Motion des Zuger Nationalrats

Was kostet mein Studium? Thomas Aeschi fordert Transparenz

Der Zuger Nationalrat Thomas Aeschi verlangt vom Bundesrat Transparenz im Bildungswesen. (Bild: Emanuel Ammon/Aura/zvg)

Studentinnen sollen wissen, was sie den Steuerzahler kosten – das fordert der Zuger Nationalrat Thomas Aeschi in einer Motion. Hintergrund dürfte die Debatte über Geisteswissenschaften sein, welche Wirtschaftshistorikerin Andrea Franc ausgelöst hat.

Die Luzerner Wirtschaftshistorikerin Andrea Franc hat mit einem Interview in der NZZ eine nationale Debatte über den Wert eines Studiums ausgelöst (zentralplus berichtete). Studierende aus den Geisteswissenschaften würden zu wenig arbeiten und zu viel kosten, kritisierte sie (zentralplus berichtete).

Hat sie recht? Der Zuger Nationalrat Thomas Aeschi (SVP) nimmt den Ball in einem neuen Vorstoss auf. Seine Forderung: Der Bundesrat soll Kosten-Transparenz im Bildungswesen schaffen. Konkret soll die Regierung die Hochschulen und Universitäten verpflichten, auf der Semesterrechnung die effektiven Kosten des jeweiligen Studiengangs auszuweisen.

«Jede Studentin und jeder Student sollte sich bewusst sein, welche Investitionen seitens des Steuerzahlers in seine Ausbildung gesteckt werden und was für ein Privileg es ist, für durchschnittlich 1’100 Franken pro Semester in der Schweiz studieren zu dürfen», schreibt Thomas Aeschi in der Begründung. Dies zum Beispiel im Gegensatz zu den USA, wo jeder Student jährliche Studiengebühren in der Höhe von durchschnittlich 27’000 bis 36’000 US-Dollar bezahlen würde.

Thomas Aeschi kämpft seit Jahren für Transparenz im Bildungswesen

Die Bildungskosten und die diesbezügliche Transparenz sind dem Zuger Nationalrat schon länger ein Anliegen. Bereits 2014 reichte er eine Motion zum Thema ein. «Es gibt Studenten in meinem Alter – da habe ich einige Kolleginnen und Kollegen –, die neu angefangen haben zu studieren», sagte er in der damaligen Debatte.

Sie hätten vielleicht zuerst Publizistik studiert und nach einigen Semestern gespürt: Nein, Publizistik ist das falsche Fach. «Sie brechen ihr Studium ab und beginnen ein neues Studium. Das ist heute leider eine Situation, wie sie immer wieder vorkommt. Aus diesem Grund bin ich der Meinung, dass der Student eine gewisse Transparenz über die Kosten haben sollte, die er verursacht», so Thomas Aeschi damals.

Kostenwahrheit führt zu Kostenbewusstsein

Der Bundesrat schrieb damals in der Vorstossantwort, dass «ein erhöhtes Bewusstsein für das Verhältnis von Studiengebühren zu den effektiven Ausbildungskosten und damit für die von der öffentlichen Hand erbrachte Leistung bei den Studierenden und im öffentlichen Diskurs wünschenswert wäre.» Nun will Thomas Aeschi Taten sehen – und Transparenz schaffen im Bildungswesen.

In anderen Bereichen habe der Bund genau auf diese Massnahme gesetzt. So müssen seit dem 1. Januar 2022 Patientinnen zwingend immer mit einer Rechnungskopie vom Leistungserbringer bedient werden. Also spreche auch nichts dagegen, bei den Kosten für Studiengänge auf Transparenz zu setzen, findet Thomas Aeschi.

Verwendete Quellen
  • Motion Thomas Aeschi zur Kostentransparenz vom Juni 2022
  • Motion Thomas Aeschi zur Kostentransparenz aus dem Jahr 2014
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