Politik
Nach Aufruf von Massnahmen-Kritiker

Gerüchte über Gross-Demo in Zug: Polizei ist «gerüstet»

Bereits vor einigen Wochen fand in Zug eine grosse Demonstration gegen die Corona-Massnahmen statt. Ob es am 1. August erneut dazu kommt, ist völlig unklar. (Bild: Markus Mathis)

Die Stadt Zug veranstaltet anlässlich des Nationalfeiertags eine 1.-August-Feier – mit Zertifikat-Pflicht. Das bringt die Massnahmen-Kritiker zum Toben, sie drohen mit einem Protest-Aufmarsch. Doch was ist an den Gerüchten dran? zentralplus hat nachgefragt.

Die Stadt Zug lädt am Wochenende zur 1. August-Feier. Doch wer dabei sein will, für den gilt eine Zertifikat-Pflicht (zentralplus berichtete). Dieser Entscheid hat Massnahmen-Kritiker auf den Plan gerufen. In den sozialen Medien kursieren seit Tagen Gerüchte über mögliche Proteste aufgrund der Zuger Feierlichkeiten anlässlich des Nationalfeiertags.

Angefacht wurde das Ganze nach einem Tweet von Nicolas A. Rimoldi, Co-Präsident des massnahmen-kritischen Vereins «Mass-voll». Im Tweet kritisierte er die Zertifikat-Pflicht an der Zuger 1. August-Feier als «staatliche Diskriminierung». «Das ist illegal und moralisch verwerflich», schreibt Rimoldi. Als Protestmassnahme hat er eine mögliche Grossdemonstration in Zug am Nationalfeiertag in den Raum gestellt.

Allerdings ist seit diesem Tweet mehr als eine Woche vergangen, ohne dass nähere Details über eine mögliche Demonstration am 1. August bekannt geworden wären. Bei der Zuger Polizei ist bis am Freitagnachmittag keine Bewilligungsanfrage für eine Demonstration eingegangen, wie Frank Kleiner, Sprecher der Zuger Polizei, auf Anfrage von zentralplus erklärt.

Die Zuger Polizei habe den Aufruf «selbstverständlich» zur Kenntnis genommen, so Kleiner. Doch es gebe weder einen konkreten Aufruf noch liege ein offizielles Gesuch vor. «Die Einsatzplanung ist im Gang und wir beurteilen die Lage laufend. So sind wir für alle Eventualitäten gerüstet», sagt der Zuger Polizeisprecher.

Massnahmen-Kritiker nimmt Armeechef ins Visier

Ebenfalls ins Visier von Rimoldis polemischen Tweets geriet Armeechef Thomas Süssli. Dieser wird als Gast an der 1.-August-Feier in Zug teilnehmen und in diesem Rahmen eine Festrede halten. Auf Anfrage von zentralplus bestätigt Armeesprecher Daniel Reist, dass die Armee von einer möglichen Demonstration gehört hat. «Die Zusage des Chefs der Armee war und bleibt verbindlich», sagt Reist. Die Festrede von Süssli wird somit auf jeden Fall stattfinden.

Über mögliche Sicherheitsvorkehrungen für den Armeechef gab Reist jedoch keine Auskunft und verwies auf die Zuger Polizei, welche für die Sicherheit vor Ort zuständig ist. Hinsichtlich dieser Angelegenheit gab die Zuger Polizei auf Anfrage bekannt, dass der Besuch des Armeechefs ebenfalls in die bestehende Einsatzplanung einfliesst.

Die Aufmerksamkeit dürfte an diesem Wochenende sowieso stärker auf den Geschehnissen in Luzern als in Zug liegen. Denn für Samstag hat die Stadt Luzern gleich zwei Demonstrationen bewilligt. Eine dieser Demonstrationen wird von Corona-Massnahmen-Kritikern organisiert, die zweite ist als Gegendemo geplant (zentralplus berichtete). Ob im Schatten dieser Geschehnisse am Sonntag nun auch in Zug eine massnahmen-kritische Demonstration stattfinden wird, ist gegenwärtig noch unklar.

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