Klare Sache in der Stadt

Luzerner wollen schöneres Reussufer und sichere Velowege

Künftig soll das rechte Reussufer stärker in den Fokus rücken. (Bild: jal)

Die Stadtluzerner wollen ein ansprechendes Reussufer: Eine deutliche Mehrheit heisst die Juso-Initiative gut. Auch für Velofahrerinnen wird Luzern attraktiver. Der Gegenvorschlag zur Velonetz-Initiative fand ebenfalls eine klare Mehrheit. Jetzt nehmen die Befürworter den Kanton in die Pflicht.

Der Nordpol zwischen Luzern und Emmen ist an Sommertagen ein beliebter Treffpunkt. Baden, Picknicken, Spielen, all das ist an der Reuss möglich. Doch es könnte noch viel mehr schöne Ecken entlang des Ufers geben. Dieser Meinung ist eine Mehrheit der Stadtluzerner. 82,5 Prozent der Stimmbevölkerung hat diesen Sonntag die Juso-Initiative «Reuss-Oase: Ein Freiraum für alle!» angenommen. Die Stimmbeteiligung lag bei 43,93 Prozent.

Sie fordert eine Aufwertung der linken und rechten Flussseite zwischen Kasernenplatz und Reusszopf. Und rannte damit offene Türen ein. Der Stadtrat hiess das Anliegen ebenfalls gut, zumal bereits einige Projekte aufgegleist sind. So läuft beispielsweise bereits der Prozess für eine Aufwertung des Geissmattparks bei der gleichnamigen Brücke.

Ebenso steht schon heute fest, dass das rechte Reussufer schöner gestaltet wird. Vorgesehen sind ein durchgehender Fussweg und mehrere Zugänge zum Wasser. Im April hat der Stadtrat zudem angekündigt, auf der Reussinsel südlich der St.-Karli-Brücke einen neuen Park zu realisieren.

Die Juso freut sich über das klare Resultat:

Neue Badi am Kasernenplatz kommt nicht

Einzig der Idee einer neuen Badi am Kasernenplatz erteilte er eine Abfuhr. Eine solche wäre aus rechtlichen Gründen nicht umsetzbar. Zudem will die Stadt das Flussschwimmen im oberen Teil der Reuss zwischen Spreuerbrücke und Autobahnbrücke aufgrund der Unfallgefahr nicht fördern (zentralplus berichtete).

«Das klare Ja ist ein starkes Zeichen, den Reussraum noch aktiver zu planen und aufzuwerten», schreibt der Stadtrat in einer Mitteilung. Gleichzeitig sei ihm die gesamtheitliche Sicht wichtig. Er will deshalb zusätzlich zu den Anregungen der Initiative 2023 ein Schutz- und Nutzungskonzept erarbeiten lassen. Ziel sei es, einen sinnvollen Interessenausgleich zwischen Naherholung und Ökosystem und eine ausgewogene Balance zwischen Mensch und Natur herzustellen.

Luzern erhält zusätzliche Velobahnen …

Ebenfalls eine deutliche Mehrheit fand die zweite Vorlage: der Gegenvorschlag zur Velonetz-Initiative. 71,5 Prozent der Stadtluzernerinnen wollen mehr sichere Velorouten. Der Stadtrat kann nach dem klaren Ja nun loslegen: In den nächsten zehn Jahren soll ein 27 Kilometer langes Netz an Velohauptrouten entstehen.

«Damit kann die bisherige Veloförderung markant weiterentwickelt und gleichzeitig ein Beitrag zum Klimaschutz geleistet werden», freut sich der Stadtrat über die Zustimmung. Mit einem sternförmigen Velonetz will der Stadtrat wichtige Orte wie das Stadtzentrum, die Altstadt, Bahnhöfe und Quartiere verbinden. Die Velowege sollen in der Regel zwischen 1,8 und 2,5 Meter breit und – wo möglich – vom Autoverkehr getrennt geführt werden.

… und eine neue Brücke über die Reuss

Das geplante Velonetz beinhaltet rund 30 Projekte an unterschiedlichsten Orten in der Stadt Luzern. Für die Umsetzung stehen dem Stadtrat nach dem Ja an der Urne 19,53 Millionen Franken zur Verfügung. Ein wichtiges Projekt ist der Veloweg auf der rechten Reussuferseite und eine Brücke beim Reusszopf Richtung Seetalplatz. Nach dem Ja zum Gegenvorschlag startet die Stadt jetzt mit der Planung.

Sehr zur Freude des überparteilichen Komitees «JA zum Velonetz». «Wir freuen uns, dass die Stimmbevölkerung erkannt hat, dass die Vorlage für alle vorteilhaft ist und nun das Luzerner Velonetz vorantreiben will», wird Korintha Bärtsch, Co-Präsidentin von Pro Velo Luzern, in einer Mitteilung zitiert.

«Nun gilt es, auch den Kanton mit ins Boot zu holen.»

Korintha Bärtsch, Pro Velo Luzern

Mit dem angenommenen Gegenvorschlag werde nicht bloss ein neuer Passus im Reglement geschaffen. Sondern die Stadt erhalte die nötigen finanziellen Mittel, um die Verbesserungen umgehend zu realisieren. Insbesondere mit dem Planungskredit für eine neue Brücke über die Reuss. «Sie schafft in Luzerns Norden eine neue Verbindung für Fuss- und Veloverkehr. Der notorisch überlastete Xylophonweg kann so entlastet werden», hält das Komitee fest.

Komitee nimmt Kanton in die Pflicht

Das klare Ja erhöht gemäss dem Komitee auch den Druck auf den Kanton Luzern, der als Besitzer der Kantonsstrassen für viele gefährliche Velostellen verantwortlich sei. «Nun gilt es, auch den Kanton mit ins Boot zu holen. Es wäre eine verpasste Chance, nun nicht auch Verbesserungen auf den Kantonsstrassen zu realisieren», sagt Korintha Bärtsch. Konkreter Handlungsbedarf bestehe unter anderem auf dem Schweizerhofquai sowie auf dem Bahnhofplatz.

Das Video zeigt, was der Gegenvorschlag des Stadtrates umfasst:

  • Abstimmungsresultate der Stadt Luzern
  • Mitteilung der Stadt Luzern
  • Mitteilung Komitee «JA zum Velonetz»
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