SP-Grossstadtrat Mario Stübi ist enttäuscht

Määs an der Frohburgstrasse? Stadtrat fegt Idee vom Tisch

Die Idee von Mario Stübi stösst bei der Stadt Luzern nicht auf offene Ohren.

Die Määs auf dem Inseli ist gerettet, wenn die Stadt den Luna-Park in die Frohburgstrasse verlegt. Das glaubte jedenfalls SP-Grossstadtrat Mario Stübi. Der Stadtrat erteilt der Idee jetzt aber eine Abfuhr.

Die Määs ist für viele Luzernerinnen zum Reizthema geworden. Wie kann sie gerettet, und gleichzeitig das Inseli aufgewertet werden? Eine vermeintlich einfache Lösung hat SP-Grossstadtrat Mario Stübi. Er forderte in einem Vorstoss, den Blick zu weiten und über die Car-Parkplatz-Grenze zu schauen. Konkret soll mit der Frohburgstrasse und dem Inseliquai der angrenzende Strassenraum in die Planung zur Umsetzung der Inseli-Initiative einbezogen werden (zentralplus berichtete).

Määs an der Frohburgstrasse: Idee stiess auf wenig Begeisterung

Nicht alle, die sich mit Leib und Seele für die Määs einsetzen, sehen in der Frohburgstrasse die Rettung. So sagte Schaustellerin und SVP-Grossstadträtin Lisa Zanolla: «Das ist halt auch nur ein schmaler Schlauch, auf dem etwa grosse Bahnen keinen Platz haben.» (zentralplus berichtete)

In der Stellungnahme zum Postulat «Frohburgstrasse und Inseliquai als Freiraum für alle», spricht sich jetzt auch die Stadt Luzern gegen die Nutzung dieser Strasse aus.

Darum will die Stadt die Frohburgstrasse nicht

Laut Stadt Luzern ist die Idee der Frohburgstrasse nicht neu. Sie wurde auch im Rahmen der Testplanung schon überprüft und dann verworfen. In der Stellungnahme steht: «Sie musste sowohl aus operativ-technischen wie auch verkehrlichen Gründen verworfen werden.» Daran habe sich bis heute nichts geändert.

Mit dem Durchgangsbahnhof wird sich sowieso der gesamte Platz verändern. Allenfalls werde eine Sperrung der Frohburgstrasse dann zu einer Option. Mario Stübi reagiert enttäuscht. «Die Begründung erscheint mir ein bisschen politisch. Das Begehren hätte auch mal ausprobiert werden können, was die Stadt nicht will.» 

Die Stadt zeigt in ihrer Antwort auf, wo die Probleme liegen. Die Sperrung der Frohburgstrasse bringe nur wenig, verursache aber massive Verkehrsprobleme. Hauptsächlich weil für Rettungsfahrzeuge kein Durchkommen mehr wäre. Auf die Frage, ob die Fahrgeschäfte genug Platz hätten, geht der Stadtrat in seiner Antwort nicht ein. Die Fläche würde nur ein eingeschränktes und unattratives Portfolio von Fahrgeschäften zulassen, heisst es lediglich.

Mario Stübi sagt: «Die Begründung ist sehr dünn. Auf den Mehrwert, welcher die Frohburgstrasse bringen würde, wird nicht eingegangen.» Er macht ein Beispiel: «Eine Teilsperrung wäre auch möglich. Dass dies der Stadtrat nicht aufnimmt, überrascht mich.»

Määs wird weiterhin für Diskussionen sorgen

Eins ist sonnenklar: Die Stadt wird sich noch mehrfach mit der Thematik auseinandersetzen. Nicht zuletzt wegen der Määs-Initiative, welche im Mai eingereicht worden ist. Diese verlangt, dass die Määs auf dem Inseli bleibt (zentralplus berichtete). Mario Stübi begrüsst diese Initiative: «Auch dank des Volksbegehrens wird die Määs ein Thema bleiben. Ich finde es wichtig, dass dies debattiert wird.» 

Er stört sich, dass sich die Stadt viele Projekte mit der Begründung abschmettert, dass sich mit dem Jahrhundertprojekt Durchgangsbahnhof eh alles ändert. «Auch die Velo-Unterführung wurde von der Stadt beerdigt. Auch dort begründete dies der Stadtrat mit dem Durchgangsbahnhof.»

Die Initiative «Lebendiges Inseli statt Blechlawine» wurde in der Stadt zwar damals angenommen. Allerdings im Glauben, dass die Määs auch mit der Umsetzung vor Ort bleiben kann (zentralplus berichtete). Eine Machbarkeitsstudie liess diese Träume allerdings platzen (zentralpus berichtete). Der Stadtrat muss nun besonders gut auf den Willen der Bevölkerung hören. «Der Stadtrat braucht nun ein gutes Gespür für die Bevölkerung», sagt Mario Stübi.  

Verwendete Quellen
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