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Laufsteg soll Grundstück-Problem lösen
Sturer Grundbesitzer: Stadt Zug plant «Umweg» zur Badi

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Hier, wo aktuell Rohre verlegt werden, soll der Spazierweg vom Ufer her dereinst herführen. Dahinter steht das Baudepartement um Bauchefin Eliane Birchmeier. (Bild: zvg / wia)

Zuger Spaziergänger warten schon lange darauf, dass der Gehweg zwischen und Strandbad durchgängig wird. Ein sturer Grundbesitzer stellt sich aber quer. Die plant nun, das Problem elegant zu umgehen. Wortwörtlich.

Voraussichtlich im Jahr 2025 soll das Zuger Strandbad in neuem Glanz erstrahlen. Neue Bauten, viel mehr Platz, zusätzliche Schattenspender und erweiterte Angebote für Gross und Klein. Kürzlich hat der Grosse Gemeinderat einen Projektierungskredit von 1,5 Millionen Franken durchgewinkt (zentralplus berichtete).

Hand in Hand mit dem Badi-Ausbau plant die die Erweiterung des Spazierwegs zwischen und Badi. Aktuell führt dieser stellenweise entlang der Chamerstrasse, was nicht besonders romantisch ist.

Grundeigentümer ist nicht erreichbar

Nur: Ein unerwartetes Hindernis schnitt der Stadt wortwörtlich den Weg ab. Der Grundeigentümer, über dessen Land der öffentliche Spazierweg führen sollte, ist nicht erreichbar. Dies offenbar schon seit Jahren.

«Weder telefonisch noch postalisch oder vor Ort», äusserte sich Bauchefin im Bericht der Bau- und Planungskommission. «Es wurden bereits etliche Versuche unternommen, um in Kontakt treten zu können. Alle Anstrengungen hatten bis jetzt jedoch keinen Erfolg, trotz Unterstützung aus der Nachbarschaft und Verwandten des Eigentümers.»

Besagtes Grundstück auf Zugmap.ch. Grünlich die Wohnzone, blau die öffentliche Zone, das Ufergelände gehört dem Kanton.

«Im Endeffekt konnten wir also die nötigen Verhandlungen nicht abschliessen und werden diese voraussichtlich auch in Zukunft nicht abschliessen können», ergänzt Birchmeier auf Anfrage. «Dies, obwohl der Teil des Grundstücks, durch den der Weg führen würde, als Zone des öffentlichen Interesses für Bauten und Anlagen (OeIB) definiert ist.»

Ein Augenschein zeigt: Spaziergänger, die den ursprünglich geplanten Spazierweg nehmen möchten, hätten es aktuell schwer. Das Grundstück ist ziemlich überwuchert, eine Machete wäre beim Durchqueren von Vorteil.

Dort wo gerade ein Auto steht, soll künftig der Umweg ums Privatgelände geführt werden. Dieses ist, unschwer zu erkennen, sehr verwuchert.

Schwierige Grundeigentümer? Nicht zum ersten Mal in Zug

Die aktuellen Hindernisse stünden nicht im Zusammenhang mit vorgehenden Schwierigkeiten in Bezug auf die , betont die Bauchefin. Dem Kauf besagter Wiese im Jahr 2019 ging ein jahrelanges Hickhack mit der Grundeigentümerfamilie voran, das bis vors Bundesgericht führte.

Sogar eine Enteignung stand im Raum, bevor sich die beiden Parteien letztlich auf einen Kaufpreis von fast 5 Millionen Franken einigen konnten (zentralplus berichtete).

«Auch in diesem Fall wäre eine Enteignung aufgrund der öffentlichen Zone grundsätzlich möglich gewesen. Das wollten wir jedoch verhindern, solange es eine andere Lösung gibt», sagt Birchmeier.

Badi Zug: 28-Meter-Steg am See soll’s richten

Besagte Lösung soll Spaziergänger nun übers Wasser führen. «Die private Liegenschaft endet nämlich nicht direkt am Wasser, sondern knapp davor. Der schmale Bereich entlang des Ufers gehört dem Kanton.» Dort wiederum darf die Stadt bauen. Weil der Uferstreifen für einen normalen Weg zu schmal ist, will die Stadt das Grundstück mit einem 28 Meter langen umgehen.

Im Winter, wenn das Strandbad geschlossen ist, führt dieser Weg weiter dem Ufer entlang, durch das Badi-Gelände. Im Sommer geht’s, auf dem Steg von Südost kommend, in einem 90-Grad-Winkel weiter entlang des künftigen Areals der Badi Zug.

Die gesamte Sanierung und Vergrösserung der Badi in Zug soll maximal 13,5 Millionen Franken kosten. «Im Preis sind auch die Kosten für den Ausbau des Seeuferwegs beinhaltet. Inklusive Steg-Lösung», sagt Birchmeier.

Das bestehende Bootshaus wird in Richtung Südost verschoben. Von dort soll auch der künftige Spazierweg herführen.
Verwendete Quellen
  • Zugmap.ch
  • Augenschein vor Ort
  • Persönliches Gespräch mit Stadträtin Eliane Birchmeier
Weitere Quellen
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3 Kommentare
  1. Felix Koch, 12.05.2022, 17:43 Uhr

    Mitte 1980-iger Jahre fand ein Wettbewerb über die Seeufergestaltung statt. Urs Zumbühl hat diesen gewonnen. Er machte damals einen interessanten Vorschlag für die Wegführung. Sind diese Pläne nicht mehr auffindbar?

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  2. Elias Zug, 12.05.2022, 10:12 Uhr

    Ein Querulant halt, dem es offenbar gut gelingt, das ganze auszusitzen. Lösung: Umgehend Baugesuch ausschreiben, dann meldet er sich plötzlich, um es bis Bundesgericht zu verzögern.

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  3. Hansrobert, 12.05.2022, 07:45 Uhr

    Zeit für Zurückeignung (schliesslich gehört die Erde allen Menschen).

    2 👍 Gefällt mir 0 👏 Applaus 0 🤔 Nachdenklich 1 👎 Daumen runter

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