Politik
Altstadt-Erneuerung Luzern

Adrian Borgula: «Wir wollen vorwärts machen»

«Tor zur Altstadt»: Die Grendelstrasse beim Schwanenplatz. (Bild: Emanuel Ammon/Luzern Tourismus)

Bis Juni 2016 werden zwischen Schwanenplatz, Grendelstrasse und Löwengraben der Abwasserkanal und die Werkleitungen saniert. Wie die Strassen nach Abschluss der Sanierung gestaltet werden, ob asphaltiert, gepflästert oder anderweitig gestaltet, ist noch offen. Da die Stadt wenig Geld hat, sollen Dritte bei der Finanzierung mithelfen. Ein Vorhaben, das indes schon letztes Jahr scheiterte.

Gegen eine finanzielle Beteiligung von Dritten hat die Stadt nichts einzuwenden. «Der Stadtrat ist durchaus offen für eine finanzielle Beteiligung Dritter, mit der ein gestalterischer Mehrwert realisiert werden könnte», heisst es in der Antwort auf das Postulat von Albert Schwarzenbach (CVP). Der Stadtrat nimmt das Postulat deshalb teilweise entgegen.

Schwarzenbach hatte im Namen der CVP gefordert, ein gemeinsames Projekt mit Partnern zu verwirklichen, die sich finanziell daran beteiligten. Die Touristenstadt Luzern solle ein Tor zur Altstadt erhalten, das diesen Namen verdiene. Er befürchtet aus finanziellen Gründen eine «bescheidene Lösung», zum Beispiel einen Asphaltbelag.

Seit über zehn Jahren diskutiert man über eine Lösung. Ohne Ergebnis. Wie aus der Antwort hervorgeht, steht die Stadt den «Partnerschaften» eher skeptisch gegenüber und will die Planung in der Hand behalten. «Der Stadtrat ist der Ansicht, dass die Oberflächengestaltung eine Aufgabe der Stadt ist und möchte das Projekt jetzt schnell vorantreiben», heisst es. Es wird auf die verschiedenen bisher erfolglosen Versuche einer Neugestaltung hingewiesen. 2003 lehnten die Stimmberechtigten ein erstes Gestaltungsprojekt der Stadt an der Urne ab. 2013 scheiterte das private Projekt «Walk of Watches» ebenfalls, weil die Uhrengeschäfte nach anfänglich zugesagten Kostenbeteiligungen später wieder ausstiegen.

Bedingungen der Stadt

Die Stadt stellt Bedingungen für die finanzielle Beteiligung: Im Fall Grendel müsste es sich um einen «erheblichen und für eine zusätzliche Aufwertung kostendeckenden Betrag handeln, der bis Ende Sommer 2014 verbindlich gesprochen sein müsste». Zudem verlangt die Stadt eine neue Projektorganisation und klare Verbindlichkeiten.
«Wir wollen vorwärts machen», sagt Stadtrat Adrian Borgula gegenüber zentral+. Die Stadt sei daran, ein Projekt für die Gestaltung der Strassen zu erarbeiten, die ab 2017 erfolgen soll. Es sei «einfach, mit definiertem Kostendach» und soll die heutige Situation gestalterisch und funktional verbessern. Die Exekutive wird dem Parlament voraussichtlich im ersten Quartal 2015 einen Bericht und Antrag zum ganzen Sanierungsprojekt inklusive der abschliessenden Strassengestaltung vorlegen. «Wir werden dafür einen Gesamtkredit beantragen», erklärt Stadtrat Borgula. Über die Höhe will er sich zum heutigen Zeitpunkt noch nicht äussern. Es habe zudem keinen Sinn in die Detailplanung zu gehen, solange der Kredit noch nicht durchs Parlament gegangen sei.

Erste Reaktionen

Postulant Albert Schwarzenbach sagt auf Anfrage, er erwarte, dass die Stadt von sich aus proaktiv auf die Geschäfte zugehe und die Chance für eine Neustaltung nutze. «Bis im Herbst möchten wir vom Stadtrat wissen, was er konkret unternommen hat.»
Der Präsident des Quartiervereins Altstadt, Pierre Rüegländer, findet, Schönheit und Gestaltung sei nicht nur eine Sache des Preises. «Man kann auch mit optimierten Mitteln etwas Schönes machen. Einfach heisst ja nicht unbedingt hässlich.» Er erwartet mit Spannung Informationen, was die Stadt plant.

Fussgänger- statt autofreundlich

Der Wille zur Neugestaltung ist auf städtischer Seite aber durchaus vorhanden. In einem Beitrag im Stadtmagazin 1/14 zur Sanierung des Quartiers heisst es, die heutige Gestaltung des Grendels stamme aus einer Zeit, als die Strasse noch für den Autoverkehr unbeschränkt zugänglich war. Die Achse Grendel-Löwengraben werde ihrer städteräumlichen Bedeutung deshalb nicht mehr gerecht, der Stadrat wolle diesen Bereich neu gestalten. Ausgehend vom Schwanenplatz solle der Strassenraum «ein Foyer, ein Ort des Ankommens und des Verweilens bilden.» Was auch immer das heissen soll.

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