Politik
IG «Gemeinsam für Krienser Vereine» wehrt sich

Kriens: Vereine ergreifen Referendum gegen Billett-Steuer

Die Krienser Vereine, darunter auch der SC Kriens, müssen bald eine Billett-Steuer zahlen. Jetzt hat eine IG das Referendum ergriffen. (Bild: zvg)

Die Krienser Vereine müssen künftig eine Billett-Steuer zahlen. Das beschloss der Einwohnerrat im Juni. Nun wehren sich die Vereine. Sie gründeten eine IG und ergreifen das Referendum.

Die Krienser Vereine sind verägert. Im Juni beschloss der Einwohnerrat, dass die Vereine in Zukunft eine Billett-Steuer zahlen müssen. Damit will der Stadtrat die angeschlagenen Finanzen aufbessern. 150’000 Franken pro Jahr verspricht er sich davon (zentralplus berichtete).

Jetzt haben die Vereine genug. Sie gründeten die Interessengemeinschaft «Gemeinsam für Krienser Vereine», die von Vertretern verschiedener Vereine und der FDP Kriens unterstützt wird. Diese ergreift das Referendum gegen die Billett-Steuer.

Die IG hat bis am 2. September Zeit, 500 Unterschriften von Krienser Stimmberechtigten zu sammeln.

«Das ist einfach unsensibel»

Die IG kritisiert, dass die Billett-Steuer kleine Auswirkungen für die Stadt Kriens habe, aber gewaltige für die Vereine. «Kriens hat ein aktives Vereinsleben, das von der Pandemie schwer getroffen wurde. Dass die Vereine nun auch noch die finanzielle Misere der Stadt ausbaden müssen, ist einfach unsensibel», sagt Werner Baumgartner, Mitglied der IG und Präsident des SC Kriens.

Dass die Krienser Vereine beim Ausarbeiten des Reglements vom Stadtrat nicht hinzugezogen wurden, bedauert die IG. «Die beschlossenen Anpassungen am Reglement führen dazu, dass die Steuer nicht nur bei Einzeleintritten und Saisonabos greift, sondern auch auf alle Mitglieder-, Gönner- und Juniorenkarten erhoben wird», schreibt die IG in einer Mitteilung.

Dies führe bei den Vereinen zu einer erheblichen Mehrbelastung, sagt Baumgartner. Er befürchtet, dass der SC Kriens durch die Billett-Steuer mit mehreren zehntausend Franken belastet wird.

Vereine können Eintrittspreise nicht einfach erhöhen

Baumgartner verdeutlicht, dass die Vereine ihre zusätzlichen Aufwände nicht einfach auf die Gäste abwälzen könnten. «Die Stadt kann eine Steuer erheben. Der SC Kriens muss sich bei seinen Besucherinnen aber rechtfertigen, wenn er die Eintrittspreise erhöht», sagt er. Die lokalen Veranstalter und Vereine würden die Mehrkosten deshalb mehrheitlich selbst tragen.

Was Baumgartner besonders wurmt: Dass man die Vereine am 1. August landauf, landab lobe, sie gleichzeitig aber weiter unter Druck setze. «Wir wehren uns, weil wir nicht wissen, was uns erwartet», fasst er zusammen.

Verwendete Quellen
  • Telefonat mit Werner Baumgartner, Präsident SC Kriens
  • Medienmitteilung der IG «Gemeinsam für Krienser Vereine»
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