Politik
Galgenwäldli-Postulat eingereicht

SP will dunkle Emmer Geschichte erfahrbar machen

16 paarweise angebrachte, verschmutzte, teils überschmierte und beschädigte Texttafeln zeigen die dunkle Geschichte des «Galgenwäldli». (Bild: Gemeinde Emmen)

Dort wo die kleine Emme und die Reuss zusammenfliessen, passierte in der Vergangenheit schreckliches. Nördlich von dieser Stelle war von 1562 bis 1798 das «Galgenwäldli». Dort wurden die Todesurteile vollstreckt und Tierkadaver entsorgt. Die SP will, dass dieses dunkle Kapitel erfahrbar wird.

Das «Galgenwäldli» war ein schrecklicher Ort. Nördlich des Zusammenflusses von der kleinen Emme und der Reuss, wurden Menschen hingerichtet. Von 1562 bis 1798 war dies die Richtstätte und diente auch als Wasenplatz zur Entsorgung von Tierkadavern.

Als von 1987 bis 1989 das Umspannwerk der SBB gebaut wurde, war die Kantonsarchäologie vor Ort. Aufwendige Grabung und Untersuchungen des «Galgenwäldli» haben die dunkle Geschichte neu beleuchtet. Nur wird auf dieses Kapitel mit wenig Herz hingewiesen. So schreibt die SP: «Das öffentliche Informationsangebot beim Galgenwäldli beschränkt sich auf 16 paarweise angebrachte, verschmutzte, teils überschmierte und beschädigte Texttafeln mit schwarzweissen Abbildungen, die auf einer kleinen, wenig gepflegten Wiese zwischen zwei Velohauptrouten aufgestellt sind.»

SP will eine Neukonzeption des Galgenwäldli

Dies will die SP-Einwohnerratsfraktion Emmen ändern und hat ein entsprechendes Postulat eingereicht. Einwohnerrat Jonas Ineichen und seine Partei wollen die dunkle Geschichte in ein neues Licht rücken. «Der Richtplatz in Emmen ist ein einzigartiges Zeugnis von Rechtsprechung und Tod während der Epochen des Spätmittelalters und der frühen Neuzeit. Eine attraktive Neugestaltung des Informationsangebotes auf dem Richtplatz ermöglicht es, diese Facette der Emmer Geschichte einer breiteren Gruppe von Besuchern und Einheimischen näher zu bringen.»

Mit dem Postulat fordern sie den Gemeinderat auf, Massnahmen einzuleiten, um die über die Zeit in Mitleidenschaft gezogenen Infotafeln zeitnah zu ersetzen. Auch soll geprüft werden, wie das Informationsangebot verbessert werden kann.

Vorstellen könnte sich Ineichen, dass es künftig modernere Tafeln die Informationen liefern. Weiter könne er sich eine virtuelle Nachbildung von Teilen des Richtplatzes vorstellen. Oder auch «Die Schaffung eines multimedialen Informationsangebotes.»

Das Postulat wurde am 1. September eingereicht.

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