Politik

Luzerner Kantonsrat kämpft gegen Diskriminierung
Autoversicherungsprämien für Ausländer machen SP hässig

  • Lesezeit: 3 min
  • Kommentare: 6
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Hasan Candan meint, dass die Gleichbehandlung für Ausländer bei den Versicherungen im Diskriminierungs-Stau steckt.

Wusstest du, dass Ausländerinnen in der Schweiz eine komplett andere Autoversicherungsprämie haben? Der Luzerner Kantonsrat findet: dies gehört verboten.

Du kommst aus dem Balkan oder der Türkei und willst eine Autoversicherung abschliessen? Dann hast du Pech! Denn laut Onlinevergleichsdienst Comparis kassierst du einen durchschnittlichen Prämienzuschlag von rund 60 Prozent.

Der Vergleichsdienst schreibt, wen es am stärksten trifft. «Kosovaren trifft es am härtesten. Sie bezahlen für eine Vollkaskoversicherung durchschnittlich 61 Prozent höhere Prämien als Schweizer. Albaner und Serben sind mit rund 60 Prozent und Türken mit 57 Prozent Prämienzuschlag ähnlich stark betroffen.»

Die Grafik des Onlinevergleichsdiensts Comparis zeigt es eindrücklich. Die Autoversicherung in der Schweiz kostet für Ausländer teilweise massiv mehr.

Luzerner Kantonsrat reicht Motion ein

SP-Kantonsrat setzt sich schon länger dafür ein, dass im Kanton Luzern Menschen die gleichen Rechte haben. Die Ungleichbehandlung bei der Autoversicherung ist ihm ein Dorn im Auge. «Die Höhe der Autoversicherungspolice aufgrund des Herkunftslandes festzusetzen ist eine sehr augenscheinliche Diskriminierung und praktisch allen bekannt», schreibt Candan.

«Es ist absurd: Menschen, welche hier geboren sind, seit über 18 Jahre hier leben, arbeiten und Steuern zahlen, werden ungerechtfertigt zur Kasse gebeten.»

Hasan Candan

Auf die Thematik sei er gestossen, als er überprüfen wollte, ob diese Ungleichbehandlung bei den Versicherungen auch im Jahr 2022 noch existiere. «Es ist absurd: Menschen, welche hier geboren sind, seit über 18 Jahre hier leben, arbeiten und Steuern zahlen, werden ungerechtfertigt zur Kasse gebeten.»

Wird «Schutz vor Diskriminierung» in Luzern klein geschrieben?

Hasan Candan verweist auf die Bundesverfassung, in welcher der Schutz vor Diskriminierung verankert ist. Trotz dieses Artikels existiert seit Jahren in der Versicherungsbranche diese Ungleichbehandlung. «Wieso die Regierung des Kantons Luzern bisher nichts dagegen unternommen hat, weiss ich auch nicht. Das müssen Sie die Herren Regierungsräte fragen», meint Candan.

«Diskriminierende, hohe Autoversicherungsprämien pauschal aufgrund der Herkunft festzusetzen gehört verboten.»

Hasan Candan

Der Wunsch nach Gleichberechtigung im Versicherungsbereich ist nicht neu. 2011 reicht Nationalrat Ricardo Lumengo (SP) ein Postulat in Bundesbern ein. Der Bundesrat beantragt damals die Ablehnung. Die Begründung lautete, dass die Finma die Versicherer kurz zuvor überprüft habe.

«Diese Untersuchung hat im Weiteren gezeigt, dass bei keinem in der Schweiz zugelassenen Motorfahrzeugversicherer die Rasse seiner Kunden erhoben oder gespeichert oder im Zusammenhang mit der Prämien- und Vertragsgestaltung in irgendeiner Form eine Rolle spielt», schrieb damals der Bundesrat.

Kanton Luzern soll nun Diskriminierung bekämpfen

Was Bundesbern nicht richten konnte, soll nun der Kanton Luzern schaffen. Hasan Candan wünscht sich, dass sich mit dieser Motion etwas ändert. «Es ist die Aufgabe der Regierung, einzugreifen, wenn Menschen abgezockt werden. Die Regierung muss eingreifen und diese Abzocke unterbinden.»

Die Versicherer sollen sich bei der Risikobeurteilung auf andere Kriterien stützen. «Diskriminierende, hohe Autoversicherungsprämien pauschal aufgrund der Herkunft festzusetzen gehört verboten», sagt Candan. Der SP-Kantonsrat möchte, dass der Kanton Luzern dies in seiner Gesetzgebung festhält.

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6 Kommentare
  1. Helmut Hubacher, 26.03.2022, 09:54 Uhr

    Was ist aus meiner SP geworden? Da waren mal grosse Visionen, waren solidarisch..
    Und heute gratis Tampons, Versicherungen und viel Eigennutz.

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  2. Gruesse vom Einhorn Schlachthaus, 25.03.2022, 22:00 Uhr

    Die SP hingegen sollte sich bei ihrer eigenen politischen Risikobeurteilung ja nichts ändern.
    Und schafft sich damit demnächst selber ab.

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  3. Dolfino, 25.03.2022, 18:11 Uhr

    Auch als Schweizer bezahle ich hohe Prämien, wenn ich Unfälle verursache die sehr hohe Kosten für die Versicherung verursachen. Dementsprechend steigt auch mein Bonus.
    Die Versicherer erstellen halt Statistiken und dann zeigt sich ein Abbild über Verursacher von Unfällen mit welchen Fahrzeugen. Leider fahren halt gewisse Leute teure Autos die sie sich eigentlich gar nicht leisten können ausser mit Leasing. Hallt schön nach dem Motto wer Gas geben will und Unfälle baut muss dann halt am Geldbeutel fühlen warum es so ist.

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  4. Bolizischt Wäckerli, 25.03.2022, 17:58 Uhr

    Vielleicht erklärt ihm mal einer der Unterschied zwischen risikobasierten Prämien und Diskriminierung! Aber typisch SP, hauptsache mit viel Sinnlosem möglichst viele sinnlos beschäftigen…… Die Anderen bezahlen ja den leerlauf und das eigene Gesicht in der Presse befriedigt selbst!

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  5. Peter Bitterli, 25.03.2022, 17:53 Uhr

    Klar, Candan will etwas verbieten. Weil es „verboten gehört“. Seit langem kommt seinem Verein nichts Anderes mehr in den Sinn als verbieten.
    Autoversicherer operieren im freien Markt. Eine Vollkasko ist nicht obligatorisch. Die Versicherung kann tun, was sie will. Der Kunde kann lassen, was er nicht will.
    Im Übrigen können Versicherungen sehr wohl rechnen, kalkulieren Risiken und werden daher sehr genau wissen, wo diese gegeben sind.

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  6. Tobias Mueller, 25.03.2022, 15:28 Uhr

    Das hat weder mit Abzocke noch mit Diskriminierung zu tun. Zahlenbasierte Risikobeurteilung ist nun mal die Grundlage für die Geschäftstätigkeit einer Versicherung. Herr Candan hat sich offensichtlich nicht wirklich in die Sache eingearbeitet, wobei er in der Politik sicher nicht der Einzige ist. Aber ein Risikospezialist kann ihm jederzeit Daten aus einer Zeit aufzeigen, wo sogar Walliser die doppelte Kaskoprämie als sonst üblich zahlen mussten.

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