Cyberangriffe und Einbrüche

Das sagen Armee und Polizei zum Bürgenstock-Gipfel

Gehörte auch zum Einsatz der Sicherheitskräfte auf dem Bürgenstock-Gipfel: Diskutieren mit Privatpersonen. (Bild: kok)

In der Nacht auf Montag ist die letzte Delegation vom Bürgenstock-Gipfel abgereist. Insgesamt ziehen die Nidwaldner Kantonspolizei und die Armee ein positives Fazit. Ganz ohne Störungen lief die Konferenz aber nicht.

Mit dem Ende des Bürgenstock-Gipfels Sonntagnacht geht für rund 4000 Armeeangehörige und Polizistinnen aus der ganzen Schweiz eine «intensive, aber interessante Zeit» zu Ende (zentralplus berichtete). Das schreibt der Kanton Nidwalden in einer gemeinsamen Medienmitteilung mit der Schweizer Armee am Montag. Mit der Abreise der letzten Delegation in der Nacht auf Montag sind die Sicherheits- und Sperrzonen sowie um Mitternacht die Luftraumsperre aufgehoben worden.

Der Einsatzleiter und Kommandant der Kantonspolizei Nidwalden, Stephan Grieder, ist mit dem Einsatz zufrieden: «Ein Sicherheitsaufgebot und eine Konferenz in dieser Dimension hat es in der Schweiz noch nie gegeben. Wir ziehen eine positive Bilanz.» Die Sicherheitskräfte verzeichneten nur wenige Störmanöver.

Vor allem im Cyberraum gab es viele Überlastungsangriffe, jedoch ohne nennenswerte Folgen, wie der Kanton schreibt. Zudem seien bei Kontrollen einige wenige verdächtige Personen und Fahrzeuge weggewiesen worden. Und Armeeangehörige konnten am Rande der Sicherheitszone einen verdächtigen Mann aufgreifen, der im Kanton verschiedene Einbrüche verübt haben soll. Die Polizei ermittle dazu.

Kosten von zwei bis drei Millionen Franken für Nidwalden

Auch in der Luft hatten die Einsatzkräfte zu tun: Im gesperrten Luftraum flogen einzelne Kleindrohnen, deren Piloten verzeigt wurden. Der Kanton hält dazu in der Mitteilung fest: «Eine ernsthafte Gefahr hat aber nie bestanden und in der Sicherheitszone am Boden mussten keine Zugriffe von Einsatzkräften erfolgen.» Die Verkehrsbehinderungen auf den Strassen fielen insgesamt gering aus, so der Kanton. Gemäss Augenschein vor Ort gab es vor allem Stau auf der Bürgenstockstrasse (zentralplus berichtete).

Nidwaldens Frau Landammann, Finanzdirektorin Michèle Blöchliger (SVP), betont in der Mitteilung zudem die positiven Seiten des Gipfels für die Region: «Dass die Augen der Welt während mehrerer Tage auf die Region gerichtet waren, hatte zwar gewisse Einschränkungen zur Folge, warf auf der anderen Seite aber auch einen beträchtlichen Nutzen in der Wertschöpfungskette ab.»

Hotels und Restaurants, aber auch Eventfirmen, Lieferanten und Dienstleister profitierten von zusätzlichen Buchungen und Aufträgen. Demgegenüber stünden zwei bis drei Millionen Franken, die der Kanton gemäss ersten Schätzungen zahlen muss. Die weiteren 80 Prozent der Sicherheitskosten werden vom Bund getragen.

Verwendete Quellen

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