Angebote für alle Luzerner Gemeinden

SP lanciert Initiative für Ausbau der Kinderbetreuung

Sollen Kindertagesstätten bald im ganzen Kanton verfügbar sein? (Bild: Unsplash/Christopher Ryan)

Die SP des Kantons Luzern will mittels der Initiative «Bezahlbare Kitas für alle» entsprechende Grundlagen schaffen. Sie fordert, dass Eltern maximal 30 Prozent der Kosten eines Kita-Platzes tragen müssen.

Mit einer Volksinitiative will die SP Luzern Familien im ganzen Kanton bei der Bezahlung von Kita-Plätzen unterstützen. Maximal 30 Prozent der Kosten eines Kita-Platzes solle eine Familie tragen müssen, fordert die Initiative «Bezahlbare Kitas für alle».

Ausserdem solle der Kanton eine flächendeckende Versorgung mit Plätzen für die familienergänzende Kinderbetreuung schaffen. Die SP argumentiert, die monetären Vorteile einer Subventionierung von Kita-Plätzen würden die Kosten übersteigen: «Höhere Einkommen der Eltern führen zu mehr Steuereinnahmen für die Gemeinden und zu tieferen Sozialhilfeausgaben.» Und die Förderung der Kinder helfe ihnen, den Übergang in die Schule zu meistern. Das verbessere die Schulleistungen und senke den finanziellen Aufwand für schulische Fördermassnahmen.

Teil der Forderungen der Initiative sind auch gute Arbeitsbedingungen in den Kitas. Gut ausgebildetes und motiviertes Personal sei für die Betreuung von kleinen Kindern enorm wichtig. Dazu brauche es einen Gesamtarbeitsvertrag.

Die Kinderbetreuung beschäftigt über Luzern hinaus

Es tut sich gerade viel in Sachen Kinderbetreuung: Letzten November haben 79 Prozent der Stimmbevölkerung in der Stadt Luzern eine Ausweitung ihres Gutscheinsystems beschlossen. Neu gibt die Stadt pro Jahr nicht mehr vier, sondern sechs Millionen Franken an Eltern weiter, um sie bei der externen Kinderbetreuung finanziell zu unterstützen. Das Modell der Stadt ist in den vergangenen Jahren vielen Gemeinden zum Vorbild geworden.

Eben hat Malters angekündigt, ein eigenes Gutscheinsystem einführen zu wollen. Es wäre die 39. Gemeinde im Kanton, die dem Vorbild der Stadt Luzern folgen würde. Zu reden gibt allerdings die Einkommensgrenze, bis zu welcher Gutscheine bezogen werden können. In der Stadt Luzern wurde sie gerade auf 125'000 Franken angehoben. So will die Stadt die bereits bestehenden Betreuungsangebote besser auslasten.

Grosse Unterschiede im Kanton Luzern

Die Anhebung ist eine der Empfehlungen, die 2018 eine externe Studie ergeben hat. So soll das bestehende Angebot besser ausgelastet werden. Denn Krippenplätze hat die Stadt aktuell genug, die Auslastung liegt bei knapp über 70 Prozent. Die Anhebung der Grenze soll dazu beitragen, dass sich mehr Stadt-Luzerner die Angebote leisten können (zentralplus berichtete).

In Malters sind aktuell 100'000 Franken Einkommen als Obergrenze geplant, berichtet die «Luzerner Zeitung». Andere Gemeinden arbeiten mit einer Grenze von 75'000 Franken steuerbarem Einkommen.

«Mit der kantonalen Initiative wollen wir eine Möglichkeit, um die Familien in den Gemeinden unabhängig vom Angebot zu unterstützen», sagt SP-Grossstadträtin Maria Pilotto auf Anfrage. Auch weil 38 Gemeinden bereits auf ein Gutscheinsystem setzen. «Aber der Kanton Luzern hat 83 Gemeinden. Eine kantonale Lösung wäre auch eine gute Möglichkeit, um die Kinderbetreuung in den Gemeinden unabhängig vom Angebot zu unterstützen», so Pilotto.

Denn die Unterschiede sind gross. Während Spielgruppen in fast allen Gemeinden verfügbar sind, ist das bei Kindertagesstätten nicht der Fall. Die relativ hohe Nachfrage in den städtischen Gebieten hat dort mit den Unterstützungsmassnahmen zu einem guten Angebot geführt, auf dem Land gibt es hingegen noch Lücken.

Erst vor einer Woche hat die SP Schweiz ausserdem ihre nationale Kita-Initiative lanciert, die ähnliche Forderungen stellt wie die SP Luzern das auf kantonaler Ebene tut.

Trotz nationaler Initiative: «Es braucht auch Bemühungen auf kantonaler Ebene, um ins Gespräch zu kommen», sagt Pilotto. Nachdem sich von der Stadt Luzern aus mit den Betreuungsgutscheinen ein Trend auf Gemeinde-Ebene abzuzeichnen begonnen hat, soll die kantonale Initiative eine erste Vereinheitlichung bringen. «Und die nationale Initiative vereinheitlicht noch einmal.»

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2 Kommentare
  • Profilfoto von Brut Paar
    Brut Paar, 17.03.2022, 17:05 Uhr

    Sehr gute Idee der SP, da bin ich sofort dafür…… Aber nur, wenn die ungedeckten 70% der Kosten ausschliesslich von den Steuereinnahmen der Familien bezahlt werden. Kann ja nicht sein, dass die kinderlosen Haushalte mit ihrem Steuergeld all den ganzen Blödsinn deren bezahlen müssen, die keine Zeit für ihre Kinder haben, sich keine Kinder leisten können bzw. der Verhütungstechniken nicht mächtig sind.

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    • Profilfoto von Ueli
      Ueli, 18.03.2022, 17:31 Uhr

      Es ist eine gute Investition des Staates. Die AHV muss ja von den Jüngeren finanziert werden.

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