Politik
Das «Gwundermobil» – eine originelle Idee?

Neues Luzerner Museum: Regierung findet sich «innovativ»

Bildungsdirektor Marcel Schwerzmann präsentiert den Plan, wie sich die Luzerner Museen weiterentwickeln sollen. (Bild: bic)

Über das Natur- und das historische Museum wird in Luzern viel diskutiert. Die Frage des Standortwechsels ins alte Zeughaus birgt viel politisches Konfliktpotenzial. Am Donnerstag zeigte Regierungsrat Marcel Schwerzmann auf, welche Ausrichtung das neue Museum haben soll – und umschifft dabei kritische Stimmen.

Bildungs- und Kulturdirektor Marcel Schwerzmann und Almut Grüner, Direktorin der kantonalen Museen, stellten am Donnerstag ihr Fusionsprojekt vor. Das neue Luzerner Museum für Natur, Geschichte und Gesellschaft» geht aus dem bisherigen Natur- und dem historischen Museum hervor. Die Kernausstellung (bisher Dauerausstellung) ist in mehrere «Erzählwege» unterteilt. «Zusammen ergeben diese ein komplexes Bild von Natur, Umwelt, Gesellschaft und Geschichte im Kanton Luzern», wie der Kanton mitteilt.

Sonderausstellungen widmen sich aktuellen Themen. «Die Digitalisierung besitzt einen hohen Stellenwert. Digitale Medien kommen überall dort zum Einsatz, wo sie Mehrwert schaffen», wird dazu Bildungs- und Kulturdirektor Marcel Schwerzmann zitiert. Als neues Element ist ein mobiles Museum vorgesehen, das «Gwundermobil»: ein umgebauter Kleinbus oder Transporter mit Anhänger. Dieser wird anfangs mit vier Grundmodulen zu verschiedenen Themen mit Bezug zur lokalen Lebenswelt bestückt und kann auch von Schulen genutzt werden. Das mobile Museum macht in verschiedenen Gemeinden im Kanton Luzern Halt und kann so Menschen erreichen, welche das Museum sonst nicht besuchen würden.

«Ein Museum mit Ausstrahlung»

In der Medienmitteilung wird das Konzept geradezu euphorisch angepriesen. «Das neue Museum bietet sich als vielschichtiger Erlebnisort an, der die Bevölkerung dazu einlädt, sich aktiv mit gesellschaftlichen Fragestellungen rund um Natur, Umwelt und Geschichte auseinanderzusetzen» heisst es da. Insgesamt öffne das Konzept die Türen «für ein neues Museum von Rang und Ausstrahlung». Zudem werden «innovative, ungewöhnliche und spannende Programme» versprochen. Der Regierungsrat jedenfalls begrüsst das Konzept ausdrücklich und beurteilt es als «innovativ und überzeugend», wie es in der Mitteilung weiter heisst.

Ob das die kritischen Stimmen verstummen lassen wird, die insbesondere den geplanten Standort des neuen Museums im Zeughaus ablehnen? Das wird sich zeigen. Zwar hat die Regierung zum Grobkonzept eine Vernehmlassung durchgeführt. Die Ergebnisse inhaltlich präsentieren will sie aber offenbar nicht. Zu vernehmen ist nur, dass 536 Stellungnahmen eingegangen seien und dem Regierungsrat bewusst sei, «dass das in der Vernehmlassungsbotschaft vorgelegte Grobkonzept viele Fragen offenliess». Da das neue Museumskonzept nun weiter ausgearbeitet wurde, führt die Regierung noch eine zweite Vernehmlassung dazu durch – allerdings mit einer verkürzten Frist von sechs Wochen.

Danach will der Regierungsrat zu den Ergebnissen der beiden Vernehmlassungen (Gesetzesänderung für den Zusammenschluss und Konzept) in einer Botschaft ans Parlament Stellung nehmen. Der Kantonsrat führe zum Geschäft dann zwei Beratungen durch, welche voraussichtlich im Frühjahr und Sommer 2022 stattfänden. Gegen den Zusammenschluss kann das Referendum ergriffen werden.

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