Mühe mit polarisierender Politik

SVP-Nationalrätin Yvette Estermann tritt nicht mehr an

Yvette Estermann hat nach 16 Jahren in der grossen Kammer genug. (Bild: zvg)

Die 55-jährige SVP-Nationalrätin Yvette Estermann tritt zu den Wahlen im Oktober nicht mehr an. Die zunehmend polarisierende Politik bereite ihr Mühe. Ihre Anti-Abtreibungs-Initiativen will sie jedoch noch umsetzen.

16 Jahre sind genug: Wie Yvette Estermann gegenüber der «Luzerner Zeitung» sagt, tritt sie zu den nächsten Wahlen nicht mehr an. Sie sei dankbar, dass sie sich so lange nach bestem Wissen und Gewissen für die Bevölkerung einsetzen konnte. Besonders stolz sei sie, dass sie während ihrer Legislatur kein bezahltes Mandat angenommen habe. Doch sie habe zunehmend Mühe mit der polarisierten Politik.

Wie es weitergeht, weiss die aus der ehemaligen Tschechoslowakei stammende Estermann noch nicht. Jedoch studiert sie derzeit an der theologischen Fakultät in Bern. Sie möchte gemäss der Zeitung die Bibel in ihrer Ursprungssprache lesen können.

Anti-Abtreibungsinitiativen sind Herzensprojekt

Traditionsbewusst zeigt sie sich auch in ihren Vorstössen. So wollte sie erreichen, dass das Parlament zu jeder Session die Landeshymne singt. Mit diesem Vorstoss ist sie zwar gescheitert, doch wegen eines anderen weht auf dem Bundeshaus permanent die Schweizer Flagge.

Auch mit anderen Initiativen, etwa mit einer «Krankenkasse Light» oder der Abschaffung der Sommerzeit, ist die in Kriens wohnende Estermann gescheitert. Was sie jedoch nie entmutigt hat, sich bei der nächsten Initiative wieder voll für ihre Anliegen einzusetzen. Ob mit ihrer Partei im Rücken oder ohne.

Derzeit sitzt Estermann im Komitee von zwei Initiativen zum Thema Abtreibungen (zentralplus berichtete). In der einen Initiative müssen Ärztinnen den Frauen vor der Abtreibung mindestens einen Tag Bedenkzeit geben. In der anderen sollen Abtreibungen nach der zwölften Schwangerschaftswoche gesetzlich verboten werden. Abtreibungen sind heute zum Teil möglich, sofern das Leben der Mutter in Gefahr ist, sie sich in einer seelischen Notlage befindet oder das ungeborene Kind körperlich behindert ist.

Wie sie der Zeitung sagt, seien diese Initiativen für sie ein Herzensprojekt. Jedoch harzt es bei der Sammlung. Mitinitiant und JSVP-Präsident David Trachsel sagt gegenüber der Zeitung, dass das Erreichen der 100'000 Unterschriften eine Herausforderung sei.

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12 Kommentare
  • Profilfoto von Beat Bättig
    Beat Bättig, 22.02.2023, 14:24 Uhr

    Ein guter Tag für Luzern und die Schweiz. Selten hat eine Politikerin in Bern in einer solch langen Amtsdauer weniger erreicht….

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    • Profilfoto von Marie-Françoise Arouet
      Marie-Françoise Arouet, 22.02.2023, 17:51 Uhr

      Wieso? Sie hat wohl immer sinnvoll abgestimmt.

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        A. Kunz, 22.02.2023, 18:16 Uhr

        Als ob das Drücken eines Buttons eine Leistung wäre. Die SVP kennt bekanntlich Fraktionszwang, auch Frau Estermann hat so abgestimmt wie Herrliberg bestimmte und an Statthalter Aeschi übermittelte.

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    LD, 22.02.2023, 12:30 Uhr

    Ich habe ihren Ton auch nicht gemocht. Und die übrige Politprominenz mit ihrem staatszerstörenden Woke-Ismus? Ob aus Politik, Kunst, Kultur, Sport, Unterhaltung oder Soziologie, in Übereinstimmung mit Einflüsterern von aussen hatten und haben sie entsprechend Einfluss auf die Meinungsbildung derjenigen, die sich nicht mit Politik auseinandersetzen. CO²-LGBTQ+‐, Coronawahn und seine absurden Einschränkungen, Digitalisierung inkl. Akzeptanz der vollständigen Kontrolle über uns, Aufspringen auf die kriegstreibenden ’sinnstiftenden› Erzählungen der EU und NATO mit Aufgabe der Neutralität haben fundamental in das ursprüngliche Selbstverständnis von uns eingegriffen. Diese Bestimmer sind erfolgreicher, weil sie die Menschen mit hiesiger Sprache subtil in deren Entscheidungsprozesse einwickeln und ihre Narrative mit Legitimität versehen. Selbst die Beschneidung demokratischer und völkerrechtlicher Grundrechte werden gefressen. Ein irres Beispiel unter sehr vielen war das Verbot Sterbende zu begleiten.

    Und? Schweigen im mitgeschaufelten Grab der Demokratie. Die Menschen mit blauer Pille intus sind im falschen Film aufgewacht.

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    Marc, 22.02.2023, 10:06 Uhr

    Das ist mal eine gute Nachricht. Diese Frau haben wir nun 16 Jahre durchgefüttert und was hat’s gebracht? Eine Fahne weht. Mehr war da ja nie. Moll, bravo.

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    Kasimir Pfyffer, 22.02.2023, 10:06 Uhr

    Hosianna!

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    Murti Muheim, 22.02.2023, 10:00 Uhr

    Freude herrscht!

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    Christian Scherrer, 22.02.2023, 10:00 Uhr

    Zitat: «Die zunehmend polarisierende Politik bereite ihr Mühe!» Wer hat’s erfunden, Frau Estermann?

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      Peter Bitterli, 22.02.2023, 10:49 Uhr

      Urban Frye?

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    Nonsens Politicus, 22.02.2023, 09:25 Uhr

    Gott sei Dank! Und nun gehören auch noch ihre mittelalterlichen Initiativen versenkt!

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    • Profilfoto von Peter Bitterli
      Peter Bitterli, 22.02.2023, 10:03 Uhr

      Nomen est omen, nicht? Frei gewählt und von Substanz triefend.

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        Kasimir Pfyffer, 22.02.2023, 11:49 Uhr

        Tja, nicht immer gilt nomen = omen, denn die lebensfrohen, optimistischen und heiteren Kommentare von Kamerad Bitterli versüssen uns hier jede Woche das Leben und zaubern noch dem ärgsten Griesgram ein Lächeln aufs Gesicht. Ein echter Glücksfall, dieser seltene Optimist und Lebenskünstler in unsrer Mitte!

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