Zuger Politikerin kritisiert Spielplätze

Der Schattenpavillon, der kaum Schatten spendet

Der Pavillon über dem Sandkasten bietet nicht sonderlich viel Schatten. Und erst recht keinen Schutz vor Regen. (Bild: wia)

Kürzlich hat die Stadt Zug den grossen Sandkasten beim Spielplatz Rigipatz mit einem Schattenpavillon versehen. Schatten liefert dieser jedoch nur sehr bedingt. Es ist nicht das Einzige, worüber sich eine Zuger Mitte-Politikerin ärgert.

Vergangenen Herbst kündigte die Stadt Zug in einem Baugesuch an, den Spielplatz bei der Katastrophenbucht aufbrezeln zu wollen. Zwei Schaukeln sollen installiert, die Bodenbedeckung mancherorts erneuert werden, ausserdem kündigte die Stadt einen neuen «Schattenpavillon» an.

Die Anpassungen wurden diesen Frühling realisiert. Gutes Timing, vor dem teils heissen Sommer. Bloss: Manch ein Elternteil dürfte sehr verwundert gewesen sein ob des ovalen, metallenen Pavillon, der über dem Sandkasten thront. Denn: Dieser verfügt nicht über ein durchgehendes Dach, sondern wurde mit aneinandergereihten Holzbalken versehen, zwischen denen breite Spalten klaffen. Auch vor Regen ist der Sandkasten nicht geschützt.

Die schwierige Suche nach Schatten an heissen Tagen

Die Mitte-Gemeinderätin Manuela Leemann hat wenig Verständnis für die Wahl dieses Baus. Als Stadtzugerin und Mutter kennt sie den Platz bestens. Auf Anfrage von zentralplus sagt sie: «In der Stadt Zug ist es grundsätzlich schwierig, Spielplätze zu finden, in denen es an heissen Tagen genügend Schatten gibt.»

Die Idee eines Pavillons findet sie zwar gut, «doch so, wie er jetzt ist, spendet er kaum Schatten. Ich weiss nicht, was sich die Stadt dabei überlegt hat.» Um unter anderem das herauszufinden, gelangte die Mitte-Politikerin mit einer Interpellation an den Stadtrat.

Der Pavillon ist nicht das Einzige, was Manuela Leemann am Spielplatz Rigiplatz stört. «Der Platz ist riesig und befindet sich im Zentrum der Stadt. Er ist sozusagen das spielplatzbezogene Aushängeschild der Stadt, auf dem es entsprechend viele Leute hat. Dennoch befinden sich nur in zwei Ecken des Geländes Geräte für Kinder», sagt Leemann.

Der Platz könnte deutlich mehr Spielgeräte vertragen

Tatsächlich befindet sich in der Mitte des Rigiplatzes eine grosse Kiesfläche, die gesäumt ist von Sitzbänken. Ein Augenschein vor Ort zeigt, dass der Platz nicht nur bei Familien, sondern auch bei Erwachsenen beliebt ist, die ihre Mittagspause hier – mit bestem Blick auf den Zugersee – verbringen.

Wenn es nach Leemann ginge, könnte der Platz deutlich besser genutzt werden. «Selbst wenn man die grosse Kiesfläche belassen möchte, hat es auf der Rasenfläche Richtung See genügend Platz, um weitere Spielgeräte hinzustellen. Und es gibt so tolle Klettermöglichkeiten, Schaukeln und andere kreative Spielideen.»

Der Rigiplatz in der Stadt Zug ist sehr kieslastig. (Bild: wia)

Grundsätzlich findet sie es schwierig, in der Stadt Zug ansprechende Spielplätze zu finden. «Ein schlechtes Beispiel finde ich den Spielplatz Neustadt. Dort hat es drei, vier Geräte, mit denen die Kinder offenbar nichts anzufangen wissen. Entsprechend wird der Spielplatz kaum je besucht», sagt Leemann.

Die Fröschenmatt entspricht der Idealvorstellung

Als tolle Beispiele nennt sie den Spielpatz in Davos oder im Kinderzoo. Aber auch in Zug gäbe es mit dem Abenteuerspielplatz Fröschenmatt ein besonders positives Beispiel. «Dort sind die Öffnungszeiten jedoch eingeschränkt.» Auch der Abenteuerspielplatz Siehbach sieht sie als mögliche Alternative für ältere Kinder. «Weil dort Kiesboden liegt und ich im Rollstuhl bin, ist er für mich jedoch nicht zugänglich, daher kenne ich ihn nicht richtig», sagt sie.

Vom Stadtrat will Manuela Leemann daher wissen, wie zufrieden dieser mit der Spielplatzsituation grundsätzlich ist. Und ob aktuell Erweiterungen oder ganz neue Spielplätze geplant seien.

Eine der Fragen, die Leemann dem Stadtrat zudem stellt, thematisiert den Einbezug von Eltern bei der Planung von Spielplätzen. «Sie, die direkt betroffen sind, könnten eine gute Hilfestellung bieten.»

Das Kind muss Pipi – was tun?

Ein weiteres Thema, das die Mitte-Gemeinderätin umtreibt: Sanitäre Einrichtungen in unmittelbarer Nähe von Spielplätzen. «Das wäre gerade für Kinder wichtig, die erst seit kurzem ‹trocken› sind und relativ schnell Zugang zu einem WC haben müssen.» Und weiter: «Es geht nicht darum, dass ich auf allen Spielplätzen sanitäre Anlagen fordere, auch wenn das toll wäre. Aber zumindest eine Beschilderung der nächsten öffentlichen Toilette wäre hilfreich.»

Sie erzählt: «Vor kurzem traf ich mich mit einer Kollegin auf dem Rigiplatz. Da ihr Kind aufs Klo musste, wollte sie nach Hause gehen. Ihr war nicht bewusst, dass es bei der Katastrophenbucht eine öffentliche Toilette gibt.»

Auf die Fragen von zentralplus wollte die Stadt Zug nicht eingehen, weil der Stadtrat den Vorstoss erst offiziell beantworten muss.

Verwendete Quellen
  • Telefongespräch mit Manuela Leemann
  • Baugesuch Amtsblatt Zug
  • Artikel «Zuger Zeitung» zu den Bauplänen
  • Augenschein
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