Politik
Schulterschluss auf der Strasse

Demo in Luzern: Zwölf Organisationen fordern gesellschaftlichen Neustart

Der Demonstrationszug führte am Samstagnachmittag durch die Stadt Luzern. (Bild: jal)

So geht es nicht weiter: Zahlreiche Menschen forderten am Samstag auf den Strassen Luzerns einen gesellschaftlichen Wandel. Eine Rückkehr zum Status quo sei nach der Coronakrise keine Option.

«Planet B oder Plan B»? – «Wir haben die Wahl» – «Weniger haben wollen macht glücklich.» Diese und zahlreiche weitere Denkanstösse waren am Samstagnachmittag in Luzern zu lesen.

Bei strahlendem Spätsommerwetter haben schätzungsweise 250 Menschen in der Stadt Luzern demonstriert. Unter dem Motto «Jetzt! Einen ökologischen und solidarischen Neustart» verlangen sie, dass die Weichen für eine bessere Zukunft gestellt werden.

Bereits am Freitagabend gingen in vielen Schweizer Städten, auch in Luzern, junge Menschen für das Klima auf die Strasse (zentralplus berichtete).

Nicht zurück zum Normalzustand

Im Unterschied dazu war die Kundgebung am Samstag deutlich breiter aufgestellt. Insgesamt zwölf Organisationen riefen zur Demonstration auf. Nebst einer ökologischen Neuausrichtung stellten sie auch soziale Forderungen.

So sollen beispielsweise Menschen, die weniger als 5000 Franken im Monat verdienen, 100-Prozent-Lohnersatz bei Kurzarbeit erhalten. Verlangt wird weiter, dass die Care-Arbeit genauso wie die systemrelevanten Berufe – wie etwa die Pflege – eine grössere Wertschätzung erfahren. «Klatschen genügt nicht», sagte ein Redner am Samstag.

«Nach der Coronakrise zurück zum Status quo zu kehren, ist keine Option», heisst es in einem Schreiben der Organisatoren. Sie kritisieren, dass der bisherige Normalzustand den Profit und das Wachstum vor die Solidarität stelle, nicht alle Menschenleben den gleichen Wert hätten und die Klimakrise nicht ernst genommen werde.

Die Coronakrise beweise, dass die Politik agieren könne, wenn der Wille vorhanden sei. Die Gesellschaft habe zudem gelernt, wie wichtig Solidarität sei und was das Wort «systemrelevant» bedeutet. «Es ist Zeit für einen tiefgreifenden, mutigen, strukturellen Wandel.»

Maskenpflicht wurde eingehalten

Zur Demo aufgerufen hatten der Luzerner Gewerkschaftsbund, die Juso, die SP, die Jungen Grünen, die Grünen, die Gruppe Resolut, der kurdische Kulturverein, die Gruppen Luzern im Wandel und Psychologists for Future, das Solinetz sowie der Frauen- und Klimastreik.

Sie erwarteten im Vorfeld mehrere hundert Teilnehmer. Angesichts dessen war vereinzelt Enttäuschung über die Mobilisierung zu spüren. Die bewilligte Kundgebung führte vom Luzerner Torbogen zum Helvetiaplatz Richtung Bahnhofstrasse.

Wegen den Corona-Schutzmassnahmen wurden die Teilnehmer gebeten, Masken zu tragen. Dem Aufruf kamen sie nach, die Organisatoren verteilten sogar aktiv Schutzmasken. Dass in Luzern ein Vermummungsverbot gelte, wie ein Sprecher zu Beginn sagte, sorgte entsprechend für Erheiterung.

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