Politik
Knatsch um Wohnungspreise in Luzern

ABL reagiert auf die Kritik: «Wir sind erstaunt über den Ton der SP»

Die neue ABL-Präsidentin Marlise Egger Andermatt auf der Dachterrasse des Himmelrich 3. (Bild: jal)

Die SP Luzern geht mit der Baugenossenschaft ABL hart ins Gericht. Die Verwaltungskosten seien in den letzten Jahren «regelrecht explodiert», so die Kritik. Nun kontern die Verantwortlichen.

Die Verwaltungskosten bei der ABL sind in den vergangenen vier Jahren um rund 20 Prozent gestiegen – obwohl nur 20 neue Wohnungen entstanden sind. Seitens der SP sorgt das für massive Kritik (zentralplus berichtete). Aus Sicht der ABL greift der Vergleich aber zu kurz. Und man zeigt sich «erstaunt über den Ton der SP», wie es in einer Stellungnahme heisst.

Die ABL sei eine der aktivsten Wohnbaugenossenschaften in der Stadt Luzern, um das wohnpolitische Ziel, den Anteil des gemeinnützigen Wohnungsbaus erreichen zu können, schreibt die ABL. «Unsere Projekte, auch in Kooperation, binden Ressourcen, lange bevor Wohnungen entstehen. Bis 2023 werden rund 250 neue Wohnungen in die Vermietung gehen.» Der starke Anstieg der Personalkosten habe damit zu tun, dass mehrere Grossprojekte gleichzeitig laufen.

Höhere Löhne, weil die Anforderungen gestiegen sind

Die Kritik, dass die Vorstandsmitglieder und die Geschäftleitung zu viel verdienen würden, überrascht die ABL. «Die Entschädigungen der Gremien wie auch der Geschäftsleitung sind gemessen an der hohen Verantwortung und der in den letzten Jahren stark gestiegenen Anforderungen unter allen Aspekten vertretbar», schreibt sie dazu. Inzwischen habe man auch die Vertrauensarbeitszeit eingeführt, so dass den Kadermitarbeiterinnen nicht mehr – wie die SP es kritisierte – Überzeiten ausbezahlt werden müssen.

Einigkeit über das Ziel: Preisgünstige Wohnungen

Was die Forderung der SP angeht, die ABL müsse auch Mitgliedern mit tiefen Einkommen das Leben in Neubauwohnungen ermöglichen, so betrachtet die Baugenossenschaft dies selbstverständlich ebenfalls als eines ihrer Ziele. «Bei Neubauprojekten ist preisgünstiges Bauen die grösste Herausforderung, der wir uns täglich stellen. Der Preis wird von verschiedenen Faktoren bestimmt: Wie hoch ist der Baurechtszins oder der Landpreis? Welche Normen und Vorschriften – betreffend Nachhaltigkeit, Lärm, Sicherheit – gilt es einzuhalten? Fakt ist, dass neu Bauen per se seinen Preis hat, auch für die gemeinnützigen Wohnbauträger», schreibt die ABL dazu.

«Wir sind aber auch hier stets daran, nach Lösungen zu suchen, etwa durch Low-Budget, wenig Technik, Verdichtung, verhältnismässige und quartierverträgliche Erneuerung. Die ABL bemüht sich, auf allen Ebenen dem Thema Preisgünstigkeit und den Anforderungen an faire Mieten gerecht zu werden», versichern die Verantwortlichen. So etwa im letzten Jahr mit einer generellen Mietzinssenkung um drei Prozent.

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