Politik
Wegen der Energiekrise

Stadt Luzern soll die Heizung in Kitas herunterdrehen

Die Stadt Luzern prüft, ob auch in den Kitas die Raumtemperatur gesenkt werden kann. (Bild: Adobe Stock)

Die Diskussion um mögliche Energiesparmassnahmen nimmt neue Dimensionen an. Die Stadt Luzern kann sich sogar vorstellen, den Kitas und Schulen die Heizung herunterzudrehen. In der Nacht könnte es zudem beängstigend werden. Wir zeigen, welche Massnahmen zur Diskussion stehen.

Stromsparen ist das Wort der Stunde. Stromleisten ausschalten, kälter duschen, weniger heizen. An allen Ecken und Enden werden Sparmassnahmen geprüft und empfohlen. Auch die Weihnachtsbeleuchtung in Luzern wird diesen Winter eine Woche weniger und täglich zudem eine Stunde weniger lang leuchten. Das hat der Verein Weihnachtsbeleuchtung kürzlich entschieden (zentralplus berichtete).

Doch jetzt wird klar, dass die Adventslichter nur ein Detail in der Diskussion um Sparmassnahmen sind. Die Stadt prüft nämlich derzeit eine Reihe von Massnahmen, die der Schweizerische Städteverband vorgeschlagen hat.

Die energie- und klimapolitische Kommission des Städteverbands hat eine Liste mit Massnahmen zusammengestellt, welche die Städte umsetzen können, um eine Strommangellage abzuwenden. Dabei sollen sogar Kinder in den Kitas mithelfen: Und zwar, indem die Heizung heruntergedreht wird.

Heizung herunter: In den Kitas könnte es 2 Grad kälter werden

Der Städteverband empfiehlt hauptsächlich, beim Heizen zu sparen. Und zwar in allen öffentlichen Gebäuden. Darunter fallen sowohl Verwaltungsgebäude als auch Schulen und Kinderbetreuungsstätten. Die Raumtemperatur könnte dort grundsätzlich um zwei Grad gesenkt werden. Kinder, die lange Zeit in den Kitas verbringen, müssen sich künftig wohl wärmer einpacken. Genauso soll die Wassertemperatur in den Hallenbädern um zwei Grad reduziert werden.

Der Stadt Luzern erscheint das allerdings gar nicht so abwegig. Auf Anfrage heisst es von der Medienstelle: «Die Stadt Luzern prüft alle vorgeschlagenen Massnahmen.» Die Krisenstäbe der Stadt Luzern würden die Situation anhand der Informationen des Bundes und des Kantons analysieren und je nach erwarteter Szenarien Massnahmen vorbereiten.

Zurück ins Home Office wegen Kälte im Büro?

Auch im Büro könnte es mit den Vorschlägen des Städteverbands ungemütlich werden. Das Warmwasser würde in Verwaltungsgebäuden komplett abgestellt und die Raumtemperatur von selten gebrauchten Sitzungszimmern und Büros auf 15 Grad reduziert. Zudem könnte die Beleuchtung möglichst heruntergefahren und auf Weihnachtsbeleuchtung in der Verwaltung gänzlich verzichtet werden.

Weitere Massnahmen sehen vor, dass jegliche Geräte in Verwaltungsgebäuden ausserhalb der Bürozeiten komplett ausgeschaltet werden. Auch Aufzüge und Rolltreppen könnten ausser Betrieb genommen werden, wenn es Alternativen für Gehbehinderte gibt. Zudem könne eine bessere Isolation durch geschlossene Fenster und Rollläden Energie einsparen.

Bei der Stadt Luzern ist man noch relativ offen. «Der Stadtrat wird sich zu gegebener Zeit mit den Erkenntnissen auseinandersetzen und je nach Einschätzung entsprechende Massnahmen auslösen. Zudem will sich die Stadt Luzern im Rahmen des Städteverbands mit den anderen Städten absprechen», heisst es von der Medienstelle.

Lichter aus im öffentlichen Raum

Im öffentlichen Bereich setzt der Verband bei ähnlichen Massnahmen an. Im Bus und Zug könnte man bald mächtig frösteln. Nach den Vorschlägen des Städteverbands könnte nämlich die Temperatur im ÖV um vier Grad oder mehr gesenkt werden.

Im Aussenbereich steht vor allem die Beleuchtung im Vordergrund. Da schlägt der Verband vor, die Aussenbeleuchtung von öffentlichen und historischen Gebäuden abzuschalten. Das wurde bereits in einzelnen deutschen Städten so umgesetzt. Ähnliches könnte auch für Leuchtreklamen und festliche Beleuchtung gelten.

In der radikalsten Form stellt sich der Verband ein komplettes Abschalten der öffentlichen Beleuchtung in der Nacht vor. Da es im Winter ohne Beleuchtung nur wenige Stunden hell ist, könnte ein Ausschalten Auswirkungen auf das Sicherheitsgefühl der Menschen haben.

Verwendete Quellen
  • Medienmitteilung des Schweizerischen Städteverbands
  • Schriftlicher Austausch mit der Stadt Luzern
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