Politik
Das bedeutet die Revison für Versicherte

Loch in der Kasse: Stadt Luzern stabilisiert ihre PK

Steigendes Alter, herausfordernde Kapitalmärkte: Die Pensionskasse der Stadt Luzern kann den heutigen Umwandlungssatz nicht mehr finanzieren. Sie revidiert deshalb ihr Reglement. (Bild: Emanuel Ammon / AURA)

Die Pensionskasse der Stadt Luzern steht auf soliden Füssen – aber wie lange noch? Der aktuelle Umwandlungssatz reisst jährlich ein Loch in der Höhe von bis zu 9,3 Millionen Franken in ihre Kasse. Jetzt revidiert der Stadtrat das dazugehörige Reglement.

Die Pensionskasse Stadt Luzern (PKSL) verfügt über 3’700 aktive Versicherte und rund 2’300 Rentenbeziehende. Neben der Stadt Luzern haben sich weitere Arbeitgeberinnen der PKSL angeschlossen, unter anderem die verselbstständigten Betriebe der Stadt Luzern (ewl, vbl und Viva Luzern AG).

Die Renten der Versicherten wurden bisher mit dem Umwandlungssatz von 5,7 Prozent aus dem Alterskapital berechnet. Die gestiegene Lebenserwartung und die Herausforderungen an den Kapitalmärkten bewirken allerdings, dass der heutige Umwandlungssatz nicht mehr finanziert werden kann. Für die PKSL resultieren daraus jährlich Verluste von bis zu 9,3 Millionen Franken, wie die Stadt in einer Mitteilung schreibt.

Dies bedeute eine ungewollte Umverteilung der Mittel zwischen aktiven Versicherten und Rentenbeziehenden. Um die langfristige finanzielle Stabilität der Kasse zu gewährleisten, will der Stadtrat den Umwandlungssatz deshalb auf 5 Prozent senken.

Massnahmen kompensieren Renteneinbussen

Eine Senkung des Umwandlungssatzes bewirkt grundsätzlich tiefere Rentenleistungen. Um das heutige Leistungsziel der PKSL aufrechtzuerhalten, seien kompensatorische Massnahmen nötig, heisst es weiter. Die Stadt und die PKSL haben gemeinsam ein solches Massnahmenkonzept erarbeitet.

Dieses besteht einerseits aus der Erhöhung der versicherten Besoldung und andererseits aus Ausgleichsgutschriften auf dem angesparten Alterskapital der Versicherten. Im Unterschied zur letztmaligen Senkung des Umwandlungssatzes kann die PKSL die Ausgleichsgutschriften in der Höhe von 71,2 Millionen Franken selber finanzieren.

Die Rückstellung in dieser Höhe ist per Ende 2021 bereits erfolgt. Die Stadt Luzern und die übrigen angeschlossenen Arbeitgeberinnen müssen nichts zur Finanzierung beitragen.

Für Versicherte ab 58 Jahren hat die Totalrevision des Finanzierungsreglements der PKSL keine Auswirkungen. Sie erleiden keine Renteneinbussen. Die Einbussen für jüngere Versicherte reduzierten sich dank der Kompensationsmassnahmen fast auf null, erteilt die PKSL auf Anfrage Auskunft.

Grundlagen der Pensionskasse sind veraltet

Die heutigen Rechtsgrundlagen der PKSL sind aus der Umsetzung der BVG-Reform 2010 entstanden. Mittlerweile hätten sich die Erkenntnisse zur guten Governance von öffentlich-rechtlichen Pensionskassen weiterentwickelt, schreibt die Stadt. Es habe sich gezeigt, dass Anpassungen notwendig seien, damit die Regelung von Aufgaben und Kompetenzen, den BVG-Vorgaben und der Best Practice entsprächen.

Mit der Totalrevision des Finanzierungsreglements und der gleichzeitigen Totalrevision des Leistungs- und Organisationsreglements durch die PKSL wird der Revisionsbedarf umgesetzt. Der Stadtrat schlägt dem Grossen Stadtrat deshalb vor, das Reglement über die Pensionskasse Stadt Luzern zu erlassen und damit die Governance zu verbessern sowie die versicherte Besoldung zu erhöhen.

Damit werden die Voraussetzungen geschaffen, damit die PKSL die Senkung des Umwandlungssatzes mit den Ausgleichsgutschriften beschliessen kann. Der Grosse Stadtrat berät den entsprechenden Bericht und Antrag voraussichtlich an seiner Sitzung vom 27. Oktober.

Verwendete Quellen
Deine Ideefür das Community-Voting

Die Redaktion sichtet die Ideen regelmässig und erstellt daraus monatliche Votings. Mehr zu unseren Regeln, wenn du dich an unseren Redaktionstisch setzt.

Deine Meinung ist gefragt
Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert. Bitte beachte unsere Netiquette.