118 Stellen: Luzerner Polizei braucht massiv mehr Personal
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Die Luzerner Polizei braucht mehr Personal – dienen soll dies nicht nur der Sicherheit, sondern auch der Frauenförderung. Die Regierung beantragt 118 zusätzliche Stellen.
Ist Polizistin zu werden noch ein Traumjob? Die Arbeit ist sicher spannend und abwechslungsreich – aber auch sehr anstrengend. Bei der Luzerner Polizei hat die Belastung der Mitarbeitenden «ein kritisches Mass angenommen» wie aus dem Planungsbericht für eine Reorganisation hervor geht. Dieser wurde am Mittwoch der Öffentlichkeit präsentiert.
Die hohe Arbeitsbelastung wirkt sich negativ auf die Motivation und Arbeitszufriedenheit aus. Die Arbeitgeberattraktivität nimmt ab, was die Anstellung von neuen Polizisten erschwert. Bereits zeichnet sich ein Personalmangel ab (zentralplus berichtete). Ein Teufelskreis.
Polizei stockt im Entlebuch und in Sursee auf
Die Regierung will diesen jetzt durchbrechen, in dem das Korps um 118 Stellen aufgestockt wird. 60 Prozent – also 40 Stellen – für die uniformierte Polizei werden in den ländlichen Polizeiregionen geschaffen, wie sie in einer Mitteilung schreibt.
«Das bedeutet beispielsweise für die Polizeiregionen Entlebuch und Sursee eine Bestandeszunahme um fast 30 Prozent, für die Polizeiregion Willisau einen Zuwachs von 23 Prozent», heisst es darin weiter. Im Gegenzug wird die Schliessung zahlreicher kleinerer Polizeiposten in den Gemeinden geprüft (zentralplus berichtete).
Je zwölf Stellen erhalten zusätzlich die Verkehrspolizei sowie die Polizeiregion Stadt Luzern, wo insbesondere der Einsatzzug CityPlus gestärkt wird. Dies sind Stellen, die direkten Kontakt mit der Bevölkerung pflegen – sei es auf der Strasse, im Kontakt mit Behörden oder in der Beratung und Prävention. Zusammen mit Zusatzkosten für Ausrüstung rechnet die Luzerner Polizei mit Zusatzkosten von 800'000 Franken pro Jahr.
Personalmangel: Luzerner Polizei kann sich den Verlust von Mitarbeiterinnen «nicht leisten»
Ein Argument für die Aufstockung: «Die unzureichende personelle Situation erschwert innovative Lösungen in Bezug auf die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, die Reduktion des Beschäftigungsgrads bei individuellen Wünschen und andere moderne Arbeitszeitmodelle», wie es im Planungsbericht heisst.
Der Anteil weiblicher Mitarbeitenden betrage bei der Luzerner Polizei aktuell 27 Prozent. «Die Polizeiführung kann es sich nicht erlauben, diese gut ausgebildeten Mitarbeiterinnen zum Beispiel aufgrund mangelnder Teilzeitarbeitsstellen nach einer Mutterschaft zu verlieren», schreibt die Regierung im Planungsbericht weiter.
Um den Personalmangel zu bekämpfen, hat die Luzerner Polizei bereits die Altershürde bei der Rektrutierung erhöht (zentralplus berichtete). Künftig auch Ausländer zu beschäftigen ist für Kommandant Adi Achermann aber keine Option (zentralplus berichtete).
Im Video erklärt Polizeikommandant Adi Achermann, ob die Hürden gesenkt werden, um mehr Polizisten zu gewinnen.
- Planungsbericht Luzerner Polizei
- Medienmitteilung des Kantons Luzern
- Teilnahme an der Pressekonferenz
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