Politik
Grössere Projekte erst ab 2023

Luzerner Inseli: Stadtrat sagt «Ja, aber» zur Zwischennutzung

Die Cars sind zwar aktuell nicht da, auf den Parkplätzen kann aber immer noch keine echte Zwischennutzung umgesetzt werden. (Bild: Aura)

Ein Pop-up-Park und mehr Platz für die Sommerbuvetten auf dem Inseli: dafür ist der Stadtrat offen. Eine echte Zwischennutzung wird aber wohl erst realistisch, wenn die Cars den geplanten temporären Parkplatz beim Südpol ansteuern können.

Plötzlich sprossen in der Stadt mehrere Minizwischennutzungen wie Pilze aus dem Boden: die Pop-up-Parks. Das war im rundum seltsamen Jahr 2020. Ein Jahr später werden die temporären Installationen wieder aufblühen (zentralplus berichtete).

Als eigentliche Spielwiese für solche Experimente war ursprünglich einmal der Inseliparkplatz vorgesehen – dort blieb es jedoch bisher ruhig (zentralplus berichtete).

Nun nimmt der Stadtrat zu einer Anfrage aus dem Stadtparlament Stellung. Die SP wollte wissen, was der Stadtrat mit dem Inseliparkplatz zu tun gedenkt. Dabei zeigt sich, dass die Exekutive noch einige Vorbehalte hat, was die Nutzung des Areals betrifft.

Neuer Carparkplatz steht erst ab 2023 bereit

Zur Erinnerung: 2017 nahm die Luzerner Stimmbevölkerung eine Juso-Initiative an, die ein carfreies Inseli forderte. Zu entscheiden, wo die Cars künftig parkieren sollten, gestaltete sich aber als schwieriges Unterfangen. So wehrte sich Kriens erfolgreich gegen einen geplanten Standort vor ihrer Haustür. Zuletzt wurde das Gebiet Rösslimatt gegenüber des Südpols ins Auge gefasst (zentralplus berichtete).

Die Verhandlungen mit dem Eigentümer des Areals stünden vor dem Abschluss, berichtet der Stadtrat. Noch im aktuellen Jahr soll dem Grossen Stadtrat ein Kredit für die Realisierung des Ersatzparkplatzes unterbreitet werden. Der Haken: Die Inbetriebnahme dieses Carparkplatzes wird nicht vor 2023 möglich sein.

Bisher alle Anfragen abgelehnt

Dies bedeutet auch, dass eine mögliche Zwischennutzung des Inseli-Parkplatzes weiterhin nicht umgesetzt werden kann. Eine solche wurde ursprünglich jedoch bereits ab 2020 in Aussicht gestellt. Auf bisherige Anfragen, wie etwa von Wandertheatern, Street-Food-Festivals oder Strassenzirkussen, sei die Stadt «aufgrund der aktuellen Planungssicherheit» nicht eingegangen.

Der SP ist allerdings nicht entgangen, dass im Zuge der anhaltenden Coronapandemie auch die Zahl der Reisecars die Luzern ansteuern merklich zurückgegangen ist. Was also ist mit dem Sommer 2021? Der Stadtrat rechnet nicht damit, dass der ganze Carparkplatz in diesem Jahr ausgelastet sein wird. Eine Zwischennutzung kann sich der Stadtrat deshalb – zumindest im Grundsatz – vorstellen. Allerdings müsse die Carnutzung weiterhin Priorität haben, stellt er umgehend klar.

Schnell abbaubar muss es sein

Bei einer allfälligen Rückkehr der Reisecars müsste eine potenzielle Zwischennutzung denn auch kurzfristig wieder abgebaut werden können. Dies sei auch nötig, um zu verhindern, dass die Cars ins Tribschenquartier ausweichen. Weiter gibt der Stadtrat zu bedenken, dass die Anhalteplätze von einer Zwischennutzung ausgenommen werden müssten.

Eine echte Zwischennutzung des Parkplatzes wird vorerst also noch nicht möglich sein. «Für die Zeit nach der Inbetriebnahme der Ersatzlösung für die Carparkierung auf dem Inseli wird sich der Stadtrat aktiv für eine Zwischennutzung einsetzen», heisst es in der Antwort weiter.

Einen Vorschlag für eine kurzfristige Zwischennutzung macht der Stadtrat jedoch: Ein Pop-up-Park könnte realisiert werden, um den Sommerbuvetten zusätzliche Sitzgelegenheiten zu ermöglichen. Eine solche Idee würde der Stadtrat prüfen und allenfalls auch im Umfang anderer Pop-up-Parks unterstützen.

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