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Zurücks ins Home-Office
2G und Booster nach 4 Monaten: Bund beschliesst neue Massnahmen

  • Lesezeit: 3 min
  • Kommentare: 9
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Alain Berset trat heute Nachmittag vor die Medien und verkündete die neuen Corona-Massnahmen des Bundes. Diese gelten ab kommendem Montag. (Bild: Screenshot)

Gesundheitsdirektor Alain Berset ist am Freitagnachmittag vor die Medien getreten und hat die neusten Massnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie verkündet.

9’991 Neuinfektionen und 42 neue Todesfälle. Das hat das Bundesamt für Gesundheit heute Freitag vermeldet. Die Situation rund um die Corona-Pandemie bleibt damit unverändert sehr angespannt. Aus diesem Grund hat der Bundesrat neue Massnahmen zur Bekämpfung der Pandemie beschlossen. Im Rahmen der Konsultation haben sich eine Mehrheit der Kantone für die 2G-Variante ausgesprochen. Somit würden nur noch geimpfte und genesene Zutritt zu Inennräumen wie Restaurants erhalten. Auch die Kantone Luzern und Zug unterstützen diesen Vorschlag (zentralplus berichtete). Der Bundesrat ist auf diese Forderungen der Kantone eingegangen und hat heute Nachmittag folgliche Massnahmen vorgestellt:

  • In Innenräumen gilt neu 2G mit Masken- und Sitzpflicht.
  • 2G-plus für Innenräume wie Clubs, Bars oder Hallenbäder, wo keine Masken- und Sitzpflicht eingeführt werden kann.
  • Rückkehr zur Home-Office-Pflicht. Falls das nicht möglich ist, gilt eine Maskenpflicht ab zwei Personen.
  • Treffen im privaten Kreis mit maximal 10 Personen, falls eine ungeimpfte Person dabei ist. Falls alle Personen geimpft oder genesen sind, dürfen sich drinnen maximal 30 Personen treffen, draussen maximal 50.
  • Neu können sich alle Personen vier Monate nach der Zweitimpfung boostern lassen. Allerdings gibt es dazu noch keine Empfehlung durch die Zulassungsbehörde Swissmedic.
  • Testkosten für Antigen-Schnelltests werden wieder vom Bund übernommen.
  • Neu ist nur noch ein Test bei der Einreise nötig für Geimpfte und Genesene.
  • Für alle Schülerinnen auf Sekundarstufe gilt ab Montag eine Maskenpflicht.

Diese Massnahmen gelten ab kommendem Montag, dem 20. Dezember. Die Massnahmen gelten bis vorerst am 24. Januar 2022.

Besorgnis über Omikron

Berset betont die Besorgnis des Bundesrats über die Ausbreitung der Omikron-Variante. Der Blick nach Grossbritannien und nach Dänemark sei besorgniserregend. Zudem hätten die ersten Erfahrungen mit Omikron gezeigt, dass die Impfung deutlich weniger gut vor einer Anseckung schützt, als bei der Delta-Variante. Der Impfschutz betrage dort nur zwischen 50 und 70 Prozent. Ob die heute beschlossenen Massnahmen helfen, die Ausbreitung der Variante verhindern, wisse der Bundesrat darum nicht abschliessend.

Ein Journalist fragt in diesem Zusammenhang, ob die Schweiz nicht verzögert und zu wenig drastisch reagiere. Berset betont, dass man sich mit den heutigen Massnahmen gut vorbereitet habe. Er gesteht aber ein, dass viele Unsicherheiten bestehen, wie sich die Situation nun weiter entwickelt. «Wir hoffen schwer, dass das genügt. Wer hätte Lust, alles wieder zu schliessen?», sagt Berset besorgt. Er betont denn aber auch: «Die nächsten Massnahmen sind Schliessungen.»

Weitere Beschlüsse des Bundes

Zudem hat der Bundesrat weitere Entscheide im Zusammenhang mit der Pandemie getroffen, zum Beispiel zur weiteren Unterstützung von Kulturbetrieben oder Sportvereinen.

  • Unterstützung für Sport-Klubs: Bei erneuten Einnahmeausfällen aufgrund von Zuschauer-Einschränkungen kann der Bund professionelle und semiprofessionellen Mannschaften mit Darlehen und A-Fonds-perdu-Beiträgen in der Höhe von maximal 50 Millionen Franken unterstützen. Für den Fall, dass sämtliche Spiele im ersten Halbjahr 2022 2022 ohne Zuschauer ausgetragen werden müssten, würden die Klubs mit maximal 40 Millionen Franken A-Fonds-perdu-Beiträge und höchstens 10 Millionen Franken Darlehen unterstützt.
  • Corona-Erwerbsersatz: Der Bundesrat hat die Dauer für den Corona-Erwerbsersatz vom bis auf den 31. Dezember 2022 verlängert. Personen, die aufgrund der Corona-Massnahmen einen Erwerbsausfall erleiden, erhalten somit auch 2022 eine finanzielle Unterstützung. Die dafür vorgesehen Mittel von rund 500 Millionen Franken stockt der Bundesrat darum nachträglich um 1,69 Milliarden Franken auf.
  • Unterstützung des Kultursektors: Der Bund verlängert die Nothilfs-Gelder an Kulturschaffende bis Ende 2022. Dieser Entscheid gilt unabhängig davon, ob die einschränkenden Massnahmen im Kulturbereich bestehen bleiben. Ausfallentschädigungen zahlt der Bund hingegen nur solange aus, wie einschränkende Massnahmen, beispielsweise die Zertifikatspflicht, gelten.
  • Härtefallhilfe für 2022: Der Bundesrat prüft eine Verlängerung der Härtefallhilfe für das kommende Jahr. Damit will der Bundesrat stark von den behördlichen Covid-Massnahmen betroffene Unternehmen auch im kommenden Jahr unterstützen.

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9 Kommentare
  1. Roli Greter, 19.12.2021, 17:29 Uhr

    Dank den ab Montag geltenden Massnahmen sinkt die Zahl der Spitaleintritte bereits seit 1. Dezember.

    Ein Weihnachtswunder?
    https://www.covid19.admin.ch/de/epidemiologic/hosp?time=phase5&rel=abs&geoView=table

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    1. Kevin S., 19.12.2021, 20:10 Uhr

      Dafür gibt es einen einfachen Grund. Weil aufgrund der Vielzahl an Corona-Patienten alle nicht absolut dringlichen Operationen abgesagt wurden. Ein Weihnachtswunder wäre es gewesen, wenn die Zahl der Corona-Neueintritte zurückgegangen wäre.

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  2. transit, 18.12.2021, 07:12 Uhr

    PCR-Getestete sollten weiterhin zugelassen werden. Alles andere isr Unsinn.

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    1. Delta, 18.12.2021, 18:07 Uhr

      Sie haben den Sinn dieser Massnahme wohl nicht Verstanden – es geht darum, dass Ungeimpfte sich nicht Anstecken und somit die Spitäler nicht noch weiter überlasten.

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  3. Präsi Dent, 17.12.2021, 17:08 Uhr

    Der Bundesrat, allen voran Sonnenkönig Berset, auswechseln…… sofort! Sein Reagieren (statt Agieren) nach knapp 2 Jahren Pandemie absolut lächerlich und ungenügend!

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    1. B Suter, 17.12.2021, 19:42 Uhr

      Sie könnten das natürlich mit Sicherheit viel besser!

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      1. Präsi Dent, 18.12.2021, 10:34 Uhr

        @B Suter – Am Anfang der Pandemie hatte ich ja noch ein gewisses Mass an Verständnis für die Arbeit des Bundesrates und deren willkürlichen, unlogischen und teils absurden Entscheidungen……. Keiner von uns lebenden hat je eine Pandemie miterlebt. Aber das von Anfangs Dezember und das von gestern…….?!?! Nein, das ist langsam echt zuviel! Oder erklären Sie mir mal, warum im Hallenbad, wo bereits vorher (in den öffentlichen Bereichen) schon Maskenpflicht galt, nun 2G+ verlangt wird? Zeigen Sie mir die Person, welche sich im Wasser angesteckt hat! Warum darf ich in einem Restaurant mit 2G am Tisch sitzen, im Club zum sitzen aber brauche ich 2G+? Beim Bewegen muss ich ja im Restaurant auch eine Maske anziehen, warum kann man das im Club nicht gleich behandeln? Oder warum ein Covid-Zertifikat 12 Monate gültig ist, bei 2G+ aber nur 4 Monate? Die ersten Booster wurden Ende Oktober / Anfang November verabreicht……. Können sich diese, aufgrund der weltweit einzigartigen und von Berset erfundenen 4 Monatsfrist ab Ende Februar wieder zum boostern (4. Impfung) anstellen? Wäre es nicht wichtiger, erst alle 2-fach geimpften zu boostern, bevor die 4. Impfer kommen? Oder ist das mit der 4. Impfung nach 4 Monaten noch gar nicht sicher, so dass sich dann die 3-fach geimpften ab Ende Februar auch noch zu den Ungeimpften, den Menschen mit Symptomen, den Reisenden und all den sonstigen Testpflichtigen in die Reihe der jetzt schon überlasteten Test-Centren stellen? Die Schweizer Bevölkerung hat der Regierung ein Covid-Gesetz geschenkt, aber bestimmt nicht für diesen Unsinn. Und ja, glauben Sie mir, wenn ich mit Überzeugung sage, dass ich DAS heute besser könnte! Gruess vom 3-fach geimpften Präsident.

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      2. Omi Krone, 18.12.2021, 18:13 Uhr

        Und noch zusätzlich: Berset fokussiert immer noch auf das Händewaschen als Massnahme. Obwohl wir schon seit fast 2 Jahren Wissen, dass sich das Virus hauptsächlich über Aerosole weiterverbreitet.

        Der BR wird anscheinend vom BAG schlecht beraten, aber sind die wirklich zu Faul um auch Ausländische Nachrichten zu lesen um somit Massnahmen (und Empfehlungen der Gesundheitsbehörden) zu Vergleichen? Und auch zu faul, um die Exekutiven in erfolgreichen Ländern wie Taiwan, Neuseeland, Südkorea um Rat anzurufen (Cassis wollte sogar anscheinend nach China, die Reise hat aber nicht ganz geklappt).

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  4. Omi-Kron, 17.12.2021, 16:21 Uhr

    Zu wenig zu spät… Triage hat ja schon angefangen. Und es kommt ja auch noch Omikron.

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