Politik
Luzerner Regierungsrat gibt Kandidatur bekannt

Wahlen 2023: Fabian Peter strebt zweite Amtszeit an

Regierungsrat Fabian Peter (FDP) will 2023 erneut antreten. (Bild: ewi)

Ein Jahr vor den Luzerner Wahlen gibt der erste Regierungsrat offiziell seine erneute Kandidatur bekannt. Bau-, Wirtschafts- und Umweltdirektor Fabian Peter (FDP) strebt eine zweite Legislatur an. Das restliche Quartett hält sich noch bedeckt.

Fabian Peter will weitermachen: Der amtsjüngste Luzerner Regierungsrat hat am Samstag die Ortsparteien der FDP über seine erneute Kandidatur 2023 informiert. «Die Leidenschaft ist nach wie vor sehr gross», sagt der Inwiler, der seit 2019 das Bau-, Umwelt- und Wirtschaftsdepartement (BUWD) führt. «Für mich war immer klar: Eine Legislatur ist zu wenig, um in einem politischen Amt genügend zu bewirken.»

Mit dem kürzlich verabschiedeten Klimabericht sei die Basis gelegt für die weitere Arbeit hin zum Netto-null-Ziel 2050, nennt er ein Beispiel. «Und beim Durchgangsbahnhof habe ich mir ein Netzwerk erarbeitet, das erst in den nächsten Jahren richtig wirksam wird, also just in jener Zeit, in der auch der definitive Entscheid zum Ausbauschritt gefällt wird.» 

Dem FDP-Politiker gefällt’s in seinem Departement

Peter, der im Vorfeld seiner Wahl keinen Hehl darum machte, dass das BUWD sein Wunschdepartement ist, zeigt sich nach seinen ersten drei Jahren zufrieden. Er streicht besonders den Hochwasserschutz Reuss und den Austausch mit der Wirtschaft in der Corona-Zeit hervor. Aber auch seine Vermittlerrolle im Zusammenhang mit den Bypass-Diskussionen, sei es in Kriens oder in der Stadt Luzern. «Ich spüre, dass meine Art zu politisieren, in grossen Teilen geschätzt wird», sagt der 45-Jährige.

Voraussichtlich im Mai erfolgt die Nomination durch die Ortspartei, bevor ihn Anfang Sommer die Wahlkreis- und im Herbst dann die Kantonalpartei nominieren.

Ein Rücktritt bleibt bislang aus

Die Ankündigung kommt nicht überraschend. Doch Peter ist damit der erste der fünfköpfigen Männerregierung, der seinen Wiederantritt publik macht. Zwar hat auch Guido Graf (Mitte) bereits frühzeitig angekündigt, dass er 2023 erneut antreten wolle. Doch ein definitives «Go» lässt er sich gleichwohl noch nicht entlocken.

Ein Jahr vor den Wahlen hält er fest, dass er die Kandidatur mit seiner Familie und der Partei besprechen werde. Identisch äussert sich sein Parteikollege Reto Wyss. «Die Arbeit als Regierungsrat gefällt mir nach wie vor sehr gut.» Auch er hält Rücksprache mit Familie und Partei. Die Mitte werde voraussichtlich vor den Sommerferien informieren, wer kandidieren wird, schreiben Wyss und Graf unisono.

«Derzeit bin ich ausserordentlich intensiv mit verschiedenen anspruchsvollen Geschäften und Projekten gefordert.»

Paul Winiker, Sicherheits- und Justizdirektor

Noch nicht in die Karten blicken lässt sich Paul Winiker (SVP), der kurz vor Ostern seinen 66. Geburtstag feierte. «Derzeit bin ich ausserordentlich intensiv mit verschiedenen anspruchsvollen Geschäften und Projekten gefordert», schreibt er auf Anfrage. «Die Frage einer weiteren Amtsdauer werde ich zu gegebener Zeit sorgfältig prüfen und dann auch kommunizieren.» 

Die aktuelle Luzerner Regierung (von links): Paul Winiker, Reto Wyss, Guido Graf, Fabian Peter, Marcel Schwerzmann. (Bild: )

Erwartungsgemäss fällt die Antwort von Marcel Schwerzmann aus: «Ich werde mich zu gegebener Zeit entscheiden und kommunizieren.» Der parteilose Politiker, seit 2007 und damit am längsten im Amt, lässt sich jeweils am meisten Zeit mit seinem Entscheid.

SP schickt eine Frau ins Rennen

Das heisst auch: Ein Rücktritt zeichnet sich ein Jahr vor den Wahlen noch nicht ab. Bereits klar ist, dass die SP mit einer Frau ins Rennen steigt. Ylfete Fanaj, Melanie Setz Isenegger und Yvonne Zemp Baumgartner kämpfen parteiintern um den Platz auf dem Ticket (zentralplus berichtete).

Noch offen ist, auf wen die Grünen und die Grünliberalen setzen. Die Wahlen finden am 2. April 2023 statt.

Kantonsrat: Es dürfte 2023 kaum zu Sitzverschiebungen kommen

Nebst der fünfköpfigen Regierung wählen die Luzerner Stimmbürger am 2. April 2023 auch den 120-köpfigen Kantonsrat neu. Dabei wird der Kanton in sechs Wahlkreise eingeteilt. Welche Region wie viele Sitze zugute hat, hängt von der Bevölkerungszahl ab. Die provisorischen Zahlen von Lustat zeigen jetzt: Zu Sitzverschiebungen zwischen den Regionen dürfte es voraussichtlich nicht kommen.

Obwohl besonders die Agglomeration, also der Wahlkreis Luzern-Land, sowie der Wahlkreis Sursee überdurchschnittlich stark gewachsen sind, reicht es nicht aus, um einen zusätzlichen Sitz zu gewinnen. Das Entlebuch, dessen Bevölkerungszahl sogar leicht zurückgegangen ist, kann seine sieben Sitze halten.

Das heisst, es bleibt bei folgender Aufteilung: Luzern-Stadt hat 24 Sitze, Luzern-Land 30, Hochdorf 21, Sursee 22, Willisau 16 und das Entlebuch 7.

Verwendete Quellen
  • Mailaustausch mit den fünf Luzerner Regierungsräten
  • Provisorische Bevölkerungszahlen von Lustat
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