Wer führt künftig die SVP Schweiz?

Nachfolge von Chiesa: Das sagen die Zentralschweizer Topfavoriten

Auch sie stehen im Fokus um die Nachfolge von SVP-Parteipräsident Marco Chiesa: Franz Grüter (oben links), Thomas Aeschi (oben rechts) und Marcel Dettling. (Bild: zvg)

SVP-Parteipräsident Marco Chiesa tritt im März 2024 von seinem Amt zurück. Nun beginnt die Suche nach einem Nachfolger. In Frage kommen dabei auch Zentralschweizer Kandidaten.

Die grösste Partei der Schweiz sucht einen neuen Präsidenten. Wie Marco Chiesa den CH-Media-Zeitungen in einem Interview sagte, werde er zum Ende seiner ordentlichen Amtszeit im März 2024 als Präsident zurücktreten. Der Tessiner steht der SVP Schweiz seit August 2020 vor.

Nun beginnt sich das Kandidatenkarussell zu drehen. Auf diesem sitzen auch Zentralschweizer. Franz Grüter ist einer davon. Der 60-jährige Luzerner blickt auf eine steile Politkarriere zurück. 2015 wurde er in den Luzerner Kantonsrat gewählt. Nur ein halbes Jahr später schaffte er den Sprung in den Nationalrat. 2023 wählte ihn die Luzerner Bevölkerung mit dem besten Resultat sämtlicher Kandidaten erneut in die Grosse Kammer nach Bern.

Franz Grüter: «Es ist ein Knochenjob»

Grüter hat zudem ebenfalls Erfahrung im Führen einer Partei: Der IT-Unternehmer war von 2012 bis 2017 Präsident der kantonalen SVP. Von zentralplus gefragt, ob er Nachfolger von Marco Chiesa werden wolle, sagt der Eicher: «Ich wurde vor vier Jahren bereits gefragt. Es ist ein Knochenjob. Aber ich denke, wenn man mich anfragen würde, würde ich es mir überlegen.» Am Amt des Präsidenten würde ihn reizen, die grösste Partei der Schweiz zu führen, wie er sagt. «Man kann dabei sehr viel zur Meinungsbildung beitragen.» Zudem würden viele wichtige Abstimmungen anstehen. «Da steht der Parteipräsident in der vordersten Reihe.»

Er gibt aber auch zu verstehen, dass er anderen Leuten den Vorzug lassen würde. Er gehe davon aus, dass die SVP «andere gute Leute in der Pipeline» habe. Nun sei es an der Findungskommission, einen Nachfolger zu ermitteln. Die kantonalen Parteien hätten die Aufgabe, der Partei mögliche Kandidaten zu melden. Die Wahl selber findet im März statt.

Thomas Aeschi winkt ab

Franz Grüter zeigt also durchaus Interesse. Ein anderer prominenter Zentralschweizer SVP-Politiker winkt hingegen ab: Thomas Aeschi. Der 44-jährige Zuger ist Fraktionspräsident der SVP. Laut «Blick» sagt er, er sei Teil der Findungskommission für die Chiesa-Nachfolge und wolle das weiterhin bleiben. Auf eine Anfrage von zentralplus hat der Zuger Nationalrat noch nicht reagiert.

Thomas Aeschi hat seit längerem Ambitionen auf ein anderes Amt: Den Bundesrat. Dass der 44-Jährige in Bundesbern Einfluss hat, ist unbestritten. Soeben wurde er für zwei weitere Jahre als Fraktionspräsident bestätigt. 2015 unterlag er bei den Bundesratswahlen allerdings dem heutigen Bundesrat Guy Parmelin.

Früherer Topfavorit zeigt Interesse

Heiss gehandelt wird dafür ein weiterer Zentralschweizer: Marcel Dettling. Der Schwyzer Landwirt war schon bei der Nachfolge von Albert Rösti – als schliesslich Marco Chiesa gewählt wurde – der Topfavorit. Doch er winkte damals ab. Nun sagt der 42-jährige Nationalrat zum «Blick»: Es ist ein spannender Job, ich bin interessiert und werde mir eine Kandidatur gut überlegen.» Im Gegensatz zu vor vier Jahren könne er nun besser abschätzen, was ein solches Amt mit sich bringe. «Ich werde es nun mit meiner Familie und Freunden besprechen und dann entscheiden.»

Wenn sich Dettling zur Verfügung stellt, werden ihm gute Chancen nachgesagt, die Wahl auch tatsächlich zu schaffen. Der Politiker aus Oberiberg ist einer von drei Vizepräsidenten der SVP Schweiz. Zudem war er bei den vergangenen Wahlen als Wahlkampfleiter massgeblich am Erfolg der SVP beteiligt, die um mehrere Sitze zulegen konnte.

Verwendete Quellen
  • Telefongespräch mit Franz Grüter, Luzerner SVP-Nationalrat
  • Artikel der CH-Media-Zeitungen
  • Artikel des «Blick»
  • Ergebnisse der Nationalratswahlen Kanton Luzern
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2 Kommentare
  • Profilfoto von Hedy
    Hedy, 31.12.2023, 10:40 Uhr

    Nur Dettling hat das Format

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  • Profilfoto von Bruno
    Bruno, 29.12.2023, 14:43 Uhr

    Müssen wir diese «hübschen» auch auf zentral+ täglich über uns ergehen lassen? Es genügt doch, wenn das die blocherhörigen Medien tun, oder?

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