Abstimmung Herti-Schulhaus

Wuchtiges Ja zum Neu- und Ausbau Herti-Schulhaus

Etienne Schumpf, Vorsteher des Bildungsdepartements, und Eliane Birchmeier, Vorsteherin des Baudepartements, freuen sich über das deutliche Bekenntnis des Stadtzuger Stimmvolkes zum Schulstandort Herti. (Bild: Michael Flückiger)

89 Prozent der Stadtzugerinnen sagen Ja zum Neubau und der Erweiterung der Schulanlage Herti. 90 Prozent befürworten Umbau und Sanierung des bestehenden Gebäudes und die Schulprovisorien.

«Es ist ein ganz schöner Moment, dass ich an diesem Sonntag ein solches Abstimmungsergebnis verkünden darf», erklärt die Stadträtin Eliane Birchmeier, Vorsteherin des Stadtzuger Baudepartements, in aufgeräumter Stimmung vor den Medien im Zuger Burgbachsaal. «Mit diesem sehr erfreulichen Entscheid können wir die weiteren Etappen nun rasch angehen», sagt sie.

«Anfang 2024 werden wir mit dem Umbau und Neubau beginnen.» Zu diesem Zweck muss bis Ende dieses Jahres für die Schüler in der Herti eine vorübergehende Bleibe errichtet sein. Der Bau der Provisorien werde ab sofort in Angriff genommen.

Haushohes Ja zu den 89 Millionen teuren Herti-Projekten

Mit einer Stimmbeteiligung von 41,7 Prozent haben die Stadtzugerinnen Ja gestimmt zum Neubau und zur Erweiterung der Schulanlage Herti. Mit 88,88 Prozent oder 5'945 gegen 669 Stimmen fällt das Resultat in Anbetracht des hohen Objektkredits von 66,29 Millionen Franken überaus deutlich aus.

Noch klarer fällt das Resultat zum Objektkredit für die Sanierung und den Umbau des bestehenden Gebäudes sowie die Erstellung der Provisorien aus. Mit einer Stimmbeteiligung von 41,65 Prozent und einem Ja-Anteil von 6'107 Stimmen (knapp 90%) kam auch dieser Kredit über 22,8 Millionen Franken glatt durch.

Mit neu 315 statt wie bisher 117 Betreuungsplätzen kommen wir auch einen grossen Schritt voran bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie.»

Etienne Schumpf, Vorsteher des Stadtzuger Bildungsdepartements

Künftig deutlich mehr Betreuungsplätze als bisher

Etienne Schumpf, seit Anfang Jahr Vorsteher des Stadtzuger Bildungsdepartements, spricht von einem Freudentag für die Stadt, die Familien und die Kinder, aber auch besonders für die Kinderbetreuung. «Wir erhalten nicht nur neue Schulräume. Mit neu 315 statt wie bisher 117 Betreuungsplätzen kommen wir auch einen grossen Schritt voran bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie.»

In der Herti gehen aktuell rund 450 Kinder und Jugendliche zur Schule. Mit dem Abschluss des Bauprojekts kann der Schulbetrieb bis zu 558 Schülerinnen gleichzeitig aufnehmen.

Vorzeichen waren trotz kritischer Stimmen vielversprechend

Die beiden Stadträte sind nicht überrascht, dass die beiden Vorlagen zur Herti angenommen worden sind. Einzig, dass die Zustimmung so deutlich ausfällt, hätten sie nicht gedacht. Zwar seien diese Vorlagen im Grossen Gemeinderat, dem Zuger Stadtparlament, kontrovers diskutiert worden. Doch meint Eliane Birchmeier: «Wir sind schon lange in Kontakt mit der Herti. Dass bezüglich Schulräumen dringender Handlungsbedarf besteht, ist der Bevölkerung seit langem bewusst.»

Und Etienne Schumpf fügt hinzu, dass die kritische Diskussion im Vorfeld hilfreich gewesen sei, um mehr Verständnis zu schaffen. «Dass die befürwortende SP die einzige Partei war, die Plakate ausgehängt hat im Vorfeld der Abstimmung, hat uns zuversichtlich gestimmt.»

SP will schulergänzende Betreuung dauerhaft auf der Agenda

Diese hat das Volks-Ja mit einer Kampagne unterstützt und ist als einzige der Stadtzuger Parteien zur Medienorientierung vor Ort. Präsident Rupan Sivaganesan und GGR-Fraktionschef Ivano De Gobbi halten in ihrer Medienmitteilung fest: «Das Resultat zeigt: Bildung und Betreuung verdienen einen besseren Platz auf der Stadtzuger Agenda als bisher.»

«Wir dürfen nicht vergessen, dass in der Herti schon lange ein Notstand an Schulräumen besteht. Wir bauen daher nicht nur für die Zukunft, sondern auch für die Vergangenheit.»

Eliane Birchmeier, Vorsteherin des Stadtzuger Baudepartements

Die SP macht deutlich, dass die Realisierung der zweiten Erweiterungsetappe frühzeitig an die Hand zu nehmen ist. Das Angebot an schulergänzender Betreuung sei zugunsten eines zeitgemässen Familienlebens dauerhaft auf die Agenda zu nehmen.

Zum Abschluss der Medienorientierung hält Eliane Birchmeier fest: «Wir dürfen nicht vergessen, dass in der Herti schon lange ein Notstand an Schulräumen besteht. Wir bauen daher nicht nur für die Zukunft, sondern auch für die Vergangenheit.» Und verweist darauf, dass man im Quartier derzeit mit einer einzigen Turnhalle auskommen müsse.

Was für die Schule schon zu knapp sei und auch keinen Vereinssport erlaube. Mit der neuen, noch zu erstellenden Doppelturnhalle könne die Stadt nicht nur den Jugendlichen, sondern auch der örtlichen Bevölkerung einen Mehrwert bieten.

SVP und GLP haben sich in der Herti verrannt

Die SVP wie auch die GLP müssen sich den Vorwurf gefallen lassen, dass sie im Vorfeld der Abstimmung am Volk vorbeipolitisiert haben. Der Nein-Anteil von gut zehn Prozent lässt keinen anderen Schluss zu. Die GLP hatte moniert, es müsse auch billiger gehen, und hatte gedroht, das Projekt mit kurzfristigen Anträgen über den Haufen zu werfen (zentralplus berichtete).

Die SVP hatte dem 66 Millionen teuren Neubaukredit für die Herti «zähneknirschend» zugestimmt, dem Kredit für Umbau und Provisorien aber eine klare Absage erteilt. Die Voten beider Parteien blieben am Ende ohne Wirkung. Mit dem deutlichen Ja des Stimmvolkes geht damit eine sehr langwierige Diskussion zu Ende. Wenigstens vorläufig.

Verwendete Quellen
  • Medienorientierung der Stadt zum Abstimmungsresultat im Burgbachsaal
  • Medienmitteilung der SP zum Abstimmungsresultat (physisch vor Ort erhalten)
  • Website SVP
  • Vorangegangene Berichterstattung von zentralplus
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