Politik

EVZ soll die 36-Millionen-Investition berappen
Ausbau Bossard Arena: Diese Variante punktet beim Stadtrat

  • Lesezeit: 4 min
  • Politik
Die Bossard Arena soll in Zukunft Platz haben für 8'750 Fans. (Bild: Marc Schumacher/freshfocus)

Der EVZ will sein Stadion ausbauen und mehr Platz für die Fans schaffen. Der Zuger Stadtrat hat deshalb verschiedene Varianten geprüft – und sich jetzt für die einfachste entschieden.

Der Meister soll ein grösseres Stadion erhalten. Der EVZ und die Stadt Zug hegen seit einiger Zeit entsprechende Ausbaupläne. «Unter dem Aspekt, dass die Bossard Arena im Vergleich mit den anderen Stadien der National League bei der Zuschauerkapazität auf den sechsten von zwölf und im Gastronomiebereich auf den zehnten Platz abgerutscht ist, will der Stadtrat der sportlichen und wirtschaftlichen Entwicklung des EVZ nicht im Wege stehen», sagte der zuständige Stadtrat André Wicki (SVP) im Frühling gegenüber zentralplus.

Anfang Mai diskutierte das Stadtparlament den ersten Zwischenbericht, der mehrere Optionen enthielt. Jetzt ist der Entscheid gefallen: Der Stadtrat will die Variante «Keep building», die ursprünglich vom EVZ in Auftrag gegeben wurde, weiterverfolgen. Das geht aus seinem kürzlich veröffentlichten, zweiten Zwischenbericht hervor.

Die extravaganten Varianten sind vom Tisch

Damit wählt die Exekutive den einfachsten und günstigsten der drei vorgeschlagenen Wege. Bei den anderen beiden Varianten war entweder eine Aufstockung der Tribünenreihen dank einem neuen Dach vorgesehen oder ein zusätzliches Stockwerk durch die Anhebung des Daches.

Davon will der Stadtrat absehen. Bei «Keep building» wird, wie der Name sagt, das äussere Erscheinungsbild im Wesentlichen beibehalten. Das Dach wird einzig im Nordbereich leicht angehoben. Der Ausbau erfolgt über drei zusätzliche Module und ein mobiles Eisfeld. Vom Platz her würde die Halle in Zukunft 8’750 statt nur wie heute 7’200 Zuschauer fassen. Aufgestockt wird aber insbesondere der gastronomische Bereich: Statt nur knapp 440 sollen künftig 1’600 Gäste verköstigt werden können. Dazu kommt eine Fanzone auf dem Arenaplatz.

«Das Projekt überzeugt durch massvolle und konzentrierte Eingriffe in die Bausubstanz und wird das bestehende Eisstadion unter Berücksichtigung der bestehenden Form- und Materialsprache erweitern», begründet der Stadtrat den Entscheid.

Der EVZ soll das Stadion im Baurecht übernehmen

Er hat das bisherige Konzept in einer Machbarkeitsstudie vertieft. Die Kosten für den Ausbau belaufen sich demnach auf 36 Millionen Franken. Berappen muss diese voraussichtlich der EVZ selber. Das jedenfalls schlägt der Stadtrat vor. Die Stadt kommt derweil für die Neugestaltung des Arenaplatzes auf, die mit zwei Millionen Franken zu Buche schlägt.

Wie angekündigt, will die Stadt gleichzeitig mit dem Ausbau des Stadions die komplexen organisatorischen Verflechtungen vereinfachen. Konkret ist geplant, dass das Land im Eigentum der Stadt Zug bleibt, der EVZ aber das Stadion im Baurecht übernimmt (zentralplus berichtete).

Das bestehende Dreiecksverhältnis mit der Kunsteisbahn AG (KEB) würde damit aufgelöst. «Das führt zu einer signifikanten finanziellen und organisatorischen Entlastung der Stadt Zug», betont der Stadtrat.

Das Dach wird leicht angehoben und die Bossard Arena um kleinere Anbauten erweitert werden. (Visualisierung: Studiomatt)

Das Szenario, in dem die Stadt Zug die Erweiterung plant und finanziert, wurde zwar ebenfalls geprüft, aber wieder verworfen. Denn für den Stadtrat überwiegen die Vorteile der Baurecht-Variante. Nur schon aus finanzieller Sicht: Im Vergleich zu heute würde die städtische Erfolgsrechnung damit jährlich mit rund 1,65 Millionen Franken entlastet. Denn neu wäre der EVZ für den Unterhalt des Stadions verantwortlich.

Der Vertrag soll vorerst auf 35 Jahre befristet werden mit einer Verlängerungsoption um weitere zehn Jahre. Der Baurechtszins – also der jährlich fällige Beitrag des EVZ an die Stadt – beträgt 360’000 Franken.

Nicht alle sind begeistert

Beim Entscheid für die einfachste Variante dürfte der Stadtrat auch die politische Lage im Hinterkopf gehabt haben. Im Frühling gab es im Stadtparlament auch kritische Stimmen zum Ausbauprojekt. Es zeichnete sich bereits ab, dass «Keep building» am meisten auf Zustimmung stösst (zentralplus berichtete).

Ob er mit der neusten Weichenstellung auch die Skeptiker zu überzeugen vermag, wird sich zeigen. Der Zwischenbericht wird nun erneut dem Grossen Gemeinderat (GGR) vorgelegt. Bei positiver Kenntnisnahme, wird anschliessend die nötige Änderung des Bebauungsplans in Angriff genommen. Gleichzeitig und damit koordiniert will der Stadtrat den Baurechtsvertrag und eine Vereinbarung über den Betrieb und die Zusammenarbeit erarbeiten. Endgültig darüber entscheiden wird der GGR im Jahr 2024. Gebaut werden soll voraussichtlich 2025/2026.

Du bist noch kein Möglichmacher? Als Möglichmacherin kannst Du zentralplus unterstützen. Mehr erfahren.

Deine Meinung ist gefragt!

Um kommentieren zu können, musst Du auf zentralplus eingeloggt sein. Bitte logge dich ein oder registriere dich jetzt und profitiere von den Vorteilen für z+ Community Mitglieder.

Deine Meinung ist gefragt!

0 Kommentare

Mach jetzt zentralplus möglich

Unterstütze mit einem freiwilligen Abo

Schon über 660 Personen stehen ein für Medienvielfalt in der Zentralschweiz. Denn guter Lokaljournalismus kostet Geld. Mit deinem freiwilligen Abo machst du zentralplus möglich. Wir sagen danke. Hier mehr erfahren

×
×
jährlich monatlich
Du machst es möglich
  • Zugriff auf alle Inhalte von zentralplus
  • Reiche Deine Ideen ein und bestimme monatlich mit, über welches Thema wir einen Artikel verfassen
  • Bewerten von Nutzerkommentaren
  • Täglicher und / oder wöchentlicher Newsletter
  • Du machst zentralplus möglich
  • Du wirst klüger und glücklich (ohne Garantie)
CHF5.00 / Monat
zentralplus unterstützen
Du machst es möglicher
  • Zugriff auf alle Inhalte von zentralplus
  • Reiche Deine Ideen ein und bestimme monatlich mit, über welches Thema wir einen Artikel verfassen
  • Bewerten von Nutzerkommentaren
  • Täglicher und / oder wöchentlicher Newsletter
  • Du machst zentralplus möglicher
  • Du wirst klüger und glücklicher (ziemlich sicher)
CHF15.00 / Monat
zentralplus unterstützen
Du machst das Unmögliche möglich
  • Zugriff auf alle Inhalte von zentralplus
  • Reiche Deine Ideen ein und bestimme monatlich mit, über welches Thema wir einen Artikel verfassen
  • Bewerten von Nutzerkommentaren
  • Täglicher und / oder wöchentlicher Newsletter
  • Du kannst an einer Redaktionssitzung teilnehmen
  • Du machst das Unmögliche möglich
  • Du wirst klüger und noch glücklicher (sicher)
  • Du machst uns sehr glücklich
CHF30.00 / Monat
zentralplus unterstützen
Du machst es möglich
  • Zugriff auf alle Inhalte von zentralplus
  • Reiche Deine Ideen ein und bestimme monatlich mit, über welches Thema wir einen Artikel verfassen
  • Bewerten von Nutzerkommentaren
  • Täglicher und / oder wöchentlicher Newsletter
  • Du machst zentralplus möglich
  • Du wirst klüger und glücklich (ohne Garantie)
CHF5.00 / Monat
CHF60.00 / Jahr
zentralplus unterstützen
Du machst es möglicher
  • Zugriff auf alle Inhalte von zentralplus
  • Reiche Deine Ideen ein und bestimme monatlich mit, über welches Thema wir einen Artikel verfassen
  • Bewerten von Nutzerkommentaren
  • Täglicher und / oder wöchentlicher Newsletter
  • Du machst zentralplus möglicher
  • Du wirst klüger und glücklicher (ziemlich sicher)
CHF15.00 / Monat
CHF180.00 / Jahr
zentralplus unterstützen
Du machst das Unmögliche möglich
  • Zugriff auf alle Inhalte von zentralplus
  • Reiche Deine Ideen ein und bestimme monatlich mit, über welches Thema wir einen Artikel verfassen
  • Bewerten von Nutzerkommentaren
  • Täglicher und / oder wöchentlicher Newsletter
  • Du kannst an einer Redaktionssitzung teilnehmen
  • Du machst das Unmögliche möglich
  • Du wirst klüger und noch glücklicher (sicher)
  • Du machst uns sehr glücklich
CHF30.00 / Monat
CHF360.00 / Jahr
zentralplus unterstützen