Politik
Landesausstellung soll als Plattform genutzt werden

Expo in Luzern: Tanz den Durchgangsbahnhof!

Die geplante Landesausstellung soll den Durchgangsbahnhof thematisieren. (Bild: Emanuel Ammon/AURA)

Die zehn grössten Städte der Schweiz stellen gemeinsam eine Landesausstellung auf die Beine. Luzern ist am Megaprojekt beteiligt – und erhofft sich davon Schub für den Durchgangsbahnhof.

2028 soll für die Schweiz ein grosses Jahr werden. Im Rahmen einer Landesausstellung soll die Nation sich mit der Frage auseinandersetzen, was die Schweiz im 21. Jahrhundert ist und wie wir zusammenleben wollen (zentralplus berichtete).  Es soll nach «neuen und alten Wahrzeichen» gesucht werden. Was zunächst einmal brutal vage klingt, nimmt nun konkretere Formen an.

Lanciert und umgesetzt wird das Projekt durch die zehn grössten Städte der Schweiz (Zürich, Basel, Bern, Biel, Genf, Lausanne, St. Gallen, Winterthur und Luzern). 

Inhalt ist noch nicht definiert

Der Luzerner Stadtrat beantragt dem Grossen Stadtrat in einem Bericht einen Projektierungskredit  über 400'479 Franken. Damit soll der Luzerner Teil dieser neuen dezentralen Expo – genannt «Nexpo» – weiterentwickelt werden.

Damit Luzern «glaubwürdig und wirkungsvoll im Rahmen der Nexpo-Idee» auftreten kann, sei es erforderlich, ein eigenes Projekt zu entwickeln, wie es im Bericht heisst. Der Name ist schon definiert: «Nexpo Transit». Was man darunter versteht? Das ist «konzeptionell und inhaltlich noch zu definieren». Aha.

Irgendwas mit Bahnhof

Okay, vielleicht hat das Ganze noch nicht so richtig  Formen angenommen – aber jedenfalls etwas mit Bahnhof soll es werden. Fest steht zumindest, dass der Luzerner Teil dieser Landesschau eng an das Grossprojekt Durchgangsbahnhof geknüpft werden soll.

In diesem sieht die Stadt eines dieser eingangs erwähnten neuen Wahrzeichen. Das gewohnte Gesicht Luzerns und die Funktionsweise  der Innenstadt werden durch den Bau des neuen unterirdischen Bahnhofs «stark verändert und geprägt», heisst es im Bericht des Stadtrates.

Theater, Tanz, Ausstellungen

In einem nächsten Schritt will der Stadtrat Projektideen sammeln. Dabei wird die historisch gewachsene Transitsituation Luzerns thematisiert und mit dem Durchgangsbahnhof in Verbindung gebracht.

Wie macht man das? Möglich sei praktisch alles – von Theater- und Tanzproduktionen über Ausstellungen im öffentlichen Raum und Diskussionsforen bis hin zu ganzen Veranstaltungsreihen.

Wenig subtile Werbung für Luzerns Megaprojekt

Im Bericht wird das Kind nicht explizit beim Namen genannt. Es erscheint aber offensichtlich zu sein, dass man die Landesausstellung nutzen will, um den Durchgangsbahnhof einer potenziell sehr grossen Bevölkerungsgruppe schmackhaft zu machen. Immerhin soll mit dem Bau des Megaprojekts 2030, zwei Jahre nach der Landesschau, begonnen werden.

Ob die erste Landesausstellung seit der Expo 02 tatsächlich zum fliegen kommt, hängt wesentlich vom Bund und von den Kantonen ab. «Ohne  Mitfinanzierung des Bundes ist eine Landesausstellung nicht denkbar», schreibt der Luzerner Stadtrat ausdrücklich dazu. Konkrete Beschlüsse seien auf Bundesebene noch nicht erfolgt. Beim Kanton habe man ein Gesuch zuhanden des Lotteriefonds eingereicht.

Total rechnet man heute mit Kosten von 620 Millionen Franken für die Landesausstellung von 2028. Zum Vergleich: Bei der Expo 02 beliefen sich die Gesamtausgaben auch 1,6 Milliarden Franken.

Gemäss heutigem Verteilschlüssel, würden die Städte 6,5 Prozent der Kosten tragen. Der Bund wäre mit 49,5 Prozent beteiligt, die Kantone mit rund 23 Prozent. Für die Stadt Luzern fielen demnach total rund 2,35 Millionen Franken an. Der nun im beantragte Projektierungskredit von 400'479 Franken ist Teil davon.

Themen
Deine Ideefür das Community-Voting

Die Redaktion sichtet die Ideen regelmässig und erstellt daraus monatliche Votings. Mehr zu unseren Regeln, wenn du dich an unseren Redaktionstisch setzt.

Deine Meinung ist gefragt
Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert. Bitte beachte unsere Netiquette.