Dringliche Interpellation eingereicht

Kriens: Ritterschlag von Putin-Verehrer wird politisch

Marco Frauenknecht, SVP-Stadtrat aus Kriens, erhält den Ritterschlag. (Bild: Instagram)

Der Krienser SVP-Stadtrat Marco Frauenknecht wurde von einem Putin-Verehrer zum Ritter geschlagen. Dies sorgte in der Stadt für viel Gesprächsstoff. Nun haben die Grünen eine dringliche Interpellation eingereicht.

Am 11. Juni liess sich der Krienser SVP-Stadtrat Marco Frauenknecht in einer Zeremonie in der Peterskapelle von einem russischen Prinzen zum Ritter schlagen. Anschliessend stieg ein Apéro und Galadinner auf dem Krienser Schloss Schauensee (zentralplus berichtete).

Marco Frauenknecht sagte gegenüber «Tamedia», dass er als «Neumitglied des Schweizer St.-Georgs-Ordens» eingeladen worden sei. Der symbolische Ritterschlag, als Aufnahme der Neumitglieder, sei Teil eines Wortgottesdienstes gewesen. Von Aussagen der Anwesenden über Putin oder die Ukraine habe er nichts gewusst. Dazu wolle er auch nicht Stellung nehmen.

Ritterschlag löst dringliche Interpellation aus

In den sozialen Netzwerken, aber auch auf den Strassen von Kriens, sorgte dies für viel Gesprächsstoff. Der Stadtrat selbst sagte, dass er vorgängig über den Anlass informiert worden sei. Das Schloss Schauensee sei öffentlich. Es habe sich beim Anlass «um ein Nachtessen eines in der Schweiz ansässigen historischen Vereins und nicht um eine politisch gefärbte Veranstaltung» gehandelt.

Simon Solari (Grüne) hat nun einige Fragen. In einer dringlichen Interpellation kritisieren er und die Partei die Stadt. «Gemäss Artikel war der Stadtrat vorgängig über den Anlass informiert. Unserer Meinung nach, ist ein solches Verhalten eines Stadtrats völlig unangebracht und muss zu
Konsequenzen führen.»

Und so stellen die Grünen auch mehrere Fragen an die Stadt Kriens:

  • Kennt der Stadtrat den St.-Georgs Orden und ist er sich bewusst, für welche Ideen er steht?
  • Wie stellt sich der Stadtrat dazu, dass eines seiner Mitglieder zum Ritter eines solchen Ordens
    geschlagen wird?
  • Warum hat der Stadtrat bei der Vermietung der Räumlichkeit von Schloss Schauensee nicht
    vorgängig interveniert und die Vermietung gestoppt, wenn er laut Artikel im Bild war?
  • Ist dem Stadtrat bekannt, dass im Rahmen eines extremistischen Islampredigers die Vermietung
    von öffentlichen Räumen zu Problemen führte?
  • Wurden die damals eingeführten Prozesse bei der Vermietung von öffentlichen Räumen im
    jetzigen Fall des St.-Georgs Orden eingehalten?

Die Interpellation wurde am Montag eingereicht.

Verwendete Quellen
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