Letzter Sitz im Gemeinderat

Sohn der SVP-Chefin von Emmen macht Wahlkampfrap

Ausschnitt aus dem YouTube-Video. (Bild: Youtube)

Die Präsidentin der SVP Emmen Alex Granja will in den Gemeinderat. Nun rappt ihr erwachsener Sohn für ihren Wahlkampf.

Am 9. Juni entscheidet sich, wer den letzten freien Sitz im Emmer Gemeinderat erhält. Die SVP Emmen will ihn mit Alex Granja erobern. Die gebürtige Portugiesin ist vierfache Mutter, in Emmen aufgewachsen und aktuell die Präsidentin der SVP Emmen (zentralplus berichtete).

Beruflich führt Granja seit 15 Jahren ihr eigenes Fotostudio. Seit 23 Jahren ist sie auch als Dolmetscherin tätig – etwa in der Justiz oder im Gesundheitswesen. Im Kampf um den Sitz im Gemeinderat mischt sich jetzt ihr Sohn ein – mit einem Rapsong, den er extra für seine Mutter geschrieben hat.

«Paradebeispiel für die Integration»

Auf LinkedIn teilt die stolze Mutter den «grandiosen Rap» und schreibt: «Danke Glenn, dass du in so kurzer Zeit, so was Tolles hinbekommen hast, um auch junge Leute zu motivieren, mir zu vertrauen und mir ihre Stimme am 09. Juni zu schenken.» Der Titel des Songs auf YouTube lautet: «Wenn der eigene Sohn alles daran setzt, dass seine Mom in den Emmer Gemeinderat kommt.»

Während den 1:38 Minuten sind mehrere junge Männer zu hören. Unter anderem mit: «Als Ausländerin ist sie zu uns gekommen, der Schweizer Pass war ihr grosser Wunsch. Paradebeispiel für die Integration, jetzt in der Bürgerrechtskommission.» Ein wenig später heisst es: «Sie ist schlauer, genauer, sie macht keine Versprechen, die sie nicht halten kann. Sie ist für die Jugend da.»

Eingebürgert – und ein Jahr später in der Einbürgerungskommission

Im Jahr 2017 wurde Alex Granja, die seit ihrer Kindheit in der Gemeinde lebt, in Emmen eingebürgert. Beim Einbürgerungsgespräch soll sie gesagt haben, in Zukunft werde auch sie in der Kommission sitzen. Ein Jahr später erhielt sie einen Sitz in der Bürgerrechtskommission und wurde später ihre Präsidentin.

Auf YouTube hat der Song ihres Sohnes aktuell knapp über 200 Aufrufe. Seine Mutter hat ihn allerdings auch in der Facebook-Gruppe «Du besch von Ämmebrogg wenn» geteilt – mit über 3500 Mitgliedern.

Alex Granja setzt sich gemäss ihrer Partei für den Erhalt der «Traditionen und Identität» ein. Ausserdem besitze sie die Fähigkeit, Brücken zwischen verschiedenen Kulturen zu schlagen. Wenn Granja am 9. Juni gewinnt, hat die SVP den 2018 verlorengegangen Sitz in der Emmer Exekutive zurückerobert. Doch wie stehen ihre Chancen?

So ist die Ausgangslage für Alex Granja

Im ersten Wahlgang am 28. April haben die Emmerinnen alle bisherigen Gemeinderäte gewählt. Dies sind Gemeindepräsidentin Ramona Gut-Rogger (FDP), Finanzdirektor Patrick Schnellmann (Mitte), Bildungs- und Kulturdirektor Brahim Aakti (SP) sowie Baudirektor Andreas Roos (Mitte).

Im Juni ringen neben Alex Granja auch Beat Niederberger (FDP) und Christian Kravogel (GLP) um den letzten Sitz. Im ersten Wahlgang hatte Niederberger mit 1573 Stimmen die Nase vorn. Er will den Sitz des abtretenden Sozialdirektors und Parteikollegen Thomas Lehmann verteidigen.

Granja war Niederberger mit 1369 Stimmen allerdings dicht auf den Fersen. Hinter ihr folgte Regula Stalder von «Frauen Engagiert für Emmen», die im Juni allerdings nicht mehr antreten wird. Mit 743 Stimmen abgeschlagen war Christian Kravogel von der GLP. Bedeutet: Alex Granja hat gute Chancen auf einen Sitz im Gemeinderat. Beat Niederberger aber auch.

Verwendete Quellen
  • zentralplus-Medienarchiv
  • Postings von Alex Granja auf Facebook und LinkedIn
  • YouTube-Video des Songs
  • Artikel in der «Luzerner Zeitung»
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