Politik
Alternativroute in Luzern wird konkret

So umfahren Velos den «Horrorkreisel» am Bundesplatz

Der Bundesplatz gehört zu den anspruchsvollsten Verkehrsknoten in der Stadt Luzern. (Bild: Emanuel Ammon/AURA)

Der Kreisel beim Bundesplatz in Luzern ist vielen Velofahrern ein Graus. Der Stadtrat will das Freigleis bis zur Zentralstrasse verlängern, damit sie die gefährliche Passage künftig umfahren können. Die Umsetzung ist mit vielen Herausforderungen verbunden – und kostet 7,3 Millionen Franken.

Kein Luzerner mag es, mit dem Velo über den Bundesplatz fahren zu müssen. Selbst für geübte Velofahrerinnen ist der Kreisel – und die Linienführungen rund um ihn herum –anspruchsvoll.

Der Stadtrat will den Velofahrerinnen ermöglichen, den Bundesplatz zu umfahren. Dazu soll ein neuer Rad- und Fussweg geschaffen werden. Dieser führt von der Neustadtstrasse den Gleisen entlang, unter der Langensandbrücke hindurch und so zur Zentralstrasse. Nun zeigt der Stadtrat konkret auf, wie er das Projekt umsetzen will.

Unter der Langensandbrücke hindurch

Der Stadtrat versteht die Umfahrung als Verlängerung des 2016 eröffneten Freigleises. Der Fuss- und Veloweg auf dem ehemaligen Trassee der Zentralbahn endet heute beim Neubad/Steghof. 

Bis zur Langensandbrücke soll der Rad- und Gehweg über die momentan als Parkplatz genutzte Brache geführt werden, auf dem der Bau des Wohn- und Geschäftshauses Bundesplatz Süd vorgesehen ist. Danach führt der Weg durch die bereits gebaute Unterführung bei der Langensandbrücke und hinter dem Capitol-Gebäude hindurch zur Zentralstrasse.

Hochhausprojekt birgt Ungewissheit

Die Stadt ist für die Realisierung des Projekts jedoch auch auf andere Player und Faktoren angewiesen. Insbesondere muss die Umsetzung mit den SBB und dem Bau des umstrittenen Hochhausprojekts «Bundesplatz Süd» abgestimmt werden.

Bei Letzterem ist noch längst nicht klar, wann und in welcher Form die Überbauung realisiert werden kann. Nachdem das Kantonsgericht eine Beschwerde gegen den Gestaltungsplan gutgeheissen hatte, ziehen die Bauherren den Fall nun weiter vors Bundesgericht (zentralplus berichtete). Da die Veloumfahrung mit dem Bauprojekt koordiniert soll, müsste sie wohl, je nach Ausgang des Verfahrens, noch leicht angepasst werden.

So soll das Hochhaus am Bundesplatz dereinst aussehen. Der geplante Veloweg entlang der Gleise ist in dieser Visualisierung bereits zu sehen. (Visualisierung: nightnurse images GmbH) (Bild: Visualisierung nightnurse images GmbH)

SBB-Projekt bietet Chance

Die Koordination mit den SBB ist unter anderem nötig, weil der neue Fuss- und Veloweg entlang der Gleise verlaufen soll und Anpassungen an der Bahninfrastruktur bedingt. So müssten etwa das Gleisstück, das direkt am Capitolgebäude vorbeiführt, um 20 Zentimeter verschoben werden. Weiter müssten auch zahlreiche Fahrleitungs- und Beleuchtungsmasten versetzt werden.

Hier kommt der Stadt entgegen, dass die SBB die Zufahrt zum Luzerner Bahnhof in den kommenden Jahren sowieso optimieren wollen. So sollen die Kapazitäten bis zur Realisierung des Durchgangsbahnhofs voll ausgeschöpft werden (zentralplus berichtete). Die entsprechenden Arbeiten sollen ab dem Jahr 2022 umgesetzt werden.

Kosten von über 7 Millionen Franken

Der Stadtrat will den neuen Rad- und Gehweg möglichst rasch realisieren, wie er in einer Mitteilung schreibt. Konkret strebt er eine Realisierung bis 2024 an und geht dabei von Kosten von rund 7,3 Millionen Franken aus.

Zunächst beantragt er dem Grossen Stadtrat jedoch einen Sonderkredit von 1,15 Millionen Franken. Damit sollen das Bauprojekt erarbeitet und auch erste Vorarbeiten für den Rad- und Gehweg ermöglicht werden, die im Zusammenhang mit den von den SBB geplanten Gleisanpassungen 2022 ausgeführt werden können.

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