Politik

Nur noch wenige Möglichkeiten bei Privaten
Flüchtlingswelle aus der Ukraine: Zug kommt an die Grenze

  • Lesezeit: 2 min
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Bis im Herbst sollen bis zu 1800 weitere ukrainische Flüchtlinge nach Zug kommen. Die Vorbereitungen laufen gemäss Regierungsrat Andreas Hostettler auf Hochtouren. (Bild: Adobe Stock/zvg)

Über 48’000 ukrainische hat die Schweiz bereits aufgenommen. Laut Schätzungen des Bundes wird sich diese Zahl bis im Herbst verdrei- oder gar vervierfachen. So will der diese Welle stemmen.

756 Ukrainerinnen sind bis zum 13. Mai vom Krieg in der Heimat in den geflüchtet. Und gemäss neuesten Schätzungen des Staatssekretariats für Migration (SEM) könnten es bis im Herbst viel mehr werden. Der Bund rechnet mit 80’000 bis 120’000 zusätzlichen ukrainischen Flüchtlingen. Nach dem kantonalen Verteilschlüssel soll der Kanton Zug 1,5 Prozent davon aufnehmen – also rund 1200 bis 1800 zusätzliche .

70 Prozent der Flüchtlinge bei Privaten

Eine Herkulesaufgabe für den kleinen Kanton. Bereits jetzt setzt Zug bei der Unterbringung ukrainischer Flüchtlinge vorwiegend auf Privatpersonen. Von den geflüchteten Ukrainern sind rund 70 Prozent privat untergebracht. So räumt der Zuger Direktor des Innern, , ein: «Bei der Unterbringung bei Privaten gehen wir nur noch von einer geringen Zunahme von neuen Plätzen aus.»

Vielmehr rechne der Kanton damit, dass im Sommer viele Ukrainerinnen von Privatunterkünften in Kollektiv- oder Mietunterkünfte wechseln. Die private Unterbringung war an die Bedingung geknüpft, die Flüchtlinge für mindestens drei Monate bei sich zu Hause aufzunehmen. Bald läuft diese Frist bei vielen Privaten ab, weshalb der Kanton davon ausgeht, dass die Nachfrage nach Kollektivunterkünften wächst.

Bei der Freiwilligenarbeit geht der Kanton jedoch davon aus, dass sich diese auf einem hohen Niveau einpendeln werde. Um die Solidarität hochzuhalten, will der Kanton Zug freiwillige Angebote vermehrt betreuen und koordinieren. Denn wie diese Zahlen suggerieren und wie Hostettler gegenüber zentralplus gesagt hat, ist der Kanton Zug auf die Hilfe aus der Bevölkerung angewiesen (zentralplus berichtete).

Gubel ist nach wie vor keine Option

Um die erwartete Flüchtlingswelle zu stemmen, setzt der Kanton Zug deshalb auf die Organisation von genügend Plätzen in Kollektivunterkünften. Derzeit verfüge der Kanton über rund 1000 solcher Plätze, so Hostettler. Zudem bereite er rund 600 weitere vor.

Wo diese herkommen sollen, kann der FDP-Regierungsrat noch nicht sagen. «Einfache Lösungen wie der Pavillon in Menzingen und das Waldheim gibt es keine mehr.» Auch die ehemalige Asylunterkunft auf dem Gubel sei keine Option (zentralplus berichtete). Der Bund, Eigentümer der Anlage, habe ihnen «klipp und klar eine definitive Absage erteilt». Statt der Suche nach neuen Standorten konzentriert sich der Kanton vielmehr auf die Beschaffung zusätzlicher temporärer Unterkünfte.

Containersiedlungen und Modulbauten für Flüchtlinge

So hat der Kanton Zug kürzlich darüber informiert, dass er auf dem Areal des alten Kantonsspitals eine dreistöckige Wohncontaineranlage aufbauen will (zentralplus berichtete). Weiter hat er einen Occasions-Modulbau gekauft, der in Zug oder Cham platziert werden soll. Dieser soll Platz für rund 410 Flüchtlinge bieten (zentralplus berichtete).

Hostettler kündigt an, dass er Kanton weitere Informationen bekannt gibt, sobald neue Standorte oder Angebote definitiv abgeklärt sind. Dafür müssen Mietverträge unterzeichnet, der Schulbesuch für Kinder geklärt, die Verpflegung sichergestellt und die betroffene Gemeinden miteinbezogen werden.

Sollten alle Stricke reissen, bereitet der Kanton zudem Notlösungen vor, um auch bei einer grossen Flüchtlingswelle genügend Unterkünfte bereit zu haben.

Verwendete Quellen
  • Medienmitteilung Luzerner Gesundheits- und Sozialdepartement
  • Verteilschlüssel in der Asylverordnung
  • Schriftlicher Austausch mit Andreas Hostettler, Zuger Direktor des Inneren
Weitere Quellen
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