Politik
Zu viel Phosphor im See

Stéphanie Vuichard will weniger Schwyzer Gülle im Zugersee

Das Ausbringen von Dünger ist hauptverantwortlich für die hohe Phosphorkonzentration in den Seen. So auch im Zugersee. (Bild: Hulda Jossen/AURA)

Die Zuger Kantonsrätin Stéphanie Vuichard (ALG) ärgert sich über die Schwyzer Gülle, die in den Zugersee gelangt. Die Grünen-Politikerin will, dass der Kanton Schwyz bei der Phosphor-Reduktion mehr Verantwortung übernimmt.

Die Kantone Zug und Luzern wollen im Kampf gegen den Phosphor im Zugersee gemeinsame Sache machen (zentralplus berichtete). Denn der Nährstoffgehalt in den Gewässern muss reguliert werden, wenn er über die gesetzlich erlaubte Menge hinausgeht. Und das ist im Zugersee schon länger der Fall. Doch nicht alles liegt in der Hand der zwei Kantone.

Nachdem Zug und Luzern nämlich für 2023 den Bauern klare Grenzwerte für die Gülle gesetzt hatten, geht es im Kanton Schwyz noch wesentlich langsamer zu und her. Denn auch Schwyz müsste eingreifen, hat es aber noch nicht getan. Ihrem Ärger verschaffte die Zuger Kantonsrätin Stéphanie Vuichard (Alternative – die Grünen) gegenüber dem «Bote der Urschweiz» Luft.

Phosphorgehalt liegt weit über dem Grenzwert

Der Zugersee liegt mit einem Phosphorgehalt von 80 Milligramm pro Kubikmeter Wasser deutlich über den erlaubten 30 Milligram, die der Bund zulässt. Das führe dazu, dass an der Wasseroberfläche Algen wüchsen und in der Tiefe nur wenig Sauerstoff vorhanden sei, schreibt der «Bote».

Wenn also der Nährstoffgehalt eines Sees zu hoch werde, müssten die Kantone diesen regulieren. Das sehe die eidgenössische Gewässerschutzordnung vor. Konkret müssen die Kantone den sogenannten oberirdischen Zuströmbereich (Zo) festlegen. Denn über diesen kommen die nährstoffhaltigen Verunreinigungen, wie zum Beispiel die phosphorhaltige Gülle, in die Seen und Flüsse.

Zug und Luzern haben erste Schritte unternommen

In Zug und Luzern hat man bereits erste Entscheidungen getroffen. Für 2023 gelten tiefere Grenzwerte für die Gülle, die Bäuerinnen ausbringen. Denn gemäss der Zuger Regierung stammen rund drei Viertel der 12,1 Tonnen Phosphor, die jährlich in den Zugersee fliessen, aus der Landwirtschaft.

Die Zuger Kantonsrätin Vuichard beschäftigt allerdings, wie diese Entscheide konkret umgesetzt werden. Laut Stéphanie Vuichard ist das nämlich noch nicht so klar. Gegenüber dem «Bote der Urschweiz» sagte sie: «Wir sind gespannt, welche Massnahmen schliesslich tatsächlich umgesetzt werden. Die Förderung von Biolandbau im Zuströmbereich wäre sicher ein interessanter und wirkungsvoller Ansatz.»

Die Umweltingenieurin ist in dieser Thematik als Kantonsrätin sehr aktiv. Und für sie ist klar, der Kanton Schwyz müsse seine Verantwortung bei der Wasserqualität des Zugersees wahrnehmen.

Kanton Schwyz soll mehr Druck auf Bauern ausüben

Und das bedeutet für die Zugerin, dass der Kanton mehr Druck auf die Betroffenen machen müsse. Da auch der Kanton Schwyz am Zugersee liegt, muss auch er gemäss der Gewässerschutzverordnung des Bundes bei zu hohen Nährstoff-Einträgen einen Zuströmbereich festlegen. Genau wie dies Luzern und Zug auch machen.

Im Kanton Schwyz sei man dran, hält das dortige Amt für Gewässer gegenüber dem «Bote der Urschweiz» fest. Da die Betroffenen allerdings erst vor wenigen Tagen informiert worden seien, sei man noch nicht so weit wie in Zug. Nachdem die Antworten mit einer Nährstoffbilanz von den Bäuerinnen eingegangen seien, würde das Amt für Landwirtschaft die ausgebrachte Menge Phosphor ermitteln können.

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