Politik
Weil der Sonnenbergtunnel gesperrt ist

Bypass: Autobahn wird über Jahre mitten durch die Stadt umgeleitet

So soll die Grosshofbrücke dereinst aussehen. Dafür muss der Autobahnverkehr aber teilweise durch die Stadt geleitet werden. (Bild: zvg)

Das Bypassprojekt liegt derzeit öffentlich auf. Um das Megaprojekt zu realisieren, sind gewaltige Eingriffe notwendig. Diese werden auch die Luzerner Innenstadt tangieren. Besonders hart trifft es die Obergrundstrasse zwischen der Grosshofbrücke und dem Kasernenplatz.

Eines ist in der Stadt Luzern garantiert: An der Obergrundstrasse läuft immer irgendwas. Derzeit wird die Sanierung des Krienbachkanals zwischen Pilatus- und Paulusplatz mit leichter Verzögerung abgeschlossen (zentralplus berichtete).

Am Horizont zeichnet sich bereits das nächste Grossprojekt ab, das den Verkehr und die Anwohner der Obergrundstrasse belasten dürfte: Während des Baus der Bypassumfahrung muss ein Teil des Autobahnverkehrs über die Obergrundstrasse in Richtung Kasernenplatz umgeleitet werden.

Verkehr wird für rund 34 Monate umgeleitet

Konkret geht es um die sogenannte «Verkehrsphase 5». In dieser Bauphase wird die Grosshofbrücke beim Autobahnanschluss Luzern-Kriens ersetzt. Zudem wird das Portal des Sonnenbergtunnels mit dem neuen Bypasstunnel verbunden. Diese Bauphase soll rund 34 Monate dauern.

Die Arbeiten im Sonnenbergtunnel werden Auswirkungen auf den Strassenverkehr in der Stadt haben. (Visualisierung: Astra) (Bild: )

Ein Teil des Autobahnverkehrs in Richtung Norden muss während dieser Bauphase über das lokale Strassennetz umgeleitet werden, wie aus den Plänen ersichtlich wird. Konkret würde die Umleitung über die Achse Obergrundstrasse-Hirschengraben-Kasernenplatz führen.

Wann genau die Arbeiten zum Bypass beginnen, steht heute noch nicht fest. Es wird von der Anzahl Einsprachen abhängen. Klar ist aber, dass die Bauzeit total rund zwölf Jahre dauern wird. Die Umleitung via Obergrundstrasse fällt ins letzte Viertel dieser Bauzeit.

Erinnerung an Cityring-Staus

Nicht nur bei den direkten Anwohnern der Obergrundstrasse dürfte das dereinstige Verkehrsszenario ungute Gefühle auslösen. In der Vergangenheit kam es schon mehrfach vor, dass sich ein Teil – wenn nicht der gesamte – Autobahnverkehr durch die Strasse schleppte. Zwischen 2011 und 2012 war dies etwa im Rahmen der Cityring-Sanierung wiederholt der Fall.

Auch bei Unfällen auf der Autobahn musste der Verkehr schon durch die Stadt geleitet werden. In beiden Fällen waren teilweise massive Staus die Folge.

Opponiert der Stadtrat?

Hinzu kommt, dass sich das «Opfer» für die Obergrundstrasse nicht besonders auszahlt: Der Verkehr auf der Strasse würde sich nach der Fertigstellung des gesamten Bypassprojekts nur minim reduzieren: Der Bund geht beim Paulusplatz von einer Abnahme des durchschnittlichen Tagesverkehrs um knapp 1 Prozent aus.

Offen bleibt, ob der Stadtrat in dieser Sache aktiv wird. Die Luzerner Stadtregierung hat zwar wiederholt betont, dass sie hinter dem Bypassprojekt steht. Dennoch behält sie sich vor, mit Einsprachen gegen Teilprojekte vorzugehen, wenn diese «übermässige Eingriffe in die Siedlungs- und Quartierstrukturen» darstellen (zentralplus berichtete).

«Wir werden alle uns ersichtlichen Herausforderungen analysieren.»

Adrian Borgula, Umwelt- und Verkehrsdirektor

Die Stadt sei derzeit mit dem Studium der aufgelegten Pläne beschäftigt, bestätigt Umwelt- und Verkehrsdirektor Adrian Borgula (Grüne) auf Anfrage. Zu einzelnen Projekten, wie der Umleitung über die Obergrundstrasse, äussere man sich noch nicht. «Wir werden alle uns ersichtlichen Herausforderungen analysieren. Das ist bei einem so umfangreichen Projekt eine besondere Herausforderung», sagt Borgula.

Die öffentliche Auflage dauert noch bis am 8. Juli.

Der neue Bypasstunnel (rot) und die bisherige A2, die zur Stadtautobahn wird (violett). (Visualisierung: Astra) (Bild: )
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