Politik
Bundesratsbesuch in Luzern

Guy Parmelin kontert die Kritik von Zertifikatsgegnern

Bundespräsident Parmelin sprach vor der Bundesratssitzung zu den Medien. (Bild: Elio Wildisen)

Der Bundesrat tagt heute in Luzern. Zunächst hält er seine Sitzung in der Musikhochschule in Kriens ab, danach geht's zum Treffen mit der Bevölkerung ins Verkehrshaus. Dass gegen die Corona-Politik der Regierung eine Demo angekündigt ist, nimmt der Bundespräsident gelassen.

«In Luzern geht es vorwärts, die Musikhochschule unterstreicht diesen Aufbruch», sagte der Bundespräsident Guy Parmelin am Mittwochmorgen an einem kurzen Medientreffen vor der Bundesratssitzung. Es sei die Idee von Simonetta Sommaruga gewesen, dass der Bundesrat sich hier treffe. Zumal die Regierung auch sehr musikalisch sei. «Früher habe ich Gitarre gespielt», fügt Parmelin amüsiert an. Musikalisch wurde der Bundesrat dann auch an der Musikhochschule empfangen: mit einem Fanfare-Ständchen. «Es ist rüüdig schön, hier zu sein», sagt Parmelin.

Der Bundesrat zeigt sich grundsätzlich optimistisch, weil das gesellschaftliche Leben seit einigen Monaten wieder möglich sei. Besonders freue sich Parmelin über das Treffen mit den Luzernerinnen. So sagt der Bundesrat im fast perfekten Luzerner Dialekt: «Es ist rüüdig schön, hier zu sein. Der Austausch mit der Bevölkerung ist wichtig, gerade in Krisensituationen.»

Massnahmen-Kritiker haben angekündigt, gegen den Bundesrat vor dem Verkehrshaus zu demonstrieren (zentralplus berichtete). Darauf angesprochen, reagiert Parmelin gelassen und verständnisvoll. Jeder habe das Recht, seine Meinung zu äussern. Er sei offen für alle Diskussionen, auch wenn diese «lebhaft und animiert» geführt werden. Das gehöre dazu.

Der Bundesrat wird in Kriens von einem grösseren Empfangskomitee der Hochschule und von Medienschaffenden empfangen. (Bild: ewi)

Massnahmen-Kritiker wie Nicolas A. Rimoldi behaupteten, die Zertifikatspflicht am Apéro im Verkehrshaus schliesse Teile der Bevölkerung aus (zeentralplus berichtete). Das lässt Parmelin nicht stehen. «Die Regeln sind klar. Wer nicht geimpft oder genesen ist, kann sich testen lassen und so am Apéro teilnehmen. Wir schliessen niemanden aus.»

Zentralschweiz nicht im Bundesrat vertreten

Dass der Bundesrat für den Austausch mit der Bevölkerung nach Luzern kommt, hänge nicht mit den zahlreichen Demonstrationen zusammen, die in Luzern während der vergangenen Monaten gegen die Corona-Massnahmen stattgefunden haben. Der Ort des Austausches sei schon vor der Pandemie bestimmt und habe wegen Corona bereits zweimal verschoben werden müssen.

Luzern als Treffpunkt sei dennoch nicht zufällig gewählt: «Uns ist es wichtig, in die Zentralschweiz zu kommen, weil diese Region im Bundesrat nicht vertreten ist. Dieser Austausch ist gut für den Bundesrat, aber auch für die Regionen.»

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