Grünes Licht für Zusammenschluss

Neue Museumspläne begeistern den Luzerner Kantonsrat

Das Naturmuseum wird zusammen mit dem Historischen Museum zum neuen «Luzerner Museum».

Der Kanton Luzern plant, das Historische und das Natur-Museum zum neuen «Luzerner Museum für Natur, Geschichte und Gesellschaft» zu fusionieren. Die Idee ist unbestritten. Seitenhiebe gegen die Regierung gab es vom Parlament trotzdem.

Wegen der derzeitigen Hitzewelle entledigten sich die Kantonsräte gleich zu Beginn der Session vom Montag ihrer Jacketts und Krawatten. Hitzig versprach die Debatte jedoch nicht nur ob der Temperaturen, sondern auch wegen des Themas zu werden. Ging es doch um das vielfach diskutierte neue Luzerner Museum. Die Pläne der Regierung, dieses ins Zeughaus zu zügeln, löste bekanntlich viel Widerstand aus (zentralplus berichtete). In der Debatte am Montag herrschte jedoch stattdessen wohlwollende Harmonie.

Parlament singt Lobeshymne auf neues Luzerner Museum

Zur Erinnerung: Der Kanton Luzern richtet seine Museen neu aus. Das Historische und das Natur-Museum fusionieren zum neuen «Luzerner Museum für Natur, Geschichte und Gesellschaft». Hinzu kommen neue Vermittlungsangebote, wie der vermehrte Einsatz digitaler Mittel oder einem «Gwundermobil». Damit soll das Museum seine Ausstellungen quasi bis vor die Haustür der Leute fahren und so auch die Bevölkerung auf der Landschaft besser erreichen (zentralplus berichtete).

«Wir waren etwas irritiert, dass in der Botschaft das Zeughaus immer noch als das Nonplusultra der Standorte dargestellt ist.»

Jonas Heeb, Luzerner Junge Grüne-Kantonsrat

Der erste Schritt dazu ist eine Gesetzesanpassung im Kulturförderungsgesetz, was Gegenstand der Debatte im Kantonsrat war. Und für das entsprechende Konzept erntete die Regierung von links bis rechts Lobesworte.

Die anfängliche Skepsis zur Fusion ist mit dem nachträglich beigefügten Konzept verschwunden. Das Konzept sei innovativ und kreativ, so der Tenor. Besonders das mobile Museum, mit welchem das Museum auch aufs Land fährt, begeistert. Auch dass das Museum Angebote rund um die Digitalisierung entwickelt, fand Anklang. Wobei die Mitte findet, dass dem analogen Teil immer noch ein hohes Gewicht beigemessen werden müsse.

Mahnfinger punkto Standort des Luzerner Museums

Frei von Kritik blieb die Regierung derweil nicht. Denn das Kantonsparlament kam nicht darum herum, die nach wie vor ungeklärte Frage nach dem Standort aufzubringen (zentralplus berichtete). Stellvertretend für den Tenor, sagt etwa Jonas Heeb namens der Grüne-Fraktion: «Wir waren etwas irritiert, dass in der Botschaft das Zeughaus immer noch als das Nonplusultra der Standorte dargestellt ist.»

«Eine kleine Gesetzesänderung für uns, ein grosses neues Kapitel für die Luzerner Museen.»

Rahel Estermann, Präsidentin Kultur- und Bildungskommission

Das Kantonsparlament habe der Regierung schliesslich eine klare Abfuhr erteilt, weshalb dieser Standort nicht mehr infrage komme (zentralplus berichtete). Eine Spezialkommission des Parlaments sucht deshalb derzeit nach Alternativen. Ideen, die im Raum stehen, sind etwa eine Museums-Meile bei Verkehrshaus. Oder der Verbleib am Kasernenplatz und stattdessen ein alternativer Standort fürs Kantonsgericht.

Erste Massnahmen bereits ab Dezember 2022 geplant

Noch ist der Standort jedoch Zukunftsmusik. Gemäss Plänen der Regierung liegt ein allfälliges Bauprojekt erst 2024 bis 2025 vor. Untätig bleiben die Museen bis dahin jedoch nicht. Gibt das Kantonsparlament auch in der zweiten Lesung der Vorlage im September grünes Licht, tritt das neue Gesetz per Anfang Dezember 2022 in Kraft.

Wie Kulturdirektor Marcel Schwerzmann (parteilos) ausführte, können dann bereits – auch ohne neuen Standort – erste Massnahmen umgesetzt werden. So beispielsweise ein gemeinsamer Webauftritt, eine stärkere Zusammenarbeit oder die Ausarbeitung des Gwundermobils.

Dem Parlament gefällt das. Oder wie die Präsidentin der Kommission für Erziehung, Bildung und Kultur, Rahel Estermann (Grüne), nicht frei von Pathos sagte: «Eine kleine Gesetzesänderung für uns, ein grosses neues Kapitel für die Luzerner Museen.»

Verwendete Quellen

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3 Kommentare
  • Profilfoto von Hegard
    Hegard, 20.06.2022, 15:18 Uhr

    Warum die 2 Museum nicht im alten Theater fusionieren,was ein Würdige Residenz wäre .Dafür ein neuer mehrzweck Theaterbau im ZHB, das auch mit dem ÖV gut erreichbar wäre und das Amtsgericht wie gewünscht im Museum an der Pfistergasse

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    • Profilfoto von Rosmarie
      Rosmarie, 20.06.2022, 16:42 Uhr

      Das Theater ist kleiner als die beiden Museen. Und wenn das Theater in die ZHB zügelt: wohin dann mit der ZHB??? Der Vorschlag dünkt mich wenig durchdacht…

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      • Profilfoto von Hegard
        Hegard, 21.06.2022, 10:29 Uhr

        Richtig lesen,ich schrieb von einem neuen mehrzweck
        Gebäude

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