Politik Verkehr & Mobilität

Luzerner Stadtrat will sofort loslegen
Neuer Anlauf zur Rettung der Cheerstrasse in Littau

  • Lesezeit: 4 min
  • Kommentare: 4
  • Politik
Diese Bahnschranke steht im Zentrum der Verkehrsprobleme im Littauerboden. (Bild: io)

Der Stadtrat will die Bevölkerung miteinbeziehen, um den Littauerboden endlich aufzuwerten. Es sind aber auch Sofortmassnahmen notwendig. Es soll deshalb keine weitere Zeit mehr verschwendet werden.

Die Cheerstrasse ist zwei Dinge: Einerseits ein unscheinbarer Strassenabschnitt im Littauerboden von knapp 200 Metern Länge. Andererseits eine immer wiederkehrende Migräne für Politik und Verkehrsplaner.

Die Geschichte der kleinen Verbindungsstrasse ist eine lange und wenig rühmliche. Vom Durchgangsverkehr heillos überlastet, scheiterten und verzögerten sich mehrere Anläufe zur Entlastung der Strasse und der Aufwertung des umliegenden Quartiers. Die jüngsten Pläne hat das Parlament im vergangenen Juni versenkt (zentralplus berichtete).

In der Folge wurden mehrere Motionen eingereicht, die einen Neuanlauf zur Umgestaltung des Littauerbodens forderten (zentralplus berichtete). Der Stadtrat will sie alle entgegennehmen und zeigt jetzt auf, wie er bei der Cheerstrasse doch noch den «Rank» finden will.

Entwicklungskonzept und Sofortmassnahmen

Für den Stadtrat ist klar, dass die Probleme im Littauerboden zweigleisig angegangen werden müssen. Einerseits will er ein Entwicklungskonzept erarbeiten, um eine mittel- bis langfristige Lösung der Verkehrsprobleme im Umfeld des Bahnhofs Littau und mögliche Verbesserungen der Aufenthaltsqualität aufzuzeigen. Andererseits soll eruiert werden, welche Sofortmassnahmen zur Entlastung der Situation ergriffen werden können.

«Die Geschichte der Cheerstrasse und des Littauerbodens gebietet ein rasches Handeln. Die Anliegen der Anwohnerinnen und Anwohner sind uns wichtig und sollen schnell geprüft werden.»

Adrian Borgula, Mobilitäts- und Verkehrsdirektor

Der Eindruck: Die Stadt will bei der Cheerstrasse keine Zeit mehr ungenutzt verfliessen lassen. Stadtrat Adrian Borgula (Grüne) bestätigt den Eindruck: «Die Geschichte der Cheerstrasse und des Littauerbodens gebietet ein rasches Handeln. Die Anliegen der Anwohnerinnen und Anwohner sind uns wichtig und sollen schnell geprüft werden.» Man habe nun lange an einem Projekt gearbeitet, das letztlich nicht zustande gekommen ist. «Dass die Verkehrssituation im Littauerboden mit hoher Priorität und möglichst rasch verbessert werden soll, ist aber nach wie vor unbestritten, weshalb wir zügig voranschreiten wollen», so Borgula.

SBB und Renggloch stellen neue Herausforderungen

Zudem würden mehrere weitere Faktoren ein rasches Handeln unabdingbar machen, erläutert Borgula: «Zum einen müssen wir eine bessere Lösung für die Busverbindungen zum Littauer Bahnhof finden. Mit dem geplanten Umbau des Bahnhofs durch die SBB erhöht sich dieser Handlungsbedarf zusätzlich.»

Aber auch die anstehende Sanierung der Strasse durch das Renggloch wird Einfluss auf den Verkehr in Littau haben (zentralplus berichtete). «Es handelt sich dabei zwar um ein Projekt des Kantons, aber wir müssen darauf vorbereitet sein», sagt Borgula. «Wir müssen beim Projekt Cheerstrasse flexibel genug sein, auf solche externen Faktoren reagieren zu können.» Denkbar seien auch kleine Provisorien oder einfachere Massnahmen, wie etwa Belagssanierungen, um eine Verbesserung der Situation zu bewirken.

Bevölkerung soll eine Schlüsselrolle spielen

Das oben genannte Entwicklungskonzept soll neben dem Schwerpunkt zur Lösung der verkehrlichen Probleme auch die Siedlungsentwicklung und die Potenziale zur Aufwertung von Freiräumen aufzeigen. «Aus Sicht des Stadtrates ist dabei eine breit abgestützte Partizipation wichtig. Es ist dem Stadtrat ein Anliegen, dabei insbesondere auch die Quartierbevölkerung einzubeziehen und auf deren Bedürfnisse einzugehen», heisst es in der Beantwortung einer der drei entsprechenden Motionen.

Für einen Teil der Anwohner dürfte dies Balsam für die Seele sein. Die belastete Geschichte sorgte bei manchen in Littau für Ressentiments und das Gefühl, vom Rest der Stadt vergessen worden zu sein (zentralplus berichtete).

Neben fachlich orientierten Arbeiten durch die Verwaltung ist nun also auch ein Partizipationsprozess geplant. «Dieser soll allen Betroffenen die Gelegenheit bieten, sich einzubringen und inhaltlich eine Fokussierung auf die wesentlichen Probleme und eine Schärfung der Ziele ermöglichen», schreibt der Stadtrat dazu. Das Partizipationsverfahren wird durch die Dienstabteilung Quartiere und Integration und die Stelle für Kommunikation unterstützt. Vorgesehen sind öffentliche Veranstaltungen vor Ort sowie weitere Angebote auf der Partizipationsplattform Dialog Luzern.

Lösung soll 2023 auf dem Tisch liegen

Für die Erarbeitung des Entwicklungskonzepts muss ein externes Planungsbüro beigezogen werden. Dafür geht der Stadtrat von Kosten in Höhe von rund 250’000 Franken aus. Dazu kommen noch interne Aufwendungen für die Projektbearbeitung.

Mit der Durchführung der Arbeiten für das Entwicklungskonzept wird das Tiefbauamt beauftragt. Mit der Erarbeitung einer Liste von möglichen Sofortmassnahmen habe dieses bereits begonnen, damit die Planung und Umsetzung möglichst schnell erfolgen kann.

Bereits im nächsten Jahr soll die Erarbeitung des Entwicklungskonzepts Umfeld Bahnhof Littau inklusive Partizipation in Angriff genommen werden. Dafür geht die Stadt von ein bis anderthalb Jahren aus. Ab 2023 werde ein Planungsbericht vorbereitet. «Ziel des Stadtrates ist es, dem Grossen Stadtrat Ende 2023 einen Lösungsvorschlag zu präsentieren», heisst es in der Beantwortung einer der drei Motionen.

Zunächst aber muss das Stadtparlament die drei Cheerstrassen-Motionen behandeln. Diese sind bereits für die Sitzung vom 16. Dezember traktandiert.

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4 Kommentare
  1. Müller, 03.12.2021, 09:00 Uhr

    Eine Fehlplanung ,die Umfahrung vom Otto aus gesehen durch die Bahn Unterführung muss bei der Reformierten Kirche hochkommen den von da Fährt man gerade durch die Mattstrasse in die Hauptstrasse Luzernerstrasse Littau hoch , Links der Kirche Direkt via Reussbühl was ist los mit den Planern eine Umfahrung kann und darf nicht mitten durch das Dorf geführt werden, an Kirche und Schule vorbei, höchstens eine Abzweigung nun kommt ja die Neue Strasse Renggloch mal sehen.

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  2. Hegard, 02.12.2021, 17:32 Uhr

    Wieviel will Borgula noch verlochen.Ich habe kein Bezug zur Cheerstr.
    Aber bitte überlässt das Planen Profis.Es wird so schon genug Steuern verschwendet.
    Die neue Renglochstrasse ist ein Eingriff in die Natur,aber gut gelöst.

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  3. Mathias Rellstab, 02.12.2021, 13:39 Uhr

    Wünschenswert wäre vor allem eine sichere Querung der Bahngleise für Fussgänger. Bislang gibt es auf dem Bahnübergang keine Trottoirs, nur auf beiden Seiten einen sehr schmalen Streifen, der einzig durch eine weisse Linie von der stark befahrenen Strasse getrennt ist. Im Video sieht man das sehr schön. Ein Wunder, dass hier noch nie ein schwerer Unfall passiert ist!

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  4. R.H., 02.12.2021, 11:29 Uhr

    Und wie sollen Belagssanierungen die Situation verbessern? Es ist ja nicht so, dass die Strasse in einem miserablen Zustand wäre oder irgendeinerweise den Verkehrsfluss behindert. Es ist schon seltsam, dass der Stadtrat das Projekt so lange (mehr als 11 Jahre seit der ersten Abstimmung) hinausgezögert hat und jetzt von einer hohen Dringlichkeit spricht. Der Stadtrat Borgula selbst hat das Projekt so schlecht geredet und überladen, dass das Parlament es hat ablehnen müssen. Das Volk hat zweimal Ja gesagt zur neuen Strasse. Der Stadtrat wollte es nicht und jetzt möchte er die Leute vom Quartier miteinbeziehen, die seit der ersten Abstimmung genau auf diese Strasse warten?

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