Politik
Velostation und Flaniermeile

So wird die Luzerner Bahnhofstrasse bis 2025 veredelt

Das Fahrverbot ist bereits da, die Bahnhofstrasse soll sich aber noch deutlich stärker verändern. (Bild: Studio 12 Luzern)

Die Bahnhofstrasse soll endlich zu dem werden, wozu sie seit Jahren vorbestimmt ist: zu einem echten Begegnungsort für die Luzerner Bevölkerung. Die Stadt präsentiert nun ihre Pläne, wie sie die Strasse für rund 28 Millionen Franken neu gestalten will. Das Volk soll schon in einem halben Jahr über das Projekt abstimmen können.

Detailliert und ambitioniert: So lassen sich die Pläne des Luzerner Stadtrates für die Bahnhofstrasse verknappen. Innert wenigen Jahren soll der Strassenabschnitt komplett umgestaltet und aufgewertet werden. Herzstück des Projekts ist die geplante unterirdische Velostation. Aber auch oberirdisch wird sich das Gesicht der Strasse massiv verändern.

Stadtrat Adrian Borgula hat am Donnerstag nun den Bericht und Antrag zuhanden des Grossen Stadtrates der Öffentlichkeit vorgestellt. Der Stadtrat beantragt beim Parlament die Gutheissung dreier Kredite, die sich auf insgesamt 27,71 Millionen Franken belaufen.

Neue Bäume und ausgeweitetes Fahrverbot

Für die fast 28 Millionen soll einiges umgesetzt werden. So soll die Bahnhofstrasse eine lang ersehnte zweite Baumreihe erhalten. Gemäss den Plänen der Stadt werden 29 zusätzliche Bäume dazu beitragen, dass entlang der Reuss eine echte Allee entsteht.

«Der erste Blick auf die Stadt wird künftig auf die Bahnhofstrasse fallen.»

Adrian Borgula, Umwelt- und Mobilitätsdirektor.

Unter der doppelten Baumreihe soll ein Mergelbelag – analog jenem beim Nationalquai – eingebaut werden. Daneben entstehen mobile Sitzgelegenheiten mit Bepflanzung. «Der erste Blick auf die Stadt wird künftig auf die Bahnhofstrasse fallen», ist Umwelt- und Mobilitätsdirektor Adrian Borgula überzeugt. «Es ist eine subtile, schlichte und elegant gestaltete Promenade», ist der Eindruck des Stadtrates.

Das bereits geltende teilweise Fahrverbot mit Zubringerdienst wird zu diesem Zeitpunkt auf die ganze Bahnhofstrasse ausgeweitet. Der Theaterplatz wird hingegen lediglich provisorisch aufgewertet. Dies mit Blick auf die Pläne für den Neubau des Luzerner Theaters (zentralplus berichtete). Für die Neugestaltung der Bahnhofstrasse wird ein Ausführungskredit von 6,8 Millionen beantragt. Hinzu kommen 500'000 Franken an Folgekosten und zusätzlich 480'000 Franken für notwendige Arbeiten an der Kanalisation.

Velostation wird teilweise gebührenpflichtig

Der grösste Brocken des Projekts ist selbstredend die unterirdische Velostation. Der Stadtrat beantragt einen Ausführungskredit von 17,8 Millionen Franken plus 1,46 Millionen Franken für die Folgekosten. Darunter fällt vor allem der Betrieb der Velostation. Dafür soll eine moderne Velostation mit 1'200 witterungsgeschützten Abstellplätzen entstehen.

Wie die Station dereinst bewirtschaftet werden soll, ist bereits bekannt. So wird ein Sektor der Velostation gebührenpflichtig sein – jene 500 Plätze, die näher beim Bahnhof liegen. Die Gebühren werden sich zwischen 1 und 2 Franken für einen Einzeleintritt und 60 bis 150 Franken für ein Jahresabonnement bewegen (zentralplus berichtete). Nun wurde die Station aber noch detaillierter ausgearbeitet. Der direkte Zugang zum Bahnhof und eine Werkstation, eine Garderobe und Schliessfächer sind neu wesentliche Elemente der Velostation.

Vorarbeit für den Durchgangsbahnhof

Roger Schürmann, Bereichsleiter Projekte, erklärte an der Präsentation derweil die Herausforderungen, die sich beim Bau der Velostation stellen. Dies insbesondere mit Blick auf den Untergrund.

Schürmann streicht aber auch heraus, dass die unterirdische Velostation die einzig kompatible Lösung mit dem geplanten Durchgangsbahnhof ist. Dies auch, weil während der Bauzeit die Veloparkierung beim Bahnhof wesentlich eingeschränkt sein wird. «Der heutige Velotunnel beim Bahnhof wird nicht nutzbar sein und die Velostation bei der Uni möglicherweise auch wegfallen.» Auch Stadtrat Borgula sieht in der Realisation der Velostation eine wichtige «Vorarbeit» für den Durchgangsbahnhof.

Auflage bereits im August

Die Auflage für die Neugestaltung der Bahnhofstrasse ist bereits für den 25. August angesetzt, jene für die Velostation erfolgt eine Woche später. Die Volksabstimmung zum Kredit für die Velostation ist für Februar 2022 vorgesehen. Demnach könnte bereits im folgenden Herbst mit den Bauarbeiten begonnen werden.

Im ersten Schritt soll die Bahnhofstrasse so weit wie möglich aufgewertet, im zweiten Schritt die Velostation gebaut werden. Insgesamt geht die Stadt von drei bis dreieinhalb Jahren Bauzeit aus.

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