Politik

Eine Kandidatin und zwei Kandidaten
Diese drei wollen in den Gemeinderat von Unterägeri

  • Lesezeit: 5 min
  • Kommentar: 1
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Andreas Koltszynski, Manuela Inglin und Thomas Werner möchten in den Gemeinderat Unterägeri einziehen.

Am 9. Januar wird gewählt. Es geht um den freien Sitz im Gemeinderat von Unterägeri. Er wird von einer Kandidatin und zwei Kandidaten angestrebt. Gegenüber zentralplus erklären sie, warum genau sie die Richtigen sind für den Posten und was sie am meisten beschäftigt. So viel sei verraten: Ein Thema beschäftigt alle stark.

Nachdem der freisinnige Gemeindepräsident Josef Ribary nach 23 Jahren im Amt beschlossen hatte, den Hut zu nehmen, hat das Exekutiv-Karussell in Unterägeri zu drehen begonnen (zentralplus berichtete). An die Stelle von Ribary trat sein Gemeinderatskollege Fridolin Bossard (FDP), der die Gemeinde bis zum Ende der Legislatur im Herbst 2022 führen wird. Dies erfolgte mit einer stillen Wahl.

Es ist ein Schachzug, der nicht allen gefällt. Gewisse Einwohner kritisieren, dass Ribary, der heute 70 Lenze zählt, überhaupt noch angetreten ist, wenn er doch mitten in der Legislatur das Handtuch wirft. (Und zwar zielgenau in die Hände seines Parteikollegen.)

Item, die Lücke im Gemeinderat von Unterägeri, die aufgrund des vorzeitigen Rücktritts Ribarys entstanden ist, wird nun gefüllt. Aus diesem Grund wird in Unterägeri am 9. Januar 2022 gewählt.

Zur Wahl stehen drei Personen, nämlich die Freisinnige Manuela Inglin-Henggeler, Mitte-Mann Andreas Koltszynski und Thomas Werner von der SVP. Sie alle sind im Dorf – und teils weit darüber hinaus – bekannt.

Neuer Anlauf, neues Glück?

Für Koltszynski ist es nicht der erste Anlauf, den er für den Sprung in den Gemeinderat nimmt. Er hat es bei den letzten Gesamterneuerungswahlen im Jahr 2018 schon versucht, und dort sogar das absolute Mehr erreicht. Das Vorhaben scheiterte jedoch daran, dass die Bisherigen mehr Stimmen generierten.

Auf Anfrage von zentralplus erklärt der 46-Jährige: «Die Mehrheit der Stimmbevölkerung von Unterägeri traut mir offenbar das Amt als Gemeinderat zu. Daher verstehe ich mein Resultat als Legitimation, aber auch als Verpflichtung, bereits jetzt, und nicht erst im Herbst 2022, erneut zu kandidieren.»

Auf die Frage, weshalb er der richtige Kandidat für den Posten sei, erklärt der beim Kanton tätige Sportkoordinator: «Ich bringe mit, was einen Gemeinderat meines Erachtens ausmacht: Teamfähigkeit und Führungsstärke mit einer Haltung von gegenseitiger Wertschätzung und Kollegialität.»

Andreas Koltszynski will’s im zweiten Anlauf schaffen.

Zu schaffen macht Koltszynski in der Gemeinde, in der er aufgewachsen ist, das Thema Verkehr: «Die Verkehrssituation belastet unser Dorf je länger desto mehr: Stau in den Stosszeiten durch Pendlerströme sowie Lärm an sonnigen Tagen durch Ausflügler, welche die Schönheit des Tals schätzen.»

Entsprechend sieht er die Reduktion des Durchgangsverkehrs und die Förderung von ÖV und Langsamverkehr als eines der dringlichsten Themen. Ausserdem hofft er auf eine Ortsplanung mit realistischen und realisierbaren Zielen für die lokale Bevölkerung. Ebenfalls von grosser Wichtigkeit für den Mitte-Politiker: «Der Erhalt von Gewerbebetrieben mit entsprechenden Arbeitsplätzen und vielfältige Einkaufsmöglichkeiten.»

Die Frau, welche die Gemeinde in- und auswendig kennt

Als einzige Frau kandidiert Manuela Inglin-Henggeler. Die Versicherungskauffrau ist seit rund zehn Jahren Mitglied der Rechnungsprüfungskommission der Einwohnergemeinde und seit vier Jahren der Kirchgemeinde. Die 51-Jährige erklärt: «Die Aufgaben einer Einwohnergemeinde sind mir bestens bekannt», und verweist darauf, dass sie während der 80er-Jahre bereits ihre KV-Ausbildung auf der hiesigen Gemeindeverwaltung gemacht habe.

«Ich bin in Unterägeri aufgewachsen und kenne das Dorf und das Brauchtum. Zudem bin ich eine Vertreterin des Gewerbes und kann das Amt als Gemeinderätin sehr flexibel und zeitnah ausführen», sagt die Freisinnige weiter.

Warum sie das Amt ausserdem verdienen würde? «Weil es an der Zeit ist, nach 20 Jahren wieder eine Frau im Gemeinderat von Unterägeri zu haben und weil ich für diese Aufgabe bestens qualifiziert bin.»

Manuela Inglin-Henggeler will nach 20 Jahren die erste Frau im Gemeinderat sein.

Wie ihr Konkurrent Koltszynski sieht auch sie den Verkehr als Achillesferse der Gemeinde Unterägeri. Was es ihres Erachtens braucht: «Ein Verkehrsnetz, das attraktiv und sicher für alle wird, wobei der Umfahrungstunnel allenfalls neu geprüft werden sollte.» Die Verkehrssituation für Auto- wie für Velofahrer solle sich verbessern.

Ebenfalls auf Inglins Radar: Die Sicherstellung von attraktiven Rahmenbedingungen für das Gewerbe sowie die qualitative Entwicklung von Unterägeri. Insbesondere sollen ausreichend Grünflächen gesichert werden.

Ehemaliger Nationalratskandidat will in den Gemeinderat von Unterägeri

Mit Thomas Werner ist bei den kommenden auch ein SVP-Vertreter mit von der Partie. Einer, den die Zuger bisher eher aufgrund seines Legislativ-Amtes kannten. Der 49-Jährige ist seit elf Jahren im Zuger Kantonsrat. 2015 kandidierte er ausserdem für den Nationalrat. Seit diesem Jahr ist Werner Präsident der kantonalen SVP.

Zwar ist Werner im Nachbarsdorf Oberägeri aufgewachsen, doch lebt er mit seiner Familie bereits seit 15 Jahren in der Gemeinde, in der er nun für die Exekutive kandidiert. Warum er den Platz im Gemeinderat von Unterägeri verdient hätte? «Weil ich mich mit meiner Führungserfahrung, meinem politischen Know-how und meiner Liebe zu Unterägeri völlig offen und unabhängig für die Anliegen der Bevölkerung von Unterägeri einsetzen kann und werde», sagt Werner.

Thomas Werner: Kantonsrat ist er bereits, nun will er in die Gemeindeexekutive.

In der Führungs- und der politischen Erfahrung sieht der Kriminalpolizist denn auch klare Vorteile gegenüber seinen Kontrahenten. Das Hauptproblem der Gemeinde verortet er jedoch am selben Ort: «Wir haben ein Verkehrsproblem. Deshalb setze ich mich aktuell, gemeinsam mit anderen Kantonsräten aus dem Ägerital, für den Umfahrungstunnel ein.»

Weitere dringliche Themen aus Werners Perspektive: «Die Aufwertung und Unterstützung der Freiwilligenarbeit, etwa bei der Feuerwehr und bei Vereinen. Ausserdem braucht es einen behutsamen und klugen Umgang mit den Finanzen.»

Vor einigen Wochen erschien Thomas Werner in seiner Rolle als Leiter Kindesschutz der Stadtpolizei Zürich in einem Dokumentarfilm über rituelle Gewalt. Der Film, respektive Werners Auftritt, sorgte für Kritik (zentralplus berichtete). Darauf angesprochen, möchte sich Werner nicht erneut äussern. Ebensowenig möchten das die anderen Kandidaten.

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1 Kommentare
  1. Alois Iten, 29.12.2021, 14:07 Uhr

    Tolles Trio: Koltszynski möchte den Durchgangsverkehr reduzieren, weiss aber nicht wie. Inglin möchte eine Tunnelidee prüfen. Wir prüfen und projektieren also bis 2030 und lehnen ihn dann so wie in der Stadt Zug 20 Jahre später ab. Werner möchte einen Tunnel und auf die Finanzen schauen (Widersprüche sind offenbar seine Stärke) und glaubt daran, dass Hexen hierzulande Kinder foltern.

    Eigentlich sind sie allesamt nicht wählbar. Ich erwarte von Politikern Lösungen, die ich während meiner verbleibenden paar Lebensjahrzehnten noch erlebe…

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