Polizei
Verfolgungsjagd mit Pistoleneinsatz in Stadt

Untersuchung über Schuss der Polizei in Luzern abgeschlossen

Am Donnerstagmorgen müssen Autofahrerinnen auf der Autobahn A14 in Richtung Luzern Geduld beweisen. (Bild: Symbolbild: Luzerner Polizei)

Mit einem Schuss versuchte die Luzerner Polizei Ende Januar einen Autofahrer zu stoppen, der in Luzern vor einer Polizeikontrolle flüchtete. Hat der Polizist richtig gehandelt, als er mitten in der Stadt die Pistole eingesetzt hat?

Es waren dramatische Szenen, mitten in der Stadt Luzern. Am 31. Januar, knapp vor 17 Uhr, wollte die Luzerner Polizei einen 31-jährigen Schweizer in der Stadt Luzern kontrollieren. Die Polizei signalisierte dem Mann auf der Seebrücke, dass er sein Auto anhalten solle. Der Mann trat aufs Gas und brauste in seinem Auto davon. Er flüchtete in Richtung Pilatusplatz.

Beim Viktoriaplatz in Luzern griff die Polizei letztlich zu einem drastischen Mittel. Sie feuerte einen Schuss auf das Auto ab. Aber auch die Pistole konnte den Mann nicht stoppen (zentralplus berichtete). Der Autofahrer konnte erst in Zürich gestoppt werden.

Hat der Polizist mit der Schussabgabe richtig gehandelt?

Wie immer, wenn die Polizei die Waffe einsetzt, kommt es zu einer Untersuchung. Die Luzerner Staatsanwaltschaft hat eine externe Behörde beauftragt, den Fall unabhängig und neutral zu untersuchen. Wie die «Luzerner Zeitung» berichtet, ist die Strafuntersuchung jetzt rechtskräftig eingestellt worden. Laut der Verfügung handelte der Polizist aufgrund der Umstände verhältnismässig.

Der 31-jährige Mann, welchen die Polizei zu stoppen versuchte, gab seine Version der «Pistolen-Szene» zu Protokoll. In der Einstellungsverfügung steht, dass er wenige Tage nach seiner Festnahme über eine dramatische Szene berichtete. So habe der Polizist durch das geschlossene Fenster mit seiner Pistole auf den Kopf gezielt. Und dies, ohne mit dem Fahrer zu sprechen. Der Mann zeigte den Uniformierten deshalb wegen versuchter Tötung, Gefährdung des Lebens, Nötigung und Amtsmissbrauchs an.

Die Geschichte war aus der Sicht des Polizisten komplett anders. So gab er zu Protokoll, dass er mit gezogener Waffe den BMW-Fahrer schreiend angesprochen habe. Er hatte keinen Erfolg damit, den Fahrer aus dem verschlossenen Auto zu bringen. Augenkontakt gab es auch, als der Polizist auf die Seitenscheibe geschlagen hatte.

Waffe als letztes Mittel eingesetzt

Die Aufforderung der Polizei blieben erfolglos. Der BMW-Fahrer hatte versucht, sich aus seiner Lage zwischen dem zivilen und dem Polizeiauto zu befreien. Als dies gelang, versuchte der Polizist die Weiterfahrt mit einem Schuss auf das linke hintere Rad zu verhindern. Das Auto war zu dem Zeitpunkt sehr nahe an dem Polizisten und er hätte zu keinem Zeitpunkt den Fahrer anvisiert. Sowohl Augenzeugen als auch der Patrouillenpartner des Polizisten bestätigen diese Aussagen.

Während jetzt die Untersuchungen gegen den Polizisten abgeschlossen sind, geht das Verfahren gegen den Täter weiter. Wie die Zeitung berichtet, muss sich der Schweizer wohl bald vor dem Bezirksgericht Andelfingen erklären. Es gibt noch keine Auskunft über die Anklagepunkte und das geforderte Strafmass.

Verwendete Quellen
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