Reparatur des Gittertors kompliziert. Wie Thomas Schmid vom Strasseninspektorat der Stadt Luzern gegenüber zentralplus sagt, handle es sich beim kaputten Tor um einen aussergewöhnlichen Schaden. Dessen Reparatur müsse nun gemeinsam mit der kantonalen Denkmalpflege sorgfältig geprüft werden.

Mittlerweile wurde das historische Gittertor komplett entfernt.

Tor verursachte grosse Mehrkosten

Nun steht das Tor schon seit drei Wochen nicht mehr. Das wird wohl für eine ganze Weile noch so bleiben. Denn gemäss Thomas Schmid werde sich der Prozess der Reperatur in die Länge ziehen. Ein solcher Schaden könne nicht innerhalb einer oder zwei Wochen behoben werden. Stattdessen müsse zuerst geprüft werden, ob und wie das Tor repariert wird. Bis die Stadt das Tor wieder instandsetze, könnte es bis zu einem Jahr dauern.

Ärgerlich ist diese Geschichte vor allem für die Betreiberin der Buvette im Park der Villa Musegg. Denn die Bar musste extra per Helikopter angeflogen werden, weil das historische Gittertor zu schmal war für einen Transport per Lastwagen und aus genannten Gründen nicht entfernt werden durfte (zentralplus berichtete). Sandrine Gisler vom Strasseninspektorat der Stadt Luzern ergänzt: «Die Buvette wurde mit dem Helikopter angeliefert, um das nun beschädigte Tor zu schützen. Aufgrund der Höhe und Breite der Buvette war eine Anlieferung sonst nicht möglich.»

Wie die Buvette-Betreiberin Sarah Lämmli gegenüber zentralplus sagt, hätte der Transport per Helikopter «ein Vielfaches» dessen gekostet, was eine Lieferung per Lastwagen gekostet hätte. Mehrkosten, die sich die Betreiberin getrost hätte sparen können, da nun das Gittertor gar nicht mehr steht. Zudem war der Transport per Helikopter wohl auch nicht die ökologischste Variante.

Dass das Tor ausgerechnet von einem Lastwagen beschädigt wurde, der die Buvette beliefern wollte, setzt der Absurdität der Geschichte letztlich die Krone auf. Zumal sich der Unfall am Tor weniger als eine Woche nach Eröffnung der Buvette ereignete.

Der Container für die Buvette musste wegen des Tors extra per Helikopter angeliefert werden.

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4 Kommentare
  1. M. Mossdorf, 31.08.2021, 14:54 Uhr

    Das Tor wurde nicht beschädigt weil der Lastwagen zu breit war, sondern zu hoch. Das Strasseninspektorat hat zu Zeiten des Kindergartenseminar den Müll entsorgt und hatte nie Schwierigkeiten, ausse als die Amphoren von den Sockeln gestossen wurden. Ein Kunstschlosser kann das Tor ohne Denkmalpflege-Beamte reparieren, aber mit Beratung durch die Denkmalpflege, welche ja alles besser weiss, wird es nur teurer!

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  2. Matthias, 31.08.2021, 09:14 Uhr

    Wenn die Quintessenz des Artikels das zerstören eines historischen Tores ist, um ökologisch eine Buvette aufzustellen oder um betreiberseitig Geld zu sparen ist dies wohl zu hinterfragen…

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  3. Michel von der Schwand, 30.08.2021, 13:22 Uhr

    Absurb ist das Verhalten der Denkmalpflege. Hier wird wieder Geld mit beiden Händen zum Fenster rausgeschmiessen nur weil ein Beamter auf der Bremse steht. Ist nicht wirklich schwer, dieses Tor zu reapieren und der MUNDO AG in Rechnung zu stellen. Dazu muss man auch keinen Prozess definieren etc.
    Wichtig ist eben nur, dass praktisch jeder Furz als schützenswert eingetragen ist, damit die Denkmal-Fetischisten eine Daseins-Berechtigung haben. Etwas mehr das Prinzip anwenden, fort ist fort. Man muss sich auch mal von dem Ewiggestrigen lösen können. Tut gut und reinigt die Seele.

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  4. Franz Pfoster, 30.08.2021, 12:40 Uhr

    Reparieren wäre halt auch korrekt geschrieben!

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