Politik
Littauer Bevölkerungsantrag chancenlos

Zimmeregg-Badi: Stadtparlament versenkt 50-Meter-Becken

Vor dem Rathaus erhielten die Stadtparlamentarier am Donnerstagmorgen Flyer zur Zimmeregg-Badi. (Bild: jal)

Mit der Sanierung der Zimmeregg-Badi soll das Becken auf 25 Meter halbiert werden. Sehr zum Unmut von betroffenen Schwimmerinnen, die mit einem Bevölkerungsantrag für den 50-Meter-Pool kämpfen. Sie stiessen im Stadtparlament auf viel Sympathie – aber wenig Unterstützung.

Die Stadt Luzern will die Zimmeregg-Badi in Littau komplett sanieren. Beim Waldschwimmbad sollen das Becken und das Restaurant erneuert und die Erschliessung optimiert werden, die Investitionssumme beläuft sich auf voraussichtlich rund 12,5 Millionen Franken (zentralplus berichtete).

Damit will der Stadtrat das Freizeitbad für Familien und die breite Bevölkerung attraktiver machen. Das Projekt sieht vor, das 50-Meter-Schwimmbecken zu halbieren. Doch dagegen regt sich Widerstand.

Mit einem Bevölkerungsantrag fordern mehrere Littauerinnen den Erhalt des 50-Meter-Beckens. Sie kritisieren, dass die Sportschwimmer verdrängt würden und mit der Redimensionierung des Bad an Attraktivität verliere (zentralplus berichtete).

Littauer Publikum im Rathaus

Am Donnerstag verliehen sie ihrer Forderung mit der Präsenz vor dem Rathaus Nachdruck. Die Initiantinnen verteilten den Stadtparlamentariern vor der Sitzung Flyer, um auf ihr Anliegen aufmerksam zu machen.

Genützt hat das Engagement allerdings nichts. Das Stadtparlament steht hinter der Verkürzung des Beckens – und damit hinter den Plänen des Stadtrats. Dieser argumentierte, dass eine Projektänderung höhere Kosten verursachen und die Sanierung unnötig verzögern würde. Zudem sieht er einen grösseren Nutzen in einem kleinen, kurzen Becken. Weder das Training von Schwimmvereinen noch Wettkämpfe fänden in der Zimmeregg-Badi statt (zentralplus berichtete).

Mehrheit findet: Zu wenig Bedarf

Das sah der Grosse Stadtrat ähnlich. Sämtliche Fraktionen lehnten den Bevölkerungsantrag ab. Viele Sprecher wiesen daraufhin, dass die Beckenlänge in der Vergangenheit seriös und intensiv abgeklärt worden sei. «Die Diskussion – 50- oder 25-Meter-Becken – ist natürlich nicht neu», sagte stellvertretend Marcel Lingg (SVP).

«Die Zimmeregg-Badi bleibt ein Bijou.»

Christov Rolla, Grüne

Trotz Verständnis für die Beweggründe der Initianten seien aber auch andere Aspekte zu berücksichtigen, fand die Mehrheit. Sowohl finanzielle als auch ökologische Argumente sprächen gegen ein 50-Meter-Becken. «Es gibt trotz den 300 Unterschriften schlicht zu wenig Bedarf, um eine solche Investition zu rechtfertigen», sagte Daniel Furrer für die SP-/Juso-Fraktion. Ein Punkt, den mehrere Sprecher erwähnten.

Das Waldschwimmbad Zimmeregg. (Bild: Marianne Baschung)

Seitens der Politik wurden zudem Zweifel geäussert, ob die Länge des Pool entscheidend ist für die Beliebtheit des Bades. «Wir sind überzeugt, dass die Badi ihren Charme behält und auch ohne das 50-Meter-Becken nicht an Attraktivität verliert – sie bleibt ein Bijou», sagte Christov Rolla für die Fraktion der Grünen/Jungen Grünen.

Einzig Roger Sonderegger (CVP) plädierte explizit dafür, sich nochmals über die Frage zu beugen. «Es ist nicht zu spät, den Erhalt des 50-Meter-Beckens zu überprüfen», sagte der aus Littau stammende Politiker. Auch wenn sich die Sanierung damit um ein Jahr verzögern sollte, sei dies kein Problem.

Das sah Stadträtin Manuela Jost (GLP) anders: «Wir wollen vorwärts machen mit der Sanierung.» Der Stadtrat will noch dieses Jahr den Baukredit ins Stadtparlament bringen.

Lobende Worte für das Engagement

Am Ende blieb der Bevölkerungsantrag chancenlos. Der Vorstoss wurde – bei nur einer Ja-Stimme – deutlich abgelehnt.

Trotz der Enttäuschung im Rathaus bleibt den Littauerinnen ein kleiner Trost: Alle Fraktionen begrüssten einhellig, dass die Initianten ihr Anliegen mit dem Bevölkerungsantrag in die Politik trugen und sich mit diesem demokratischen Mittel für ihre Sache engagierten.

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