Politik
Massentierhaltung nimmt zu

Bauernhöfe in Luzern: Mehr Säuli, kaum Biobetriebe

Im Kanton Luzern nimmt die Massentierhaltung zu – die Zahl der Schweine pro Hof hat sich verdreifacht. (Bild: Kurt Eichenberger, WWF Luzern)

Luzern ist ein Säuli-Kanton: Über 30 Prozent aller Schweine in der Schweiz sind in Luzerner Höfen untergebracht. Die Massentierhaltung wächst markant – der Anteil an Bio-Betrieben ist aber unterdurchschnittlich.

Von den knapp 49'000 Schweizer Landwirtschaftsbetrieben werden 15,7 Prozent als Bio-Betriebe geführt. In Luzern ist das anders. Der Kanton hat mit 10,9 Prozent einen unterdurchschnittlichen Anteil an Bio-Betrieben. Dies schreibt Lustat Statistik in einer aktuellen Medienmitteilung. Nur vier Kantone haben einen tieferen Anteil.

Massentierhaltung ist in Luzern auf dem Vormarsch

Gleichzeitig steigt im Kanton Luzern die Massentierhaltung beziehungsweise der durchschnittliche Tierbestand pro Halter stark an. In den vergangenen 25 Jahren hat sich beispielsweise die durchschnittliche Zahl der Hühner pro Betrieb fast verdreifacht – heute sind es 821,7 Tiere pro Hof. Ähnlich verhält es sich bei den Schweinen: Zwischen 1996 und 2021 stieg die durchschnittliche Anzahl pro Halter von 95,3 auf 260,9 Tiere an.

Schwächer sind die Bestände der Rinder und Schafe pro Betrieb gewachsen. In den letzten 25 Jahren stieg die Zahl der Schafe pro Betrieb um rund 85 Prozent, nämlich von 15,2 auf 28,1 Tiere an. Um knapp 50 Prozent nahm die Anzahl Rinder zu – von 28,1 auf 41,6 Tiere pro Halter.

Initiative gegen Massentierhaltung steht im Gegenwind

In keinem Kanton der Schweiz werden auch nur annähernd so viele Schweine gehalten wie im Kanton Luzern. Am 1. Januar 2021 betrug der Luzerner Bestand 428'132 Schweine. Das entspricht 31,3 Prozent des gesamten Schweizer Schweinebestands.

In Anbetracht dieser Zahlen wundert es nicht, dass Massentierhaltungs-Initiative in Luzern viel Gegenwind spürt (zentralplus berichtete). Die Initiative fordert, dass die Bio-Suisse-Richtlinien zum Standard werden. Das soll auch für alle importierten tierischen Produkte gelten. Die Luzerner Ständerätinnen Andrea Gmür und Damian Müller haben sich klar dagegen ausgesprochen (zentralplus berichtete).

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