Gemeinderat findet die Idee «reizvoll»

Mit diesen fünf Standorten wirbt Emmen um die Määs

Die Lozärner Määs bekommt Asyl in Emmen – wenn die Stadt Luzern will. (Bild: Emanuel Ammon/Aura)

Die Mitte will die Luzerner Määs nach Emmen holen. Der Gemeinderat ist von der Idee begeistert. Und macht der Stadt gleich fünf Vorschläge, wo der Traditionsanlass Platz finden könnte.

Die Lozärner Määs hat künftig keinen Platz mehr auf dem Inseli – wenn die Juso-Initiative zu dessen Aufwertung umgesetzt werden soll (zentralplus berichtete). Bei den Stadtluzernerinnen sorgte diese Ankündigung für einen Aufschrei (zentralplus berichtete). Die Mitte Emmen sieht sie aber als Chance, um den Traditionsanlass in die Agglomeration zu holen (zentralplus berichtete).

Jetzt äussert sich erstmals der Emmer Gemeinderat zu dieser Idee. Er bezeichnet die Määs als positiven «Imageträger mit grosser Ausstrahlungskraft für Stadt und Region». Die Määs in Emmen wäre für die
Gemeinde «ein reizvolles, von grosser Ausstrahlungskraft getragenes Szenario mit image- und tourismusfördernder Wirkung».

Das dürfte hinkommen: Die vorerst letzte Määs 2019 lockte rund 400’000 Besucher aufs Luzerner Inseli.

«Wir sind ganz grundlegend offen für die Standortfrage.»

Mario Lütolf, Stadt Luzern

Bei solchen Zahlen wundert es nicht, dass der Gemeinderat Emmen hinter den Kulissen schon Anstrengungen unternommen hat, die Määs für sich zu gewinnen. Bereits hat er Kontakt aufgenommen mit Mario Lütolf, dem Leiter der städtischen Dienstabteilung Stadtraum und Veranstaltungen.

«Wir sind ganz grundlegend offen für die Standortfrage und allfällige Konzeptanpassungen», wird Lütolf in der Antwort des Gemeinderats auf den Vorstoss der Mitte zitiert. Die Bereitschaft Emmens, der Määs allenfalls Asyl oder eine Übergangsheimat zu geben, werde in die Überlegungen aufgenommen, kündigt er an.

Für weitergehende, konkrete Aussagen dazu sei es derzeit allerdings zu früh. Das hinderte den Gemeinderat Emmen aber nicht, den Organisatoren bereits eine Liste von Määs-Standorte zu schicken.

Seetalplatz: Gut erschlossen, aber (zu) klein

Geografisch betrachtet mache der Seetalplatz als Määs-Standort Sinn. «So wie die Määs die Menschen verbindet, verschwimmen hier Gemeindegrenzen», schreibt der Gemeinderat fast schon poetisch. Wo die Kleine Emme und die Reuss sich vereinen, würden die Stadt Luzern und die Gemeinde Emmen zusammenwachsen (zentralplus berichtete).

In dieser Hinsicht würde die Määs aus Sicht des Gemeinderats «prächtig ins Bild passen», zumal der eigentliche, neu gestaltete Seetalplatz zur multifunktionalen Nutzung frei bleiben soll. Als Verkehrsdrehscheibe mit Bushub und Bahnhof Emmenbrücke ist das Gebiet zudem bestens erschlossen.

Noch ist auf dem Seetalplatz die Zwischennutzung NF49. (Bild: zvg)

Mit einer Fläche von rund 5’500 Quadratmetern deckt der Platz allerdings nicht einmal die Hälfte des Määs-
Geländes im Inseli ab. Kommt hinzu, dass der Seetalplatz dereinst auch Grünflächen beherbergen soll. «Der Platz stünde also nicht vollumfänglich zur Verfügung, wodurch sich die für eine Määs taugliche Fläche zusätzlich reduzieren würde», so das Fazit des Gemeinderats.

Viscosistadt: Keine Lösung auf Dauer

In der Viscosistadt ist die Määs lediglich als Zwischenlösung denkbar. Vorteil aus Sicht des Gemeinderats: «Der Charme des weitläufigen Fabrikgeländes würde der Määs ein Alleinstellungsmerkmal umhängen und dem Anlass zusätzliche Attraktivität verleihen.» Allerdings mangelt es zwischen den Fabrikmauern an Freiräumen.

Die Viscosistadt in Emmenbrücke befindet sich im Wandel – langfristig gibt es keinen Platz für die Määs. (Bild: Google Maps)

Im Grunde kommt lediglich die derzeit freie, insgesamt rund 8’400 Quadratmeter umfassende Fläche im Rücken des ehemaligen Ökihofs nordöstlich des Emmenparks in Frage. Dort aber sollen dereinst Wohngebäude gebaut werden. «Wenn überhaupt, dann könnte hier die Määs also lediglich ein vorübergehendes Gastspiel abhalten», so der Gemeinderat.

Emmenweid: Viel Platz – aber ungeeignet

Weiter nordwestlich befindet sich die aktuell zu grossen Teilen als Parkplatz genutzte Fläche entlang der Emmenweidstrasse. Der Boden befindet sich im Eigentum der Steeltec AG und umfasst immerhin rund 9’500 Quadratmeter.

Allerdings, so meinte die Eigentümerschaft auf Anfrage des Gemeinderats, eignet sich der Platz nicht als Standort für eine Warenmesse mit Luna-Park. Vor allem aber habe die Eigentümerschaft Sicherheitsbedenken, da das Gelände von aktiv betriebenen Gleissträngen umgeben ist.

Chilbiplatz Gersag: Perfekt – bis auf die Grösse

Der Chilbiplatz beim Areal Gersag trägt den Luna-Park quasi bereits im Namen. «Der Platz eignet sich mit Blick auf Infrastruktur, Bodenbeschaffenheit und Lage bestens als Veranstaltungsort. Dank der Nähe zur Bahnstation Gersag ist das Areal zudem gut erschlossen», so der Gemeinderat.

Auf dem Chilbiplatz im Gersag könnte ein solches Karussell aufgestellt werden – aber für die Stände bliebe zu wenig Platz.
Auf dem Chilbiplatz im Gersag könnte ein solches Karussell aufgestellt werden – aber für die Stände bliebe zu wenig Platz. (Bild: Emmanuel Ammon/Aura)

Allerdings umfasst das als öffentlicher Parkplatz genutzte Gelände lediglich eine Fläche von rund 2’000 Quadratmetern. Selbst wenn der Pausenplatz des angrenzenden Schulhauses Gersag als nutzbarer Boden hinzugezogen wird, stünden gesamthaft nur rund 3’500 Quadratmeter Fläche zur Verfügung.

Das entspricht etwa einem Viertel der aktuellen Määs-Fläche im Inseli. «Der Chilbiplatz dürfte deshalb für die Määs-Veranstalter als Ersatzstandort kaum in Frage kommen», räumt der Gemeinderat ein.

Mooshüsli-Parkplatz: Abgelegen und etwas eng

Als Zirkus-Standort finden auf dem Mooshüsli-Parkplatz bereits heute grosse Veranstaltungen statt. «Die langgezogene Fläche gegenüber der gleichnamigen Badeanlage ist zwar nicht zentral gelegen, aber gut erschlossen», meint der Gemeinderat Emmen zu seiner Eignung als Määs-Alternative.

Mit einer Gesamtfläche von rund 6’000 Quadratmetern wäre die Durchführung der Määs hier in redimensionierter Form grundsätzlich möglich.

Wo ein Cirus Platz hat, gibts auch Platz für die Määs? (Bild: Facebook/ Circus Royal)

Lido-Parkplatz in der Stadt Luzern ist eine ernsthafte Option

Fazit: Richtig ideal für die Määs scheint auf den ersten Blick keiner dieser Standorte zu sein. Zumindest nicht langfristig. «Ob sich diese effektiv als neue Standorte für die Lozärner Määs eignen, muss in einem zweiten Schritt sowie im Rahmen der städtischen Evaluation vertieft geprüft werden», meint denn auch der Gemeinderat.

Zudem ist die Frage, ob es nicht in der Stadt selber eine Alternative gebe, noch nicht geklärt. Eine erste Auslegeordnung von zentralplus hat ergeben, dass beispielsweise eine Määs-Variante beim Lido-Parkplatz gute Karten hätte (zentralplus berichtete).

Es gilt, den politischen Prozess abzuwarten. Spätestens im Sommer, wenn der Stadtrat seinen neuen Bericht und Antrag zur Inseli-Neugestaltung vorlegt, kommt die Debatte erneut aufs politische Tapet (zentralplus berichtete).

Verwendete Quellen
  • Antwort des Gemeinderats auf den Vorstoss der Mitte

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1 Kommentar
  • Profilfoto von Paul
    Paul, 20.02.2022, 19:18 Uhr

    Finde den standort inseli — dort wo die cars“ stehen ist zu prüfen…..würde sicher bis 2027 passen….
    Oder an der bahnhofstrasse —die ist ja schon autofrei….

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